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Donnerstag, 01.02.2018

Ein Sonderzug und sonderbare Formalitäten

Die DSC-Volleyballerinnen wollen so viele Fans wie möglich für das Pokalfinale am 4. März mobilisieren.

Von Alexander Hiller

Darf Myrthe Schoot (l.) am 4. März wieder so feiern wie 2016? Falls ja, soll der DSC-Libero mit dem Pokal diesmal sorgsam umgehen. Was immer das heißen mag.
Darf Myrthe Schoot (l.) am 4. März wieder so feiern wie 2016? Falls ja, soll der DSC-Libero mit dem Pokal diesmal sorgsam umgehen. Was immer das heißen mag.

© Archiv: Robert Michael

Besondere Anlässe erfordern besondere Modalitäten. Die Volleyballerinnen des Dresdner SC stehen am 4. März wieder einmal im Finale um den Pokal des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Der Auftritt in der SAP-Arena von Mannheim gehört auch für den erfolgsverwöhnten fünffachen deutschen Meister nicht zum Alltag.

Was von der Sonderleistung des DSC untermalt wird. Der Pokalfinalist stellt – wie schon 2016 – gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) einen Sonderzug bereit, der maximal 500 Fans nach Mannheim bringen soll – und natürlich auch wieder zurück. Die Bereitstellung des Nahverkehrszuges ist eine Sponsoringleistung des DSC-Partners in einem Umfang, „der es uns möglich macht, den Fans unsere Pokal-Pakete zu einem fairen Preis zu hinterlegen“, sagt DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann. Derzeit haben sich knapp 700 Fans des Bundesliga-Spitzenreiters bereits ein Ticket für das Pokalfinale besorgt, 250 davon mit einem Platz im Sonderzug (Preis zwischen 71 und 95 Euro). Jeder Sparkassenkunde darf mit 10 Prozent Rabatt rechnen.

Wann genau der Sonderzug am Sonntagmorgen des 4. März jedoch vom Dresdner Hauptbahnhof losfährt, ist noch offen. „Wir mussten dafür bei der Deutschen Bahn Regio eine Sonderstrecke beantragen, da wir de facto mit einer eigenen Linie unterwegs sind. Die Abfahrtszeit hängt davon ab, wie wir in den Streckennetzplan der Deutschen Bahn eingetaktet werden. Das wird uns in den kommenden Tagen mitgeteilt“, sagt Sandra Zimmermann. Der Verein geht von einer Zeit um 6 Uhr früh aus. Die Reisedauer bis Mannheim wird knapp 6 Stunden betragen. Vom Bahnhof sind es dann nur noch knapp 300 Meter zu Fuß bis zur SAP-Arena.

Finalgegner Wiesbaden konnte bereits knapp 800 Finaltickets absetzen, was bei knapp einer Stunde Anreise aber normal ist. Der DSC will zumindest seine Marke von 2016 – damals feierten 870 Dresdner Fans den Pokalsieg mit ihrer Mannschaft – übertreffen. „Wir haben 1 500 Tickets vorreserviert“, sagt Zimmermann. „Jeder der Volleyball spielt, lebt für solche Spiele vor 10 000 bis 12  000 Menschen und der außerordentlichen Fernsehpräsenz. Wir freuen uns alle drauf, wissen aber auch, dass noch vier Wochen harter Arbeit vor uns liegen“, sagt DSC-Blockerin Barbara Wezorke.

Auch daheim lässt sich das Pokalfinale der Frauen (16.30 Uhr) bequem verfolgen, via Liveübertragung auf dem Spartenkanal Sport 1. Das an selber Stelle ausgetragene Männerfinale (13.45 Uhr) zwischen Bühl und Friedrichshafen wird lediglich im Südwestdeutschen Rundfunk live gezeigt. „Die Halle ist ein Erlebnis für sich. Ich würde da auch hinfahren, wenn nichts wäre“, wirbt DSC-Trainer Alexander Waibl.

Alle vier Finalisten müssen sich jedoch neben der sportlichen Herausforderung mit allerlei Kleckerkram auseinandersetzen, wozu man genau genommen auch die karge Antrittsprämie von jeweils 5 000 Euro pro Klub zählen könnte. Da wäre einerseits die neue Formalie, die ein wenig absurd anmutet. Alle Pokalfinalisten müssen eine Vereinbarung unterzeichnen, die sie dazu verpflichtet, im Fall des Pokalgewinns sorgsam mit der Trophäe umzugehen. Die Vorschrift hat eine Vorgeschichte. 2016 hatten die DSC-Damen den offenbar nicht sehr kompakten Cup bei den Feierlichkeiten beschädigt. Der Verein musste die in silber-rosé gefasste Trophäe für knapp 2 000 Euro reparieren lassen, Pokalnachfolger Stuttgart 2017 aber auch. „Das stützte unsere Theorie, dass der Pokal zwar hübsch, aber von der Materialplanung her katastrophal ist“, sagt Zimmermann. „Die Verpflichtung beinhaltet, dass wir für aufkommende Schäden zahlen“, sagt sie. Einschränken will sich der Verein im Erfolgsfall bei den Feierlichkeiten mit Fans und Sponsoren allerdings nicht.

Dafür müssen die Fans mit Einschränkungen leben. Der DSC muss – wie die anderen Vereine auch – Brandschutzzertifikate über die Entzündbarkeit der eingesetzten Fanfahnen vorweisen. Falls die Feuerwehr vor Ort nicht von den Zertifikaten überzeugt sein sollte, darf sie Testproben durchführen. Skurril. Ebenso wie die Vorschrift für die Größe von Fan-Trommeln. Die dürfen den Durchmesser von 70 Zentimetern nicht überschreiten.

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