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Freitag, 24.08.2018

Erfolgreicher Schiebocker Torjäger

Der 22-jährige Frank Zille ist der erfolgreichste Torjäger beim Bischofswerdaer FV 08. Jetzt will er die Regionalliga aufmischen.

Von Christian Kluge

Der Bischofswerdaer Stürmer Frank Zille bejubelt hier seinen Treffer zum 1:0-Heimsieg über Rathenow. Eine Woche später traf er in Berlin zum 1:1-Ausgleich.
Der Bischofswerdaer Stürmer Frank Zille bejubelt hier seinen Treffer zum 1:0-Heimsieg über Rathenow. Eine Woche später traf er in Berlin zum 1:1-Ausgleich.

© Rocci Klein

Fußball. So eine Aussicht wie im heimischen Bernsbach – gelegen am Südwesthang des Spiegelwaldes östlich von Aue – hat Frank Zille in Bischofswerda nicht. Aber dafür hat er nun die Chance, über starke Leistungen in der Regionalliga auf sich aufmerksam zu machen. Jetzt will der 22-Jährige erst einmal mit seiner BFV-Mannschaft als Aufsteiger die Konkurrenz überraschen. In den letzten beiden Spielen traf Zille jeweils einmal und sicherte seinem Team damit vier Punkte. Sonnabend um 13.30 Uhr tritt Bischofswerda nun bei Wacker Nordhausen an, während Budissa Bautzen am Freitag um 18 Uhr Heimrecht gegen den Tabellenvorletzten BFC Dynamo hat.

„Klar, wir wollen uns in der Regionalliga etablieren. Das wird nicht einfach, ist aber machbar“, ist Zille überzeugt von der Leistungsfähigkeit der jungen Bischofswerdaer Mannschaft. „Wir möchten einen einstelligen Tabellenplatz erreichen, vor allem Spaß am Fußball haben und ohne Druck spielen.“ Dazu möchte Zille, der in den letzten beiden Jahren der erfolgreichste BFV-Torschütze war, natürlich auch selbst seinen Teil beitragen.

„Ich möchte so hoch wie möglich kommen, am besten später einmal in den Profifußball“, sagt der 1,89 Meter große Mittelstürmer, der an der TU Chemnitz Wirtschaftswissenschaften studiert und gerade nach acht Semestern seinen Bachelor-Abschluss gemacht hat. „Ab Oktober kommen noch vier Semester für den Master dazu. Dann muss ich schauen, was ich beruflich mache. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Vielleicht gehe ich ins Sportmanagement.“

2015 kam Zille vom FC Erzgebirge Aue nach Bischofswerda, wo er noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 hat. „Ich habe seit meiner Kindheit immer beim FC Erzgebirge gespielt“, erinnert sich der junge Mann an seine fußballerischen Anfänge. Schon im Kindergarten jagte er begeistert dem runden Leder hinterher und durchlief später alle Nachwuchsteams in Aue. Mit der A- und B-Jugend spielte er damals schon in der Regionalliga.

Schwierig und ziemlich anstrengend wurde es dann nach seinem Wechsel nach Bischofswerda. „Zu dieser Zeit war ich im dritten Semester. Damals habe ich in Dresden gewohnt, bin zum Studium nach Chemnitz mit dem Zug gefahren und nachmittags von Dresden zum Training nach Bischofswerda. Jetzt wohne ich aber in Bischofswerda und seit dem vierten Semester lief alles als eine Art Fernstudium.“

Der Torriecher stammt vom Opa

Seinen Torriecher hat Frank Zille vermutlich weder von seinem Vater noch von seiner Mutter geerbt. Jens und Heike Zille, die immer noch im eigenen Häuschen in Bernsbach wohnen, haben nicht Fußball gespielt. Dafür aber Opa Heinz Stamer. Der stammt aus Mirow in Mecklenburg-Vorpommern und feierte am 13. August schon seinen 76. Geburtstag. Stamer spielte in der Jugend für seine Heimmannschaft BSG Traktor Mirow. Später war er für die ASG Vorwärts Neubrandenburg und den SC Cottbus in der DDR-Liga aktiv. In der Saison 1966/67 erzielte Stamer für die BSG Energie Cottbus in 28 Spielen 21 Tore und wechselte 1968 in die DDR-Oberliga zum 1. FC Lokomotive Leipzig, wo er seine Laufbahn dann auch 1971 beendete.

Frank Zilles größter bisheriger Erfolg „ist der Regionalliga-Aufstieg mit Bischofswerda“, wie der 22-Jährige unumwunden zugibt. Er war allerdings zu seiner Zeit bei Erzgebirge Aue auch schon einmal bei einem Lehrgang der U 16-Nationalmannschaft. Sein zwei Jahre älterer Bruder Oliver, der heute kurz vor dem Ende seines Maschinenbau-Studiums steht, versuchte sich auch kurzzeitig im Fußball, aber nach der D-Jugend war bei ihm Schluss.

Und was macht Frank Zille am liebsten, wenn er nicht beim BFV trainiert und spielt oder studiert? „Urlaub mache ich am liebsten am Meer. In diesem Jahr haben wir ja auf Mallorca unsere Aufstiegsfeier gemacht und danach war ich noch auf Ibiza. Im Winter fahre ich auch gern mal Ski in den Bergen.“ Jetzt konzentriert sich der Stürmer aber auf die Bewährungsproben in der Regionalliga. So wie Sonnabend beim punktgleichen Tabellendritten Nordhausen.