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Montag, 02.07.2018

„Ein knüppelhartes Auftaktprogramm“

Trainer Dusan Milicevic (r.) und Manager Uwe Heller senden auf einer Wellenlänge. Foto: Friedrich/Lok
Trainer Dusan Milicevic (r.) und Manager Uwe Heller senden auf einer Wellenlänge. Foto: Friedrich/Lok

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Die Handballer der SG Pirna Heidenau haben die Saison 2017/18 in der Mitteldeutschen Oberliga mit Rang zehn abgeschlossen. Geschäftsführer Uwe Heller und Cheftrainer Dusan Milicevic blicken zurück und planen die kommende Serie. Der Meisterschaftsauftakt im September hat es in sich.

Zufrieden mit dem Abschneiden?

Heller: Wir wussten, dass uns eine schwierige Saison erwartet. Es gab zwar kaum einen Abgang, aber der eine auf der entscheidenden Mittelposition war schon schwer zu kompensieren. Nach der guten Vorbereitung gerieten wir durch das schwierige Auftaktprogramm gleich ins Hintertreffen. Insgesamt ziehe ich dennoch ein positives Fazit, zumal wir bereits drei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt sicher hatten.

Sieht das der Trainer auch so?

Milicevic: Die Menschen im näheren Umfeld der Mannschaft wussten um die Probleme, die wir in dieser Saison auch außerhalb des Spielfeldes hatten. Dennoch ist es uns gelungen, besser als ein Jahr zuvor abzuschneiden. Es standen viele junge Spieler im Team, die eigentlich noch Zeit zur Entwicklung brauchen. Die Ergebnisse zeigen mir als Trainer, was man mit zielstrebiger und harter Arbeit erreichen kann. Und das macht mich sehr stolz.

Was muss passieren, damit die Lok wieder ins vordere Mittelfeld gelangt?

Milicevic: In der Hinrunde standen wir ja schon dort. Unser Kader war allerdings nicht so groß, dass wir Verletzungen zu einhundert Prozent kompensieren konnten. Können wir das Team um zwei, drei erfahrene Akteure ergänzen, ist die Möglichkeit da, ans obere Drittel der Tabelle zu denken.

Was meint der Geschäftsführer?

Heller: In dieser ausgeglichenen Liga macht sich jeder Ausfall bemerkbar. Srdjan Gavrilovic fehlte uns fast die gesamte Hinrunde. Auch die Sperre von Krzystof Kusal tat richtig weh. Nur mit der Abteilung „Jugend forscht“ können wir nicht bestehen. Nachdem uns David Lubar in Richtung Groß-Umstadt verlassen hat, mussten wir handeln. Mit Martin Durcek vom slowakischen Vizemeister HC Agro Tolpocany haben wir mehr als nur adäquaten Ersatz gefunden.

Licht und Schatten wechselten ständig.

Milicevic: Im Handball ist auch vieles Kopfsache. Und wenn man mit einigen Negativ-Erlebnissen startet, muss man erst einmal wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Zum Ende der Rückrunde hatten wir einen Lauf. Bei den Auswärtserfolgen in Halle und Apolda zeigten die Jungs, welches Potenzial sie verkörpern.

Erhält der Nachwuchs weiter eine Chance?!

Milicevic: Ja, natürlich. Wir wollen junge Spieler weiterentwickeln. Auch in diesem Jahr sollen mit Marian Bergmann und Robert Kurz zwei A-Junioren ihre Chance im Männerbereich bekommen. Das so eine Entwicklung Zeit braucht und nicht immer gleich die gewünschten Ergebnisse eintreten, ist allerdings logisch.

Zwei A-Junioren und ein guter Kreisläufer werden aber nicht ausreichen…

Heller: Wir haben noch einige Optionen auf dem Transfermarkt. Verstärkungen sollen nicht nur vom finanziellen Rahmen, sondern auch menschlich ins Team passen. Keine Sorge, bis zum Start der Saison wird sich auf alle Fälle noch etwas tun.

Was erwartet uns 2018/19?

Milicevic: Erstmals haben alle drei Landesmeister ihr Aufstiegsrecht wahrgenommen. Mit dem ZHC Grubenlampe wartet ein alter Bekannter auf uns, der HBV Jena und der SV Oebisfelde sind absolutes Handballneuland. Dann gibt es mit Delitzsch, Köthen, dem HC Burgenland eine Reihe gestandener Teams. Diese MDOL ist für mich eine der stärksten Oberligen Deutschlands.

Und der Punktspielstart hat es in sich.

Milicevic: Ja, das ist knüppelhart. Wir haben es gleich mit dem kompletten Spitzenfeld des Vorjahres zu tun. Am 1. September gastiert der SV Oberlosa auf den Sonnenstein, danach geht es nach Köthen und schließlich kommt mit Delitzsch der Vizemeister.

Wann wird die Mannschaft zum ersten Mal wieder auf dem Parkett stehen?

Heller: Trainingsbeginn ist am 25. Juli. Am 1. August bestreiten wir einen ersten Test in Freiberg, danach folgen Spiele in Apolda und beim SV Hermsdorf. Weiterhin stehen Aufbauspiele gegen Görlitz und Cunewalde auf dem Programm. Auf dem Sonnenstein werden wir erst am 14. August zu sehen sein.

Findet der Trainer Zeit für Urlaub?

Milicevic: Ja, ich werde einige Zeit mit meiner Familie in Serbien verbringen. Von dort geht es dann ein paar Tage nach Griechenland zur Erholung. Aber, ich bin mit Herz und Seele Handballer, da schaltet man nie ganz ab und tüftelt auch im Urlaub schon an neuen Projekten.

Das Gespräch führte Andreas Reiche