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Freitag, 01.06.2018

Ehepaar muss zusammen wohnen

Ein Ehepaar hat keinen Anspruch auf zwei getrennte Wohnungen in einem Mietshaus. Selbst wenn das Paar jahrelang das „Modell des räumlich getrennten Zusammenlebens“ praktiziert hat, ist es zumutbar, wenn die Eheleute nur eine 200 Quadratmeter große Wohnung bewohnen. Denn das sei für zwei Personen luxuriös, befand das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg. Die Richter gaben damit der Eigenbedarfskündigung einer Vermieterin statt.

In dem Fall lebte ein Ehepaar in zwei mit 170 und 200 Quadratmetern großzügig bemessenen Wohnungen eines Mietshauses. Die Vermieterin wollte nach dem Ende ihrer beruflichen Laufbahn von München nach Berlin zurückkehren und in die kleinere Wohnung einziehen. Die Mieter wehrten sich gegen die Eigenbedarfskündigung, weil sie dadurch ihr Lebensmodell nicht mehr fortsetzen könnten. Die Kündigung sei für sie eine unzulässige Härte.

Das sah das Gericht anders: Die Nutzung einer 200 Quadratmeter großen Fünf-Zimmer-Wohnung sei mit zwei Personen dergestalt möglich, dass man sich zeitweise aus dem Weg gehen könne. Alleine der Zwang, Küche und Bad gemeinsam zu nutzen, stelle keine unzumutbare Härte dar. Der Wohnbedarf des Paares könne nicht zulasten der Vermieterin gehen. Die Beklagten konnten auch nicht ausreichend darlegen, warum sie keinen Ersatzwohnraum anmieten können. Zumal sie selbst über Wohneigentum verfügen.

(dpa)

Aktenzeichen: 237 C 346/17