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Sonntag, 08.07.2018

Ein erster Gradmesser

Beim 1:0 in Chemnitz sieht sich Dynamo Dresden erstmals in der Saisonvorbereitung heftiger Gegenwehr ausgesetzt und kommt selbst kaum zum Zug.

Von Cornelius de Haas

Dynamos Osman Atilgan erzielte das Tor zum 0:1.
Dynamos Osman Atilgan erzielte das Tor zum 0:1.

© Robert Michael

Chemnitz. Schon vor einem Jahr sollte eigentlich das Benefizspiel zwischen dem Chemnitzer FC und Dynamo stattfinden, der G20-Gipfel verhinderte das. Stattdessen trafen sich beide Teams unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Himmelblauen gewannen in Pirna damals mit 3:1. Am Sonntag wurde das Spiel zugunsten der finanziell noch immer klammen, inzwischen in die Regionalliga abgestiegenen Chemnitzern endlich vor Publikum ausgetragen. Die Dresdner gingen die Partie zwar offensiv an, Patrick Möschl lief kurz nach dem Anpfiff zur Grundlinie durch, doch seinen Pass in den Rücken der Abwehr knallte Patrick Ebert volley klar über das CFC-Tor. Fortan schien es beim Benefizgedanken vor allem darum zu gehen, den Chemnitzern – bei denen mit Fabain Müller, Tobias Müller und Paul Milde drei Ex-Dynamos in der Startelf standen - Selbstvertrauen einzuimpfen.

Ein Freistoß von Dennis Grote (8. Minute) ging nur knapp am Tor von Markus Schubert vorbei. Der 20-Jährige zeigte drei Minuten später leichte Schwächen in der Strafraumbeherrschung, beim Rauslaufen kam er zu spät, doch die Gastgeber konnten daraus kein Kapital schlagen. Und nach einer Viertelstunde hatte dann Rafael Garcia die nächste gute Gelegenheit, nachdem er sich gegen den Nachwuchsmann Max Kulke durchgesetzt hatte.

Erst nach gut 25 Minuten kamen die Schwarz-Gelben langsam in Schwung. Da gab Baris Atik eine Kostprobe seines Könnens und dribbelte sich durchs Mittelfeld. Nach einem Pass auf Lucas Röser kam der Neuzugang aus Hoffenheim auch selbst zum Abschluss, den Ball klärte CFC-Schlussmann Jakob Jakubov zur Ecke. Nach 29. Minuten lief nur Vasil Kusej Richtung Chemnitzer Tor, sodass dessen Pass vors Tor ins Leere lief. Wirklich gefährlich wurde es erst, als Patrick Möschl nach einem Ronaldo-Übersteiger aus 20 Metern abzog und Jakubov zu einer Flugeinlage zwang.

Warum Patrick Ebert den Ruf eines Bad Boy hat, zeigte sich kurz darauf. Nachdem Schiedsrichter Richared Hempel auf Handspiel des 31-Jährigen entschied, äußerte Ebert seinen Unmut, drosch den Ball weg und folgte auch nach mehrfacher Aufforderung dem Gesprächsangebot nicht – Gelb.

Bis zur Pause zogen dann wieder die Chemnitzer an. Erst versuchte es Dejan Bozic aus 20 Metern - Schubert hatte den Ball im Nachfassen -, dann kam noch einmal Garcia gegen drei Gegenspieler zum Abschluss. Der Ball kam dann aber nicht mehr gefährlich vors Tor.

Die zweite Dresdner Elf wollte es nach dem Wiederanpfiff besser machen, was auch für etwas mehr als fünf Minuten gelang. In der 47. Minute wurde Jakubov von Osman Atilgan zu zwei Paraden gezwungen. Vier Minuten machte es der 18-Jährige besser. Nachdem er den Ball einem Chemnitzer vom Fuß gespitzelt hatte, überspielte die CFC-Abwehr und vollendete überlegt zum 1:0 für die Gäste.

Der Gastgeber ließ sich davon aber kaum beeindrucken und ging früh auf die Abwehrspieler der Dresdner. Derart unter Druck, verlor Rico Benatelli den Ball gegen Kimmo Hovi, der Garcia in Szene setzt. Allein lief der auf Schubert zu, doch der U20-Nationalspieler blieb lange stehen und hielt so die Führung vor 5 187 Zuschauern fest.

Spannend wurde es danach nur noch einmal. Schubert versprang in der 80. Minute der Ball bei einem Passversuch. Unter großem Raunen der Zuschauer rollte der Ball zur Ecke, die aber schon wieder völlig ungefährlich blieb. Dynamo selbst tauchte erst in der 84. Minute wieder gefährlich vor Jakubov. Nach einer Ecke verlängerte Marco Hartmann den Ball auf Pascal Testroet, der aber im Abseits stand, als er zeitgleich mit dem Keeper an den Ball kam.

Dynamo 1. Halbzeit: Schubert – Möschl, Kulke , Dumic, Müller, Hamalainen – Kusej, Ebert, Atik, Duljevic – Röser.

Dynamo 2. Halbzeit: Schubert – Kreuzer, Ballas, Hartmann, Nikolaou, Berko – Horvath, Benatelle, Aosman, Atilgan – Testroet.

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