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Mittwoch, 03.01.2018

Erneut Stecknadeln in Backwaren

Wie kommen spitze Nadeln in Esswaren eines Supermarkts? Die Behörden in Baden-Württemberg untersuchen mit Nachdruck fünf Fälle. Auch über den Einsatz eines Metalldetektors wird nachgedacht.

Bereits fünf Fälle hat es gegeben: In einem Offenburger Discounter hat ein Unbekannter Stecknadeln in Backwaren versteckt. (Symbollfoto)
Bereits fünf Fälle hat es gegeben: In einem Offenburger Discounter hat ein Unbekannter Stecknadeln in Backwaren versteckt. (Symbollfoto)

© Federico Gambarini / dpa

Offenburg. Zum sechsten Mal ist in Nahrungsmitteln eines Offenburger Discounters eine Stecknadel gefunden worden – diesmal in einem Burger-Bötchen. Eine Kundin habe den spitzen Gegenstand beim Aufschneiden der abgepackten Ware entdeckt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Verpackung und Nadel hat sie demnach schon weggeworfen.

Der Kaufland-Markt, von dem alle betroffenen Produkte stammten, untersuchte am Vormittag sämtliche infrage kommenden Produkte mit einem speziellen Scanner. Weitere metallische Gegenstände wurden nicht gefunden, wie das Unternehmen mitteilte. Außerdem wurden in dem Discounter die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Auch Kameras und zusätzliches Personal werden demnach eingesetzt.

Alle bislang betroffenen Nahrungsmittel waren in Kunststoff verpackt und bereits vor Weihnachten gekauft worden, wie die Polizei erklärte. Das genaue Kaufdatum konnte noch nicht festgestellt werden. Eine „gemeinsame Ermittlungsgruppe des Fachbereichs „Gewerbe und Umwelt““ und der Kriminalpolizei sei eingerichtet worden. Kaufland tauschte Produkte der bislang betroffenen Sortimente in dem Markt komplett aus.

Seit Dezember waren in den abgepackten Produkten mehrfach die bis zu vier Zentimeter großen handelsüblichen Nadeln gefunden worden – unter anderem in einem Bagel, einem Aufbackbrötchen, einer Packung Toastbrot und einem Salami-Snack. Verletzt wurde niemand, die Nadeln waren stets vor dem Verzehr gefunden worden. Beim Verschlucken können solch spitze Gegenstände schwere innere Verletzungen verursachen.

Kaufland appellierte an die Kunden, auf verdächtige Einstiche an den Waren zu achten – vor allem bei weichen Lebensmitteln wie Backwaren oder auch Süßwaren und Frikadellen, in die eine Nadel leicht eingeführt werden könne.

Wie die Nadeln in die Nahrungsmittel kamen, ist weiter unklar. Sicher ist den Angaben zufolge nur, dass sie erst im Markt in den Lebensmitteln platziert wurden - vermutlich Mitte Dezember.

Erst im September hatte in Baden-Württemberg ein Erpresser Schrecken verbreitet, als er mit dem Giftstoff Ethylenglykol versetzte Babynahrung in Supermärkten platzierte. Der Mann verlangte von einem Handelsunternehmen eine zweistellige Millionensumme. Später wurde der 53-Jährige im Raum Tübingen festgenommen. Im Offenburger Fall gebe es bisher keine Anhaltspunkte für eine Erpressung, sagt Stürzel.

Die meisten Erpresser hinterlassen Spuren, zum Beispiel Briefe. Es gibt aber auch Saboteure, die schweigen und vor allem Schrecken verbreiten wollen. Lebensmittelsabotage gilt als Horrorvision von Firmen. Schon mit wenig Aufwand können Täter dem Ruf eines Ladens schaden. Ein möglicher Rückruf von Produkten kann teuer werden.

Der betroffene Supermarkt hat die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. „Wir haben die Aufmerksamkeit noch einmal geschärft“, sagt ein Unternehmenssprecher. Details wollte er nicht mitteilen. Bereits zuvor hatte das Unternehmen die besorgniserregenden Fundstücke aus den Regalen entfernt. Neue Ware sollte weiterhin einer Sichtkontrolle unterzogen werden, bevor sie einsortiert wird. (dpa)

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