erweiterte Suche
Montag, 02.07.2018

Dynamos erste Erkenntnisse

Zwei Testspiele sind vorbei und der Trainer ist zufrieden – nicht nur mit den Ergebnissen. Tim Boss macht zwei Schönheitsfehler und ein Ex-Spieler kehrt als Psychologe zurück.

Von Cornelius de Haas

Bild 1 von 2

Diesen Ball fängt Tim Boss sicher. Dynamos neuer Torwart wird bei seinem Einstand für die Dresdner gegen Gera zwar selten geprüft, leistet sich aber zwei Fehler im Spielaufbau – einer führt zum Gegentor.
Diesen Ball fängt Tim Boss sicher. Dynamos neuer Torwart wird bei seinem Einstand für die Dresdner gegen Gera zwar selten geprüft, leistet sich aber zwei Fehler im Spielaufbau – einer führt zum Gegentor.

© Robert Michael

  • Diesen Ball fängt Tim Boss sicher. Dynamos neuer Torwart wird bei seinem Einstand für die Dresdner gegen Gera zwar selten geprüft, leistet sich aber zwei Fehler im Spielaufbau – einer führt zum Gegentor.
    Diesen Ball fängt Tim Boss sicher. Dynamos neuer Torwart wird bei seinem Einstand für die Dresdner gegen Gera zwar selten geprüft, leistet sich aber zwei Fehler im Spielaufbau – einer führt zum Gegentor.
  • Sascha Lense, 42, kehrt nach drei Jahren zu Dynamo zurück. Der Sportpsychologe komplettiert ab sofort das Trainerteam von Uwe Neuhaus.
    Sascha Lense, 42, kehrt nach drei Jahren zu Dynamo zurück. Der Sportpsychologe komplettiert ab sofort das Trainerteam von Uwe Neuhaus.

Bislang kann der Trainer nicht meckern. Nach dem 8:0 am Freitagabend gegen Stahl Riesa hat Dynamo Dresden sein zweites Testspiel am Samstag bei Wismut Gera gewonnen. Auch beim 6:1 gegen den Oberligisten seien fast alle seine Vorgaben erfüllt worden, meint Uwe Neuhaus und stellt fest: „Für den derzeitigen Stand und nach einer harten, intensiven Trainingswoche bin ich zufrieden.“ Nur ein Zu-Null hätte es auch in Thüringen schon sein sollen.

Vor allem die ersten 45 Minuten zeigten, dass noch einige Arbeit auf das Trainerteam zukommt. „Da haben wir zu viel zugelassen“, räumt auch der 58-Jährige ein. Die Schwarz-Gelben gewährten dem Gastgeber von Beginn an viele Freiräume, was Wismut zu nutzen wusste – wenn auch unter Mithilfe von Dynamos Keeper Tim Boss. Dem Neuzugang von Viktoria Köln geriet ein Pass im Spielaufbau zu kurz, Gera fing den Ball ab und musste ihn nur noch im leeren Tor unterbringen. Nach dem schnellen Ausgleich durch Patrick Ebert passierte Boss dieses Malheur noch ein weiteres Mal, allerdings ohne ernsthafte Folgen.

Einen Grund für den schwierigen Start in seine Dynamo-Karriere sah der 24-Jährige im Platz, „der war relativ hoppelig und stumpf“. Doch als Ausrede wollte er ihn nicht gelten lassen: „Letztendlich muss man es anders lösen, wenn man sich in der zweiten Liga durchsetzen will.“ Dass er es kann, bewies Boss gegen Gera noch vor dem Halbzeitpfiff, als er mit zwei Fußreflexen den erneuten Rückstand verhinderte.

Mit Blick auf die Nachfolge von Marvin Schwäbe als Nummer 1 im Dresdner Tor dürften die nächsten Tage interessant werden. Zumindest für Neuhaus, der zwar in den Platzverhältnissen mildernde Umstände für Boss sah und feststellte: „Er musste die Entscheidung treffen, ob das Risiko zu hoch ist oder ob es noch geht – und hat sich falsch entschieden. Aber lieber hier als in der Meisterschaft.“ Eine Forderung richtet er dennoch an den 1,86-Mann: „Im Kopf muss er es jetzt in der richtigen Schublade ablegen.“ Helfen könnte dabei ab sofort auch Sascha Lense.

Der Ex-Dynamo-Profi ist seit einigen Jahren Sportpsychologe. In dieser Funktion hatte ihn Ralf Minge schon 2014 nach Dresden zurückgeholt, doch der damalige Trainer Stefan Böger hatte für den 42-Jährigen in der Trainingsgestaltung keine Verwendung. Nach drei Jahren bei RB Leipzig gibt Lense nun sein Comeback und soll eng mit Neuhaus zusammenarbeiten. Der Verein stellte ihn am Sonntag den Profis vor. „Wir haben sehr genaue Vorstellungen davon, wie alle Spieler in unserem Verein zukünftig davon profitieren können“, sagte Interims-Sportgeschäftsführer Kristian Walter.

Doch auch ohne Lense könnte es mit Patrick Möschl bereits einen Profiteur der ersten Testspiele geben. Der Österreicher war in der zurückliegenden Halbserie nicht mehr zum Einsatz gekommen und gehörte in den letzten acht Saisonspielen nicht mal mehr zum Kader. Doch gegen Riesa und Gera spielte er – wie Erich Berko – jeweils 45 Minuten als Außenverteidiger. Defensiv nur wenig gefordert initiierte Möschl über seine rechte Seite in beiden Spielen viele erfolgreiche Angriffe.

Neuhaus bezeichnete die Entscheidung, die beiden Offensivkräfte nach hinten zu ziehen, zwar als „Notmaßnahme“, weil der Ersatz für Niklas Kreuzer fehlt und Brian Hamalainens Konkurrent Philip Heise noch verletzt ausfällt. Dennoch sah der Coach positive Ansätze: „Es ist gar nicht so schlecht, einfach mal eine Position zu spielen, gegen die man normalerweise agiert und die Dinge aus dieser Sicht zu betrachten.“ Er könne sich bei Möschl sogar vorstellen, „dass es gar nicht so abwegig ist“, ihn künftig dort einzuplanen. Allerdings gingen die Überlegungen im Moment nicht unbedingt in diese Richtung.

Möschl selbst findet Gefallen an der ungewohnten Rolle. „Ich kann mich mit der Position gut anfreunden, auch wenn ich sie vorher noch nie gespielt habe“, sagt der 25-Jährige, der sich zudem darüber freute, dass er in beiden Spielen gut mit seinem dreieinhalb Jahre jüngeren Landsmann Sascha Horvath bereits harmonierte.

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein
    Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.