erweiterte Suche
Donnerstag, 11.10.2018

Es grünt so grün

SZ-Redakteur Thilo Alexe.
SZ-Redakteur Thilo Alexe.

© Robert Michael

Die Wahl in Bayern, sollten die Umfragen Realität werden, wirbelt politische Gefüge durcheinander. Die starke CSU, die vor fünf Jahren die verlorene absolute Mehrheit zurück errang, bricht ein. Beachtlichen Zuwachs erreichen Grüne und AfD, die auf jeweils eigene Weise von der Schwäche der Christsozialen profitieren. Sollten die Grünen in eine Koalition gehen, wären sie – abhängig von der Hessenwahl – an mindestens drei Landesregierungen im Südwesten beteiligt. In Stuttgart sind sie durch Winfried Kretschmann bereits Volkspartei.

In Sachsen ist der Weg dahin noch weit. Gleichwohl verspüren die Grünen auch im Freistaat leichten Aufschwung. In Umfragen liegt die Partei, die nach der Wende zehn Jahre nicht im Landtag war, mittlerweile stabil bei über fünf Prozent und kann mit dem Wiedereinzug rechnen. Ihre Spitzen sagen: Wir wollen regieren. Und nach jetzigem Stand geht das nur mit der CDU.

Gut möglich, dass ein schwarz-grünes Bündnis in Bayern und der positive Bundestrend die Ökopartei im Osten beflügelt. Unrealistisch ist eine Regierungsbeteiligung in Sachsen nicht. CDU-Chef Michael Kretschmer braucht Partner, wie es aussieht sogar mehr als einen.

Spannend ist auch, welche Folgen der erwartbare AfD-Erfolg in Bayern hat. In Sachsens CDU genießt die bayerische Schwesterpartei den Status eines Idols. Dass die CSU die AfD zwar kritisiert, dabei jedoch deren Positionen übernimmt, könnte das allerdings ändern.

E-Mail an Thilo Alexe.