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Freitag, 08.06.2018

Einzug in die „Weltraum-WG“

Nach zwei Jahren Training und zwei Tagen Flug zieht Alexander Gerst in die Raumstation ein.

Von Stefan Schön

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Die Luke zwischen der Kapsel „Sojus MS-09“ und der Raumstation ISS öffnet sich, der deutsche Astronaut Alexander Gerst schwebt in die Station.
Die Luke zwischen der Kapsel „Sojus MS-09“ und der Raumstation ISS öffnet sich, der deutsche Astronaut Alexander Gerst schwebt in die Station.

© European Space Agency

  • Die Luke zwischen der Kapsel „Sojus MS-09“ und der Raumstation ISS öffnet sich, der deutsche Astronaut Alexander Gerst schwebt in die Station.
    Die Luke zwischen der Kapsel „Sojus MS-09“ und der Raumstation ISS öffnet sich, der deutsche Astronaut Alexander Gerst schwebt in die Station.
  • Das Raumschiff „Sojus MS-09“ dockte zuvor ohne Probleme an der ISS an.
    Das Raumschiff „Sojus MS-09“ dockte zuvor ohne Probleme an der ISS an.

Moskau. Alexander Gerst in angekommen. Die Sojus Crew hat die Raumstation erreicht. Seit Freitagnachmittag 15.01 Uhr und 9 Sekunden ist die Horizons-Mission Teil der Internationalen Raumstation.

400 Kilometer über der Erde, direkt über China wird angedockt, alles perfekt, wie Volker Schmid, der Missionsmanager vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, begründet. „Die längste Zeit braucht nun der Check der Dichtheit.“ Kein noch so geringer Luftverlust darf festgestellt werden, erst dann öffnen sich die Luken. Das dauert noch an die zwei Stunden, und die Mannschaft im All ist wieder komplett.

2,5 Kubikmeter Platz gibt es in der Sojus, noch einmal vier im Orbitalmodul, im Frachtraum also. Platz für einen hier, für zwei dort, und ausstrecken kann sich immer nur einer. Essen, schlafen, Toilette, alles muss zwei Tage lang in diesen 6,5 Kubikmetern geschehen – so groß ist inzwischen mancher Pkw. Und alles nur, weil die ISS derzeit so ungünstig fliegt, dass die Sojus auf dem sonst üblichen kurzen Weg von sechs Stunden und nur vier Erdumrundungen einfach nicht rankommen konnte. Dafür fehlt es ihr an Treibstoff. Also einmal auf 28 000 Stundenkilometern beschleunigt, langsam und beharrlich annähern. Eine Runde um die Station drehen und dann mit einer Geschwindigkeit von drei Zentimetern pro Sekunde ansetzen. Exakt, besser geht es nicht, passt. Dicht ist auch alles.

Und jetzt nichts wie raus in die große Station. Auf dem Monitor im Moskauer Hauptkontrollzentrum sind nun statt endlosen Datenreihen ziemlich glückliche neue Mitbewohner in der Himmels-WG zu sehen. Und erleichterte Angehörige im Zentrum. Gerst und Crew sind angekommen bei Freunden, mit denen sie vor nicht einmal einem halben Jahr noch trainiert hatten. Jetzt ist Freizeit, einen Tag. Dann Reisegepäck auspacken, Experimente anwerfen und nach festgelegtem Stundenplan die Nachtruhe einhalten.

Ein 360°-Rundumblick in den Moskauer Kontrollraum für die Raumstation:

„Astro-Alex“ ist nun in der ISS – und auf der Erde, genauer gesagt im russischen Hauptkontrollraum bei Moskau, ist die Freude groß. Mehr unter www.sz-link.de/gerst-iss-da

Gepostet von szonline am Freitag, 8. Juni 2018

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Peter

    Die ISS ist ein schönes Beispiel dafür, wozu verschiedene Länder fähig sind, wenn sie friedlich zusammenarbeiten. Trotz der derzeitigen politischen Spannungen zwischen den USA, den EU-Ländern und Russland betreiben diese Länder eine Raumstation, auf der Raumfahrerinnen u. Raumfahrer aller Länder gemeinsam arbeiten und forschen. Seit dem Ende des US-amerikanischen „Space Shuttle“-Programms starten und landen auch westliche Raumfahrerinnen u. Raumfahrer mit russischen Raketen und Kapseln („Sojus“). Umgekehrt werden die russischen Raumfahrerinnen u. Raumfahrer auch mit unbemannten US-amerikanischen Kapseln („Dragon“) mit Nachschub versorgt. Es sollte mehr solcher Projekte geben, bei denen verschiedene Länder friedlich zusammenarbeiten, nicht nur im Weltall, sondern auch auf der Erde. Denn solche Projekte helfen, politische Spannungen abzubauen. Außerdem werden Raumfahrtprojekte billiger, wenn sie gemeinsam von mehreren Ländern betrieben werden.

  2. IH

    Hallo Peter, oh ja, das gibt es tatsächlich. Mir fällt da spontan CERN ein. In der heutigen Welt wirklich schöne Beispiele für internationaler Zusammenarbeit - unabhängig irgendwelcher Weltanschauungen. IH

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