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Freitag, 09.11.2018

„Es ist ein brisantes Derby“

Von Jürgen Schwarz und Jens Jahn

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  • Silvio Bär (großes Foto) und Uwe Rahle stehen sich zum ersten Mal als Trainer gegenüber. Fotos: Marko Förster/Karl-Ludwig Oberthür
    Silvio Bär (großes Foto) und Uwe Rahle stehen sich zum ersten Mal als Trainer gegenüber. Fotos: Marko Förster/Karl-Ludwig Oberthür

Nur ein Punkt trennt den Heidenauer SV (10.) und den SV Wesenitztal (8.) in der Tabelle der Fußball-Landesklasse Mitte. Am 10. Spieltag treffen beide Teams im Heidenauer Sportforum aufeinander. Schiedsrichter Jens Kläber aus Dresden wird die Partie am Samstag um 14 Uhr anpfeifen. Vor dem Duell stellten sich HSV-Coach Silvio Bär (35) und SVW-Trainer Uwe Rahle (52) zum Interview.

Herr Bär, Herr Rahle, haben Sie sich schon einmal in einem Punktspiel gegenübergestanden?

Rahle: Meiner Erinnerung nach war Silvio einige Jahre in Bad Muskau als Spieler aktiv. Das müsste noch in der alten Bezirksliga so um 2010 gewesen sein. Angenehme Erinnerungen sind das für mich allerdings nicht. Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich als Trainer von Stahl Freital jemals einen Punkt dort geholt habe.

Bär: So direkt kann ich mich nicht daran erinnern. Das müsste in meiner Spielerzeit in Bad Muskau gewesen sein, als Uwe noch Trainer in Freital war. Ich weiß nur, es waren stets rassige Spiele gegen die Freitaler.

Wie würden Sie den bisherigen Saisonverlauf Ihrer Mannschaft bewerten?

Rahle: Der Start mit drei Niederlagen infolge war beinahe katastrophal, auch wenn da einiges an Pech zusammenkam. Daran knabbern wir heute noch, das hatten wir uns auch anders vorgestellt. Mittlerweile sind wir aber seit fünf Spielen ungeschlagen. Sicher sind wir aber noch lange nicht dort, wo wir gern hinwollen, aber mit der Bilanz kann ich jetzt leben.

Bär: Das Auftaktspiel gegen Mitaufsteiger Copitz II haben wir gewonnen, vielleicht etwas glücklich. Dann folgten auch einige schlechte Auftritte. Mittlerweile geht es aber aufwärts. Ich glaube, uns muss es nicht Angst und bange werden in dieser Liga. Der Klassenerhalt ist unser Ziel. Ich denke schon, dass wir im Lauf der Saison die nötigen Punkte dafür holen werden.

Warum gewinnen Ihre Schützlinge am Samstag das Spiel?

Rahle: Wenn Sie das jetzt schon wissen, sollten Sie Lotto spielen. Aber im Ernst, ich bin mir sicher, dass das möglich ist. Davon auszugehen, wäre vor diesem brisanten Derby aber überheblich.

Bär: Wir spielen zu Hause vor eigenem Publikum, da wollen wir natürlich drei Punkte holen. Es ist aber auch ein brisantes Derby. Einige Spieler aus unserer Mannschaft, haben zuvor auch beim SV Wesenitztal gespielt. Markus Hexamer ist erst im Sommer zu uns gekommen. Klar, das stachelt besonders an. Ich bin guten Mutes.

Wie sieht es personell aus?

Rahle: Für unsere Verhältnisse und angesichts des Minikaders, eigentlich ganz ordentlich. Stand jetzt werden nur Robert Knöfel und Nhat-Nam Nguyen fehlen, die beide noch verletzt sind.

Bär: Wir haben mit Robin Meisel nach dessen Kreuzbandriss einen Langzeitverletzten. Bei Eric Klose steht die Diagnose nach dem MRT noch aus. Ein paar Spieler haben kleinere Wehwehchen.

Ist die Meisterschaft bereits zugunsten der Freiberger entschieden?

Rahle: Mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein. Wenn man sich allerdings die bisherigen Resultate ansieht, da kann dieses Jahr offensichtlich jeder jeden schlagen – außer Freiberg, die können sich wohl nur selbst ein Bein stellen.

Bär: Wir haben zuletzt 0:4 in Freiberg verloren. Das Ergebnis ist deutlicher, als das Spiel es war. In der ersten Halbzeit waren wir ebenbürtig. Ich finde Freiberg nicht so überragend, aber andere Favoriten haben geschwächelt und somit haben sie schon einen respektablen Vorsprung.

Im Januar steht die Vorrunde der Futsal-Landesmeisterschaft an. Wie stehen

Sie zum Hallen-Kick?

Rahle: Ich bin kein Freund von Hallenfußball, aber für die Zuschauer ist das sicher immer ein Spektakel. Als Trainer sehe ich allerdings eher die Verletzungsgefahr und diese ewig langen Turniertage.

Bär: Ich persönlich habe immer gern in der Halle gespielt. Aber Futsal, sollte man den Profis überlassen. Ich bin ein Verfechter des herkömmlichen Hallenfußballs.

Es gibt viele Diskussionen um den BSV Sebnitz, der seine Mannschaft aus der Landesklasse zurückgezogen hat und nun in der Kreisoberliga von Sieg zu Sieg eilt. Wie ist Ihre Meinung?

Rahle: Vor dem Hintergrund, dass der Verein die Verjüngung und den Neuaufbau der Mannschaft als Ziel ausgegeben hatte, rechneten die Verantwortlichen damit, dass einige Spieler den BSV verlassen würden. Ich selbst habe mich definitiv erst nach der Entscheidung zum freiwilligen Abstieg entschieden, in Sebnitz nicht weiterzumachen. Das mehrere Spieler mit mir den Verein verlassen wollten, ist so nicht richtig. Natürlich haben sie sich umgehört und hatten dann auch zu mir Kontakt, aber das ist legitim. Dem BSV ist es dann aber, wohl auch zur eigenen Überraschung, gelungen, alle Spieler zu halten.

Bär: Wenn der Verein der Meinung ist, dass sie die Landesklasse finanziell und vom Kader her nicht stemmen können, dann ist der Rückzug legitim. Sie haben es ordnungsgemäß bis zum 30. April beim Verband eingereicht. Dass sie dann doch eine so gute Truppe aufstellen können, zeugt vom Charakter der Spieler. Vielleicht sollte die frühe Meldefrist überdacht werden.