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Freitag, 18.05.2018

Ein Spielplatz von Karl-Erivan Haub

Der vermisste Firmeninhaber der Tengelmann- und Obi-Gruppe hat zwei Tage vor seinem Unglück Radebeul geschrieben.

Von Peter Redlich

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Glücklich mit ihrem neuen Spielplatz auf der Hoflößnitzterrasse – die Kinder vom Kindergarten der Kinderarche.
Glücklich mit ihrem neuen Spielplatz auf der Hoflößnitzterrasse – die Kinder vom Kindergarten der Kinderarche.

© Norbert Millauer

  • Glücklich mit ihrem neuen Spielplatz auf der Hoflößnitzterrasse – die Kinder vom Kindergarten der Kinderarche.
    Glücklich mit ihrem neuen Spielplatz auf der Hoflößnitzterrasse – die Kinder vom Kindergarten der Kinderarche.
  •  Gespendet hat den Spielplatz Karl-Erivan Haub, der teils auch in Radebeul lebte und seit dem 7. April in den Alpen verschollen ist.
    Gespendet hat den Spielplatz Karl-Erivan Haub, der teils auch in Radebeul lebte und seit dem 7. April in den Alpen verschollen ist.
  • Mit einer Spende von Karl-Erivan Haub konnte auch der Brunnen am Prof.-Wilhelm-Ring in Niederlößnitz eingerichtet werden.
    Mit einer Spende von Karl-Erivan Haub konnte auch der Brunnen am Prof.-Wilhelm-Ring in Niederlößnitz eingerichtet werden.
  • OB Bert Wendsche zündet vor der Spielplatzeinweihung eine Hoffnungskerze für Karl-Erivan Haub an.
    OB Bert Wendsche zündet vor der Spielplatzeinweihung eine Hoffnungskerze für Karl-Erivan Haub an.

Radebeul. Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) versagte kurz die Stimme, als er am Donnerstagmittag eine Kerze neben einem Schild auf der Hoflößnitzterrasse anzündete. „Licht der Hoffnung ...“ steht auf dem Schild und gewidmet ist das Licht Karl-Erivan W. Haub.

Wendsche zeigte einen Brief mit dem Namenszug von Karl Erivan W. Haub, den dieser am 5. April unterschrieben hat mit einer Spende von 10 000 Euro für die Stadt Radebeul. Zwei Tage später ist der Chef der Tengelmann- und Obi-Gruppe von einer Skitour im Matterhorn-Gebiet nicht zurückgekehrt. Er hatte für ein Rennen im Skitourengehen trainieren wollen. Und er wollte diese Woche auch in Radebeul sein, um die Terrasse mit dem neuen Spielplatz auf der Hoflößnitz mit einzuweihen. Wendsche beim Anzünden des Lichtes: „Man soll die Hoffnung nie aufgeben, dass er ja doch eines Tages wieder auftaucht.“

Mit dem Geld des 58-Jährigen ist direkt unterhalb der Hoflößnitz-Weinstube der lange brachliegende Spielplatz neugestaltet worden. Die Firma Spielplatzwelt GmbH aus Königstein hat die Rutsche und Klettergeräte samt der Figuren Biene, Käfer und Weinbergschnecke im Wert von 12 000 Euro hergestellt und aufgebaut.

Mitgeholfen, den Spielplatz entstehen zu lassen haben auch die Radebeuler Schlosserei von Jörg Riedrich mit einer 500-Euro-Spende und der Flack’s Getränke und Feinkosthof an der Hoflößnitzstraße, den die Familie Zach betreibt. Von ihnen kamen drei Tisch- und Sitzgarnituren, an denen die Eltern Platz nehmen können, wenn ihre Kinder spielen.

Die Ersten, die den neuen Spielplatz mit dem Namen „Rebengarten“ testen durften, waren die Kinder von der Kita der Kinderarche. Ihnen gefielen Rutsche und Kletterseile sofort. Stabiles und wetterbeständiges Holz von Robinien wurde dafür verwendet.

Am Pfingstsonntag soll der Spielplatz für alle Besucher des Weingutes zur Verfügung stehen, sagte Hoflößnitz-Geschäftsführer Jörg Hahn. Ab 11 Uhr startet der Pfingstausflug mit Eis- und Weinstand und Kindereisenbahn auf Terrasse und Hof zwischen Pressenhaus und Kavaliershaus.

Jörg Hahn kündigte an, dass es mit der Schritt-für-Schritt-Sanierung auf der Hoflößnitz in den nächsten Jahren weitergeht. 2019 soll das neue Ausschankhaus an die Weinstube angebaut werden. Die Entwürfe der Architekten entstehen gerade. Der historisch an das Gebäudeensemble angepasste Ausschank soll die Imbissbude auf der Terrasse ersetzen und die Möglichkeit bieten, die Küche an die Weinstube anzubinden. Hahn sagt, dass bei schlechtem Wetter die Weinstube auch schon jetzt als Ausweich für die Terrasse dient.

Für Pfingsten ist gutes Wetter angesagt. Die Hoflößnitzmannschaft lädt wieder ein und will erneut einen Treff für Familien bieten. Die neue Attraktion Spielplatz kann darin der Mittelpunkt werden.

OB Wendsche kündigte an, dass sich die Stadt mit der Familie Haub in Verbindug setzen und die Frau von Karl-Erivan Haub zum Gespräch einladen will. Die Familie Haub hat oberhalb von Altfriedstein einen Wohnsitz, den die Angehörigen auch behalten wollen. Der verschollene Ex-Firmenchef hielt sich hier oft auf.