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Freitag, 18.05.2018

Endlich Badestart

Nach Reparaturarbeiten öffnet nun das Zacke. Das freut besonders eine Freitalerin.

Von Annett Heyse

Schwimmmeister Christian Preu und Stammbaderin Elke Franzke schwatzen schon mal am Beckenrand des Zacke. Bei 17 Grad Wassertemperatur geht das Freibad am Wochenende in Betrieb – wenn die Sonne scheint.
Schwimmmeister Christian Preu und Stammbaderin Elke Franzke schwatzen schon mal am Beckenrand des Zacke. Bei 17 Grad Wassertemperatur geht das Freibad am Wochenende in Betrieb – wenn die Sonne scheint.

© Andreas Weihs

Freital. Das Thermometer zeigt 17 Grad an, nichts für zarte Gemüter. Christian Preu geht zum Beckenrand, hält den Fuß ins Wasser und steigt dann kurzentschlossen hinein. Als Schwimmmeister im Zacke müsse man immer bereit sein, sagt er. Elke Franzke bevorzugt es, draußen zu bleiben. „Aber ich hoffe auf einen schönen Sommer, so wie letztes Jahr.“ 45-mal war sie 2017 im Schwimmbad. Dennoch sah sich die Rentnerin am Ende genötigt, der Stadt einen kritischen Brief zu schreiben. „Ich hatte ein bisschen Angst um das Bad.“

Das Zacke am Rand von Zauckerode machte zuletzt keinen guten Eindruck mehr. Die Folie, die bei der Generalsanierung 1993/94 verlegt wurde, war porös geworden und verrutscht. „Im Nichtschwimmerbereich lief man über Blasen“, berichtet Elke Franzke. Zudem hatte die Folie Falten geworfen, sodass die Reinigungsgeräte den Dreck teilweise nicht mehr absaugen konnten. „Als ich dann in der Zeitung las, dass wegen des wechselhaften Wetters weniger Badegäste gekommen seinen, dachte ich mir, diese Erklärung ist zu einfach.“ Sie schrieb an den Oberbürgermeister. Was Stammgast Franzke, die seit 1977 viele Sommertage im Freibad verbracht hat, nicht wusste: In der Stadtverwaltung Freital hatte man sich auch schon Gedanken wegen des Bad-Zustandes gemacht.

Doch für eine Sanierung wurden 500 000 Euro fällig. „Die hat man nicht so einfach mal schnell“, sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg. Die Verwaltung griff daher zu einem ganz legalen Trick. Die Technischen Werke (TWF), eine Tochtergesellschaft der Stadt und bisher Betreiber des Bades, pachtete die Anlage. So konnten die notwendigen Bauarbeiten flexibler geplant und finanziert werden. Ende Januar waren die ersten Handwerker im Bad. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Das große Becken mit rund 2 500 Quadratmeter Grundfläche und 3 000 Kubikmeter Fassungsvermögen hat eine neue, strahlend blaue Folie bekommen. Die Beckenoberkante wurde zudem abgerissen und mit Natursteinen neu gestaltet. „Damit sind wir für viele Jahrzehnte gut gerüstet“, freut sich Jörg Schneider, Geschäftsführer der TWF. Um das Becken herum wurde zudem das Betonpflaster neu verlegt. Und wie jedes Jahr sind auch Liegewiese, Spielplatz, Sportanlagen sowie der gesamte Umkleide- und Sanitärbereich in Schuss gebracht worden. Wenn das Wetter mitspielt, ist am Sonnabend, dem 19. Mai, Eröffnung der Badesaison.

Dann wird erstmals das Team um Philipp Brüll für den Imbiss sorgen. Brüll ist aus Dresden und betreibt seit vorigem Jahr die Gastronomie im Dölzschner Bad. Außerdem leitet er zwei Kantinen und bewirtet als Caterer Familienfeiern oder Firmenevents. Für das Zauckeroder Bad hat er sich einiges vorgenommen. So wird es ab und zu selbst gemachte Roster, Wiener und Bockwürste geben. Immer im Angebot hat er frischgezapftes Bier, alkoholfreie Getränke, Kaffee, Kuchen und Eis sowie kleine Snacks. Die von den Badegästen häufig kritisierten langen Wartezeiten will er mit einem neuen Bedien- und Bezahlsystem in den Griff bekommen. „Das sieht zwar auch erst mal nach Schlange aus, geht aber wesentlich schneller“, verspricht Brüll.

Für Elke Franzke ist die Badesaison im Zacke so oder so gerettet: „Das Bad sieht toll aus. Sobald die Kasse aufmacht, kaufe ich mir wieder eine Jahreskarte.“