erweiterte Suche
Freitag, 18.05.2018

Eine Nachricht vom Gesuchten

Die Geschichte von der Frau, die am Jeschken einen Mann traf und anschließend in Görlitz nach ihm suchte, fand ein gutes Ende – aber doch kein Happy End.

Von Daniela Pfeiffer

Dieses Foto von Claudia und ihrem Sohn entstand am Tag des Ausfluges auf den Jeschken. Damit hatte sie in Görlitz nach ihrem unbekannten Schwarm gesucht.
Dieses Foto von Claudia und ihrem Sohn entstand am Tag des Ausfluges auf den Jeschken. Damit hatte sie in Görlitz nach ihrem unbekannten Schwarm gesucht.

© Frank Thümmler

Görlitz. Die Suche hat ein Ende. Hat zwar ein Weilchen gedauert, aber nun ist „er“ gefunden. „Er“ – das ist ein Mann aus Görlitz, dem eine Frau aus Rammenau Ende Februar bei einem Ausflug auf den Jeschken bei Liberec begegnete. Vor drei Wochen haben wir an dieser Stelle darüber berichtet, dass er ihr nicht mehr aus dem Kopf ging und sie sich vornahm, ihn zu finden. Zum Glück wusste Claudia, so heißt die Frau, dass er aus Görlitz kommt. Denn sie hatten sich kurz unterhalten und das hatte er unter anderem preisgegeben.

Wahrscheinlich hat er aber nicht damit gerechnet, dass die Begegnung bei ihr so nachhallt. Denn die 41-Jährige wollte ihn unbedingt finden. Da sie in den sozialen Netzwerken nicht vertreten ist, probierte sie es auf ganz altmodische, aber nicht minder romantische Weise: Sie fuhr nach Görlitz und brachte mehrere Suchplakate an. Doch die Resonanz darauf: gleich null. Lediglich ein paar unseriöse Nachrichten kamen bei Claudia an.

Muss ich eben noch mal nach Görlitz, überlegte sich die zweifache Mutter, schnappte eine Freundin und verbrachte einen tollen Abend bei der Görlitzer Kneipennacht vor zwei Wochen. Ihn hat sie dabei aber nicht entdecken können.

Gleichwohl war der SZ-Beitrag aber auch im Internet erschienen, was letztlich den Hinweis brachte, dass „er“ schon identifiziert sei. Ein Freund schrieb an die SZ, dass „er“ aber liiert sei.

Claudia nahm es zur Kenntnis – natürlich ein wenig traurig, aber so wisse sie wenigstens, woran sie sei. Trotzdem habe sie gehofft, er hätte sich wenigstens persönlich bei ihr gemeldet. Schließlich hatte sie für ihn einiges auf sich genommen, eine gehörige Portion Mut an den Tag gelegt. In ihrem Umfeld erntete sie für ihre Aktion nicht nur Anerkennung oder Zuspruch. Doch sie stand darüber. Und das zahlte sich am Ende doch noch aus.

Denn in dieser Woche erreichte die SZ eine Nachricht vom Gesuchten. Er sei derjenige welcher und würde gerne doch Kontakt zu Claudia aufnehmen. Allerdings mit der Botschaft: „Es wird leider kein Happy End geben, da ich in einer Beziehung bin und ich denke, das sollte Claudia wissen. Damit auch sie glücklich werden kann.“ Er habe eine ganze Zeit lang hin und her überlegt, ob er sich melden soll. „Aber ich finde es persönlich echt cool von ihr, und da hat sie sich eine aufrichtige Antwort verdient.“