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Freitag, 14.09.2018

Ein Park für Kinder

Der Startschuss fällt am Sonnabend im Bischofswerdaer Stadtteil Süd – mit einem großen Fest für Familien.

Von Ingolf Reinsch

WuB-Chef Andreas Wendler und Sybille Müller, Leiterin des Bürger- und Familienamtes der Stadtverwaltung, arbeiten an einem klasse Projekt: Eine Grünfläche in Bischofswerda Süd soll zu einem Park für Kinder umgestaltet werden.
WuB-Chef Andreas Wendler und Sybille Müller, Leiterin des Bürger- und Familienamtes der Stadtverwaltung, arbeiten an einem klasse Projekt: Eine Grünfläche in Bischofswerda Süd soll zu einem Park für Kinder umgestaltet werden.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Einen Südmarkt gibt es in Bischofswerda schon. Er wurde an der Ecke Belmsdorfer Straße/Thälmannstraße angelegt – dort, wo die städtische Wohnungswirtschaft und Bau GmbH (WuB) vor Jahren einen Wohnblock abgerissen hatte. In den nächsten Jahren soll auch die benachbarte Fläche umgestaltet werden: zu einem Park für Kinder. Die Bäume für jeden Geburtsjahrgang, die bisher in den Innenstadt-Parks gepflanzt worden sind, werden künftig im neuen Kinderpark gepflanzt. Auf einer Tafel werden die Namen der jeweiligen Kinder genannt. Es gibt Überlegungen, die Tafeln individuell und kindgerecht zu gestalten und sie künftig an einer gesonderten Wand zu vereinen, sagt Sybille Müller, Leiterin des Bürger- und Familienamtes. Es wird Sitzgelegenheiten geben und nach den Vorstellungen der Stadt später vielleicht auch noch ein Spielgerät für ältere Kinder, welches den auf die kleineren Kinder zugeschnittenen Spielplatz des Südmarktes ergänzen könnte. Gemeinsam mit der Bischofswerdaer Landschaftsplanerin Ute Günther arbeiten Stadt und WuB an der künftigen Gestaltung des Parks.

Die Idee geht auf die Stadt zurück. Seit 25 Jahren begrüßt sie Neugeborene auf nette Weise. Viele Jahre gab es ein gemeinsames Kaffeetrinken mit den Eltern, wo das Begrüßungsgeld – 50 Euro für jede Familie – überreicht wurde. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung suchte die Stadt nach neuen Wegen. Unterstützt von Sponsoren, wird seit 2014 ein Jahrgangsbaum gepflanzt, gibt es eine Keramikplakette mit dem Namen jedes Kindes und eine Tasche bzw. einen kleinen Rucksack, gefüllt mit Gutscheinen und kleinen Geschenken. Die bisherigen Begrüßungsbäume mit Namenstafeln stehen in Goethe- und Schillerpark. Das Problem: Bischofswerdas Innenstadtparks stehen unter Denkmalschutz. Die Stadt darf deshalb dort nicht unendlich Bäume pflanzen und schon gar nicht zig Namenstafeln aufstellen, sagt Sybille Müller. So suchte man nach Alternativen, diskutierte beispielsweise eine Allee der Kinder – und kam schließlich auf die Grünfläche im Stadtteil Süd, die viel Platz für eine Gestaltung bietet.

Wohngebiet wird aufgewertet

Die WuB stellt die Fläche bereit. Das Projekt liegt auch in ihrem Interesse. Zum einen wertet sie das Wohngebiet, wo die städtische Gesellschaft die meisten Wohnungen besitzt und auch der zweite Großvermieter, die Genossenschaft, ansässig ist, weiter auf, sagt Geschäftsführer Andreas Wendler. Zum anderen kann ein Park für Kinder – für ganz Bischofswerda und die Ortsteile, wohl gemerkt – beitragen, die durch die Bahnlinie baulich getrennte Innenstadt von der Südstadt zu verbinden. Ein Park für Kinder kann für Bewohner der anderen Teile Bischofswerdas ein Anreiz sein, mal nach Süd raus zu gehen bzw. zu fahren, sagt Andreas Wendler. Sei es, um die Tafel mit dem Namen des eigenen Kindes stolz dem Familienbesuch zu zeigen, nach zwei, drei Jahren, wenn ein zweites Kind geboren wurde, oder auch als Ziel für Spaziergänge von Kindertagesstätten.

Die WuB ist es auch, die den ersten Baum für den Kinderpark spendet – eine Edelkastanie, der Baum des Jahres 2018. Mit einem Stammdurchmesser von zwölf Zentimetern ist er bereits recht stattlich. Mitarbeiter des Bauhofes werden den Baum einsetzen, sagt Andreas Wendler. Offiziell „gegossen“, damit er gut anwächst, wird er an diesem Sonnabend beim diesjährigen Begrüßungsevent der Stadt. 90 Familien aus dem Stadtgebiet, die sich in den vergangenen zwölf Monaten über Nachwuchs freuen konnten, hat die Stadt dafür in den neuen Park der Kinder eingeladen. Unter den Neuankömmlingen des Jahrgangs 2017/18 sind 38 Mädchen und 53 Jungen. 17 Sponsoren sorgen laut Stadtverwaltung dafür, dass die Begrüßungsrucksäcke gut gefüllt sind. Aber nicht nur Sponsoren waren aktiv, sondern auch die Horteinrichtungen der Stadt: die Kinderhäuser Sonnenschein und Kunterbunt, der Hort Goldbach und der 8-Sterne-Hort. Die Kinder der Einrichtungen gestalteten mit viel Liebe zum Detail sehenswerte Begrüßungsmappen. Traditionell steuert die Keramikwerkstatt der Grundschule Süd unter der Leitung von Steffi Schumann wieder Namensschilder für alle Jungen und Mädchen bei.

Nach dem Begrüßungsevent für geladene Familien gibt es an gleicher Stelle ein großes öffentliches Kinderfest mit zahlreichen Spiel- und Bastelangeboten, das Mitglieder der „Initiative Bischofswerda“ gemeinsam mit der Stadt ausrichten. Die Besucher dürfen sich unter anderem auf eine Tombola, Kinderschminken, Tanz und vieles mehr freuen. Beides, Begrüßungsevent und anschließendes Kinderfest im neuen Park der Kinder, sollen zu einer Bischofswerdaer Tradition werden.

Das Begrüßungsevent am 15. September beginnt um 13.45 Uhr. 14.30 Uhr startet das öffentliche Kinderfest. Es ist bis 17 Uhr geplant.