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Mittwoch, 11.07.2018

Eine Frage der Sicherheit

Dresdens Polizeichef will die Stadt sicherer vor Terroranschlägen machen. Ob seine Ideen richtig und überhaupt nötig sind, darüber kann man streiten, findet SZ-Redakteur Andreas Weller.

© André Wirsig

Ob eine Stadt dauerhaft gegen mögliche Terroranschläge gesichert werden muss, darüber kann man sich trefflich streiten. Fakt ist: Es gab bisher einen Anschlag in Deutschland – 2016 in Berlin. Die Gefahr ist offensichtlich da, aber überschaubar. Zu viele Absicherungen können auch abschreckend wirken und bei der Bevölkerung das Gegenteil von dem erreichen, was sie sollen. Plötzlich sieht man überall eine Gefahr.

Ob also ein permanenter Schutz so etwas wie mit Kanonen auf Spatzen schießen ist, müsste zunächst geklärt werden. Wenn allerdings der Schutz so aussieht, wie es sich Polizeipräsident Horst Kretzschmar vorstellt, sollte darüber ernsthaft diskutiert werden. Denn Brunnen, Eisenbänke oder Treppen auf den zentralen Plätzen sehen allemal besser aus als die Lego-Riesen, die bei Veranstaltungen zum Schutz aufgestellt werden.

Unverständlich ist dann aber, weshalb die Diskussion mit der Stadtverwaltung so lange dauert. Vor allem bei einem der Plätze: dem Altmarkt. Sieben Jahre nachdem der Platz für zehn Millionen Euro umgebaut wurde, plant die Stadt längst den erneuten Umbau im Jahr 2020. Wenn hier noch mal geschätzte fünf Millionen Euro ausgegeben werden, sollte der Sicherheitsaspekt sofort mit eingeplant werden. Denn wenn der Altmarkt zum zweiten Mal umgebaut wurde und dann die Verwaltung wenig später um die Ecke kommt und sagt: Jetzt muss der Platz nur noch gegen Terror gesichert werden, also bauen wir erneut um – dann dürfte es wohl wenig Verständnis in der Bevölkerung dafür geben. Deshalb sollte nun schnell reagiert werden.

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