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Dienstag, 14.03.2017

Elbe Flugzeugwerke starten in die Zukunft

Die Leichtbauplatten kommen bald komplett aus dem Gewerbegebiet Am Sandberg. Dafür entsteht eine weitere Fabrik.

Werksleiter Frank Zenker legt statt einem Grundstein eine Zeitkapsel in das Fundament für eine weitere Produktionshalle der Elbe Flugzeugwerke. Seit 2013 produziert mit CCI, eine Tochterfirma, bereits in Kodersdorf, nun kommt deren Schwester Acosa auch nach Kodersdorf.
Werksleiter Frank Zenker legt statt einem Grundstein eine Zeitkapsel in das Fundament für eine weitere Produktionshalle der Elbe Flugzeugwerke. Seit 2013 produziert mit CCI, eine Tochterfirma, bereits in Kodersdorf, nun kommt deren Schwester Acosa auch nach Kodersdorf.

© Jens Trenkler

Kodersdorf. Schon einmal darüber nachgedacht, was Fluggäste trägt? Diese Frage beantwortet der Slogan der Elbe Flugzeug werke bei der Grundsteinlegung für die neue Fabrik in Kodersdorf. „Jedes Mal, wenn Sie in einen Airbus einsteigen, betreten Sie sächsischen Boden.“ Die Bodenplatten in Sandwich-Technik verarbeitet der Airbus-Zulieferer seit 2013 in Kodersdorf. Bald aber sollen die Platten hier komplett entstehen. „Dann betreten Sie Kodersdorfer Boden“, ergänzt Geschäftsführer Andreas Sperl.

Dafür entsteht gerade eine neue Produktionshalle an der Industriestraße, genau vor dem bestehenden Werk der Tochterfirma CCI Assembly. Auch die neue Fabrik übernimmt eine hundertprozentige Tochter mit dem Namen Aircraft Composites Sachsen (Acosa). Am Montagmorgen sind hochkarätige Gäste aus Politik und Wirtschaft gekommen, um bei der Grundsteinlegung dabei zu sein. Als Erinnerung an diesen Tag für zukünftige Generationen legt Frank Zenker, der Leiter des Kodersdorfer Werkes, eine Zeitkapsel in eine Aussparung in eine Betonfläche, die einmal Teil des Fundaments werden soll.

Das verschweißte Kupferrohr enthält die Pläne für das Gebäude, einige Münzen – und die Nieskyer Montagsausgabe der Sächsischen Zeitung. Mit einem Spaten schaufeln die wartende Dame und die Herren Beton aus einer Wanne und auf die Zeitkapsel. Eingeschlossen soll diese bunte Mischung die Zeit überstehen. Wie Frank Zenker erklärt, sei die Idee zu diesem Geschichtszeugnis aus der Verlegenheit heraus entstanden, dass in der heutigen Zeit Steine in der Bauweise von Produktionshallen keine Rolle mehr spielen.

Andreas Sperl betont die gute Zusammenarbeit, die ein starkes Argument für Kodersdorf sei: „„Natürlich haben wir global Standorte untersucht und bewertet. Am Ende des Tages gab es diverse Faktoren, die den Ausschlag für Kodersdorf gegeben haben.“ Dabei hebt er besonders die guten Erfahrungen sowohl mit den Mitarbeitern aus der Region und dem Nachbarland hervor als auch die Partner in der Politik, die immer bereit gewesen seien, das Vorhaben zu unterstützen. Allen voran nennt er in diesem Zusammenhang Bürgermeister René Schöne. Auch Landrat Bernd Lange, an diesem Tag von Dezernentin Heike Zettwitz vertreten, findet lobende Erwähnung. Der wichtigste Partner ist für die Elbe Flugzeugwerke aber der sächsische Freistaat.

Dies lässt sich an einer sehr eindrucksvollen Zahl belegen: 20 Prozent. So hoch ist laut Pressesprecher Christopher Profitlich die Förderung, die dem Unternehmen von der Sächsischen Ausbaubank zugutekommt. Die Gelder stammen nicht in ihrer Gesamtheit vom Land, sondern aus Fördertöpfen der Europäischen Union und des Bundes, aber das Land Sachsen vergibt sie. Bei einer Investitionssumme von 40 Millionen Euro lässt sich leicht errechnen, dass die Unterstützung knapp am zweistelligen Millionenbetrag vorbeischrammt.

Dass sich eine solche Förderung nicht nur für das Unternehmen lohnen kann, will Ministerpräsident Stanislaw Tillich durch Zahlen zur Wirtschaft im ländlichen Raum belegen. „Von den 80 Arbeitsplätzen, die täglich in Sachsen entstehen“, führt er aus, „liegen 30 im ländlichen Raum.“ Dies sieht er als Ergebnis der Bestrebungen seiner Staatsregierung, allen Regionen die gleichen Chancen zu geben. Auch die wirtschaftsfreundliche Einstellung an Orten wie Kodersdorf, ebenso in der Gemeindepolitik wie auf Landkreisebene, mache dies möglich.

Alle diese Faktoren trügen zum wirtschaftlichen Erfolg auf dem Land bei: Mehr als die Hälfte der 30 bis 35 sächsischen Firmen, die sich auf dem Weltmarkt als führend behaupten, sei in einer der ländlichen Regionen ansässig. „Diejenigen, die zupacken, können den Erfolg auch an ihre Gemeinden und deren Einwohner weitergeben“, sagt Stanislaw Tillich. Dabei deutet er in die Richtung, in der René Schöne steht. Rund 120 neue Arbeitsplätze sollen durch das neue Werk zu den 90 bei der bereits bestehenden CCI hinzukommen.