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Donnerstag, 13.09.2018 Kommentar

Ein Rückzug mit Folgen

Von Gunnar Saft

Gunnar Saft
Gunnar Saft

© Robert Michael

Der Rückzug Frank Kupfers von der Spitze der sächsischen CDU-Landtagsfraktion erfolgt aufgrund einer schweren Erkrankung. Es ist deshalb gut und richtig, dass nun nicht nur langjährige Mitstreiter, sondern auch die meisten politischen Gegner dem 56-Jährigen viel Erfolg bei einem weitaus schwierigeren Kampf wünschen.

Offen bleibt, wie Sachsens CDU, die nächstes Jahr vor ihrer bisher schwierigesten Landtagswahl steht, mit der Lücke an der Fraktionsspitze umgeht. Mit Kupfer hatte schließlich ein Politiker dieses wichtige Amt inne, der sich stets stoisch konservativ zu den Reizhemen unserer Zeit äußerte – zuletzt oft zur Flüchtlingskrise und deren Folgen oder dem Streit um die Medienberichterstattung. Kupfers Ansichten folgten dabei längst nicht alle Christdemokraten im Parlament, aber immerhin stets eine schweigende Mehrheit.

Die zügige Entscheidung von Michael Kretschmer – CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident –, Geert Mackenroth zum Nachfolger vorzuschlagen, ist deshalb taktischer Natur und ein Wagnis. Der Ex-Justizminister und heutige Ausländerbauftrage gilt als moderat, kennt sich im Regierungsgeschäft aus und trotzdem wäre der 68-Jährige nicht zwangsläufig eine Dauerlösung. Seine Bewerbung, über die noch diesen Monat abgestimmt wird, gibt vor allem Aufschluss darüber, welcher Kurs in der CDU-Fraktion tatsächlich mehrheitsfähig ist. Sollte es prominente Gegenkandidaten geben, wäre diese wichtige Frage sogar schon vorab beantwortet.

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