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Dienstag, 13.03.2018

Erinnerungen an Natur-Einklang

Anruf bei ... Heiner Haschke, der mit dem Fremdenverkehrsverein Seifhennersdorf am Sonntag zu Karaseks Naturmarkt im Rahmen der 22. Leinewebertage einlädt.

Heiner Haschke (links) wird vom Marktleiter schon mal zum legendären Räuberhauptmann Karasek.
Heiner Haschke (links) wird vom Marktleiter schon mal zum legendären Räuberhauptmann Karasek.

Hallo Herr Haschke, Naturmarkt und Leinen weben – passt das denn ökologisch überhaupt zusammen?

Der Arbeitstag der fleißigen und genügsamen Leineweber begann mit lauten Wachtelschlägen am frühen Morgen und dauerte rund 14 bis 16 Stunden. Tagtäglich. Sie besaßen keine großen Reichtümer und lebten im Einklang mit der Natur. Leineweber waren reine Selbsterzeuger!

Und was hat ein Räuber- und Schmugglerhauptmann wie Karasek damit zu tun?

Die Leineweber sahen Karasek als einen der ihren an. Er schlug so manchen habgierigen und geizigen Geldwechsler, Garnhändler und Mühlenbesitzer ein Schnippchen und legte sich auch mit der Obrigkeit an.

Sie kennen die ersten Leinenwebertage persönlich: Was wird die 22. Edition von den vorigen unterscheiden?

Der erste Leinewebertag fand noch mit circa zehn Händlern im Museum und Bulnheimschen Hof mit einigen Hundert Besuchern statt. Später kam der Museumsparkplatz dazu. Nun beleben 50 Direktvermarkter und Händler aus ganz Sachsen und Nordböhmen das Festgelände mit attraktiven Naturangeboten.

Warum sollte jeder Lausitzer die Leinenwebertage persönlich beehren?

Im Ratskeller gibt es typische Speisen der Leineweber. So Holundersuppe, Stupperle und Teichelmauke. Historische Schauvorführungen zur Flachsverarbeitung und eine Leinen-Stoff-Börse kann man im Bulnheimschen Hof direkt neben dem Karasek-Museum erleben.

Müssen Sie als Marktleiter während des Tages auf Karasek oder andere Räuber aufpassen?

Naja, als geistiger Vater des Aktionstages habe ich eine Doppelfunktion: Früh und abends bin ich der Marktleiter und am Nachmittag sogar der legendäre Räuberhauptmann Karasek. Ganz wichtig dabei: Der Fremdenverkehrs- und der Museumsverein unterstützen mich dabei tatkräftigst!

Gespräch: Andreas Herrmann