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Dienstag, 10.07.2018

Ein fünfter toter Eisvogel

Zwei Tiere sind zunächst aus dem Öl auf dem Tauerwiesenteich gerettet worden. Aber ihre Verunreinigung ist sehr groß.

Von Steffen Gerhardt

© dpa

Ein derart verklebtes Gefieder ist uns noch nicht untergekommen, sagt Tierpflegerin Manuela Kleemann vom Naturschutztierpark Görlitz. Seit Sonntag hat sie zwei neue Gäste in der Wildtierauffangstation: zwei Eisvögel. Sie wurden Opfer einer Öllache auf dem Tauerwiesenteich bei Klitten-Tauer (SZ berichtete gestern). Inzwischen ist einer der beiden Vögel an dem Öl verendet, hieß es gestern aus der Auffangstation. Ob der zweite Eisvogel das Ölbad überlebt, darauf will sich Manuela Kleemann nicht festlegen. „Wenn ich sehe, wie die Vögel von außen beschaffen sind, dann wird es im Inneren nicht viel anders sein“, sagt sie.

Somit hat das Öl inzwischen fünf Eisvögel von dem Teich verenden lassen. Die Polizei geht davon aus, dass in den vergangenen sechs Wochen auf dem Tauerwiesenteich ein etwa 15 Quadratmeter großer Ölfilm entstanden ist. „Nach ersten Ermittlungen ist eine Verschmutzung aus zufließenden Gewässern ausgeschlossen. Mögliche Ursache soll ein Leck an einem Boot gewesen sein, aus dem das Öl ins Wasser gelangte“, berichtet Polizeisprecherin Katharina Korch. Die Kriminalpolizei hat die Untersuchungen wegen des Verdachts einer Umweltstraftat aufgenommen. Kriminaltechniker sicherten noch am Sonntag, unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Klitten, Wasserproben. Deren Untersuchung steht aber noch aus. Da das Öl an der Wasseroberfläche schwimmte und dort abgeschöpft wurde, soll keine Gefahr für den Fischbestand bestehen.

Entdeckt hatte diesen Umweltfrewel eine Mitarbeiterin der Naturwacht. Sie kontrollierte am Sonntag das Gebiet des Tauerweisenteiches, der Teil des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist. Dabei fielen ihr die toten und ölverschmierten Eisvögel auf. Vier konnte sie nur noch tot bergen, zwei weitere lebten und wurden zur Wildauffangstation in den Görlitzer Tierpark transportiert. Mit Spülmittel und Wasser wurden sie von Manuela Kleemann gereinigt.

Der Eisvogel holt sich seine Nahrung aus den Teichen. Der Bestand hat laut Naturschutzbehörden in den letzten Jahren wieder zugenommen. Seine Art wird derzeit in Europa als dezimiert, aber im gesamten Verbreitungsgebiet als wenig bedroht eingestuft. Der Eisvogel war 1973 und 2009 Vogel des Jahres in Deutschland,