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Mittwoch, 11.07.2018

Ein Hoch aufs Hoch

Der Juni begann im Osterzgebirge regnerisch. Aber dann lief das Wetter zu Bestform auf – zur Freude der Festemacher.

Von Sebastian Wetzel u. Norbert Märcz

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Die Veranstalter der vielen großen Feste im Juni wie hier beim Umzug zur 800-Jahr-Feier in Dippoldiswalde hatten alle Riesenglück mit dem Wetter.
Die Veranstalter der vielen großen Feste im Juni wie hier beim Umzug zur 800-Jahr-Feier in Dippoldiswalde hatten alle Riesenglück mit dem Wetter.

© Karl-Ludwig Oberthür

  • Die Veranstalter der vielen großen Feste im Juni wie hier beim Umzug zur 800-Jahr-Feier in Dippoldiswalde hatten alle Riesenglück mit dem Wetter.
    Die Veranstalter der vielen großen Feste im Juni wie hier beim Umzug zur 800-Jahr-Feier in Dippoldiswalde hatten alle Riesenglück mit dem Wetter.

Osterzgebirge. In der ersten Juni-Dekade lag Sachsen unter dem Einfluss feucht-warmer Luft. Die damit einhergehende Instabilität machte sich mit Schwüle, hoher Quellbewölkung und Gewittern bemerkbar. Dadurch regnete es gleich am ersten Monatstag. Allerdings nur kurzzeitig und nur in Zinnwald mit mehr als zehn Litern pro Quadratmeter. Das Skandinavienhoch „Xaver“ verursachte dann bis zum 8. stabiles Wetter mit viel Sonne, aber auch Quellwolken. Einzig im Erzgebirge wurde bereits am 8. Juni Niederschlag gemessen (0,3 mm). Das dazugehörige Gewitter konnte an allen Wettervereinsstationen beobachtet werden. Das folgende Wochenende wurde von einer Südostlage (Tief Xisca) dominiert. Nun wurde es richtig schwül, und die Gewitter reihten sich wie an einer Perlenschnur. Bannewitz und Zinnwald blieben fast trocken, wohingegen am Samstag in Dohna (21,7 mm) und am Sonntag in Köttewitz (20,5 mm) ein Starkniederschlag dokumentiert wurde. Anschließend entstand eine stabile Hochdruckbrücke unter Hoch „Alessandro & Bodo“. Anfangs kühlte die Luft aus. Am Morgen des 15. sanken die Temperaturen flächendeckend unter zehn Grad Celsius. Danach stiegen sie schnell wieder auf Werte um 30 Grad im Flachland und über 20 Grad in Zinnwald. Niederschlag gab es ein wenig vom 11. bis 13. und am 17. Lediglich Zinnwald konnte am 11. mit 7,4 Millimetern eine bodenwirksame Menge melden.

Mit Beginn des letzten Monatsdrittels drang Tief „Cathy“ aus Nordwest nach Mitteleuropa. An der Vorderseite wurde heiße Luft mit Windstärke 7 über Sachsen gequetscht, eine sogenannte Konvergenz, da kalte auf warme Luft prallt. Die Temperaturen stiegen erst auf über 30 Grad (Zinnwald 24), die anschließende Kaltluft sorgte für einen Temperatursturz um 19 Grad! Die Folgetage waren mal wirklich kühl mit Gewitter am 22., Schauern und Wind. Die Regensummen konnten die Dürresituation aber nicht entschärfen.

Der Monat endete wieder heiß mit viel Sonne, einem stabilen Hochdruckgebiet und lebhaftem Ostwind. Im Einzugsgebiet wurden Monatsmitteltemperaturen um 2,0 Grad über dem Mittel gemessen. Daraus gingen 18 Sommertage – mindestens 25 Grad – in Dohna, 13 in Bannewitz und Köttewitz hervor. Hitzetage mit Maxima über 30 Grad wurden in Köttewitz zwei, in Bannewitz drei und in Dohna acht aufgezeichnet. Die Niederschläge zentrierten sich aufs Osterzgebirge und Müglitztal. Das wertvolle Nass verteilte sich auf elf Tage in Köttewitz bis hin zu 16 Tagen in Zinnwald. An der Köttewitzer Station betrug die klimatische Wasserbilanz minus 58 Millimeter. Der Boden ist bis auf unter 50 Zentimeter bewässerungsbedürftig. Alles zusammen bedeutet hohen Ernteverlust.

Die Autoren sind Mitglieder im Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld.