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Sonntag, 26.08.2018

Dynamo verliert – auch mit Fiel

1:3 gegen Heidenheim lautet der Endstand beim Einstand des Interimstrainers in einem hektischen Spiel – bei dem nicht Fiel, sondern der Schiedsrichter im Mittelpunkt steht.

Markus Schubert kann Heidenheims Elfmeter zum 0:1 nicht parieren.
Markus Schubert kann Heidenheims Elfmeter zum 0:1 nicht parieren.

© Robert Michael

Das Debüt von Cristian Fiel als Interimslösung auf der Trainerbank ging daneben. Dynamo Dresden verlor am Sonntagnachmittag gegen den 1. FC Heidenheim mit 1:3 (0:2). Zweimal Marc Schnatterer (32., 44.) sowie Nikola Dovodan (69.) trafen für die Gäste, keine 60 Sekunden vorm 1:3 sorgte der eingewechselte Erich Berko für den zwischenzeitlichen Dresdner Anschlusstreffer.

Bilder vom Spiel

Was sonst noch passierte - fünf Fragen und Antworten zu einem hochemotionalen Spiel.

Wie war Fiels Debüt als Interimscheftrainer?

Um die Sache auf den Punkt zu bringen: nicht erfolgreich. Dynamo zeigte sich zwar engagierter als zuletzt, war sichtlich bemüht und konnte sich einige Male ansehnlich bis zur Strafraumgrenze kombinieren. Der letzte Pass kam dann jedoch zu ungenau – oder fand in der Mitte gar keinen Abnehmer. Anders Heidenheim: Die Gäste hatten wenige Chancen, die aber waren deutlich gefährlicher. Die Gegentreffer vor der Pause fielen indes nach ruhenden Bällen, jeweils verwandelt von Schnatterer. Erst zirkelte er den Elfmeter an den linken Innenpfosten ins Tor, wenig später einen Freistoß aus zentraler Position. Wieder linker Innenpfosten, wieder drin.

Stichwort Freistöße. Die waren symptomatisch: Während Schnatterer zum 0:2 trifft, drischt Philip Heise den Ball in die Wolken – und macht dafür, nicht ganz unberechtigt, den Rasen verantwortlich. Das spät in der Sommerpause verlegte neue Grün ist offensichtlich in keinem guten Zustand. Auch nach der Pause waren die Gäste deutlich effektiver.

War der Elfmeter berechtigt?

Darüber ließe sich jetzt diskutieren, und den Videobeweis gibt es in der zweiten Liga nicht. Die Entscheidung von Schiedsrichter Frank Willenborg aber war berechtigt. Zwar schien es, als würde er ein Handspiel von Dario Dumic ahnden. Elfmeterwürdig war aber das ausgestreckte Bein von Jannis Nikolaou, mit dem er nicht den Ball, dafür Gegenspieler Sebastian Griesbeck traf. Die Dresdner beschwerten sich heftig, nur nützte das nichts. „Kann man geben“, gestand selbst der verletzte Dynamo-Verteidiger Sören Gonther in der Pause im TV-Mikrofon von Sky.

Das sagen die Trainer

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Frank Schmidt (Heidenheim): „Was Cristian taktisch vor hatte, wussten wir nicht. Was wir wussten: dass wir auf einen Gegner treffen, der alles aus sich rausholt. Und wir wollten nicht nur dabei sein, sondern mittendrin – von der ersten bis zur letzten Sekunde. Das ist uns gut gelungen, doch wir hatten natürlich auch die zwei Standards, die uns 2:0 in Führung gebracht haben. Und wir hatten Glück, dass der Ausgleich nicht gefallen ist. Konés Tor war, wie ich hörte, ja kein Abseits. In der zweiten Halbzeit hatten wir die große Chance zum 3:0. Stattdessen kriegen wir das 1:2. Gut für uns, dass wir gleich das 3:1 gemacht haben. Dresden hat danach alles versucht. Meine Spieler sind in den absoluten Grenzbereich gegangen und haben den Kampf angenommen. Das war unglaubliche Arbeit – mit dem Glück des Tüchtigen.“

Cristian Fiel (Dresden): „Ich sitze das erste Mal als Trainer hier und muss eine Pressekonferenz abhalten, die ein Spiel betrifft. Deshalb erst mal Glückwunsch an Heidenheim. Und Glückwunsch auch an dich, Frank (er meint den Gäste-Trainer, Anm. d.A.), wie gut du das gerade zusammengefasst hast. Da muss ich noch einiges lernen. Für mich war heute wichtig, dass meine Jungs rausgehen und für sich, das will ich betonen, für sich alles versuchen, das Spiel zu gewinnen. Und für mich haben sie das getan. Es gab ein paar Situationen, die nicht auf unserer Seite waren. Das muss man auch akzeptieren. Dann kommt eben dieses Ergebnis zustande. Nichtsdestotrotz schicke ich die Jungs heute mit einem guten Gefühl nach Hause, auch wenn ich weiß, dass im Fußball nur die Ergebnisse zählen. Doch ich habe ihnen zu der Leistung heute gratuliert.“

Gab es weitere umstrittene Entscheidungen?

Mindestens zwei – die jeweils zuungunsten von Dynamo ausfielen. Zunächst erzielte Moussa Koné wie beim 3:2-Heimsieg gegen Heidenheim in der Vorsaison ein Treffer mit der Hacke. Es wäre das 1:1 in der 38. Minute gewesen. Doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits – zu unrecht, wie die TV-Bilder anschließend bewiesen. Und dann war da noch der Freistoß, der zum 0:2 führte. Dass Aias Aosman den früheren Cottbuser Arne Feick gefoult haben soll, bestritten die Dresdner vehement. Stattdessen soll der Heidenheimer in den Rasen getreten haben. Unstrittig ist: Feick verletzte sich in der Szene und musste ausgewechselt werden.

Und nach der Pause?

Drohte die Partie phasenweise außer Kontrolle zu geraten, was nicht zuletzt auch mit dem Schiedsrichter zu tun hatte. Willenborg verpasste es, mit Verwarnungen und/oder Platzverweisen für Ruhe zu sorgen. So gab es permanent Zweikämpfe mit danach am Boden liegenden Spielern und einige Strafraumszenen, in denen die Dresdner Spieler einen Elfmeterpfiff forderten. Die Aufregung übertrug sich auf die Tribüne. Nach dem 1:3 flogen Bierbecher auf die Auswechselspieler der Heidenheimer, die sich vor dem K-Block erwärmten.

Das Spiel selbst wogte hin und her. Als Berko das 1:2 erzielte, keimte noch einmal Hoffnung – aber nur kurz. Direkt nach Wiederanpfiff machte Heidenheim alles klar, Dovodan traf per Flachschuss. Schubert rettete darüber hinaus zweimal gegen allein auf ihn zu stürmenden Gegnern, Baris Atik und Koné hatten auf der anderen Seite große Chancen. Nur Tore fielen nicht mehr.

Noch ein Detail am Rande: das riesige „Danke Uwe & Peter“-Transparent vorm K-Block – ein Gruß an die am Mittwoch entlassenen Uwe Neuhaus und Peter Nemeth.

Was hat sich durch und mit Fiel noch verändert?

In Sachen Aufstellung und Taktik erst mal nicht viel. Der Interimstrainer setzte ebenfalls auf die von seinem Vorgänger eingeführte Dreier-Abwehrreihe, die bei Angriffen des Gegners zur Fünferkette wird. Auch personell blieb die gleich besetzt. Dafür veränderte Fiel die offensive Ausrichtung – mit Atik, der sein Startelf-Debüt feierte. Auch Aosman war von Anfang dabei. Beide teilten sich die Spielmacheraufgaben. Zudem spielte Dynamo wieder mit zwei Angreifern, allerdings auch das etwas anders. Neben Koné rückte Haris Duljevic von der angestammten linken Außenbahn weiter nach vorn. Auf die Bank musste indes der unter Neuhaus zuletzt gesetzte Lucas Röser.

Fiel selbst wurde wie erwartet von den Fans gefeiert. Als er drei Minuten vor dem Anpfiff den Rasen betrat, brandete der Applaus auf verbunden mit „Fielo, Fielo“-Sprechchören. Der 38-Jährige winkte zurück. Während des Spiels tigerte er an der Seitenlinie entlang, dirigierte, gestikulierte. Die sogenannte Coaching Zone betrachtete Fiel dabei bestenfalls als Empfehlung und wurde deshalb mehrfach vom Vierten Offiziellen ermahnt werden.

Dresden: Schubert – Dumic, Nikolaou, Hamalainen – Wahlqvist (73. Kreuzer), Aosman (64. Berko), Ebert, Heise – Atik (79. Röser) – Koné, Duljevic.

Heidenheim: Kevin Müller - Busch, Mainka, Theuerkauf, Feick (43. Steurer) - Griesbeck, Andrich - Schnatterer (81. Skarke), Lankford - Dovedan, Glatzel (66. Schmidt)

Tore: 0:1 Schnatterer (32., Foulelfmeter), 0:2 Schnatterer (44.), 1:2 Berko (68.), 1:3 Dovedan (69.)

Zuschauer: 26 868


Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. mäxle

    ....und nun die herren vorstand, ihre neuzugänge haben ja wieder mal voll überzeugt, dann noch die schauspieler duljavic und kone, dann zwei großchancen nicht verwertet...wie bitteschön will dynamo in 3 jahren in die bundesliga aufsteigen, so ist ja das große ziehl von herrn minge veranschlagt worden, ich frag mich nur mit welchem kader die das schaffen wollen, nur noch lächerlich...einem fiel kann man keinen vorworf machen, er hatte ja grad mal 3 trainingseinheiten zeit...

  2. Andreas K.

    @mäxle: Dein gesamter Kommentar strotzt von Unkenntnis. Die Vereinshymne singst Du hoffentlich nicht mit, denn mit der kannst Du Dich nicht identifizieren.

  3. Glocke 22

    Einstellung stimmt, aber fehlende Qualität und Kader Zusammenstellung passt nicht! DFB / Schiri Katastrophe aber Dynamo schießt kaum einer aufs Tor und kann den Ball nicht stoppen! Wer schaut sich denn die Spieler vor der Neuverpflichtung mal an? Dynamo braucht 10 Chancen für 1 Tor und Heidenheim 5 Chancen für 3 Tore! Wir haben keon n schnattterer. Neuhaus hätte gleich gehen müssen! Neuer Trainer, andere Spieler und System! Es liegt nicht nur am Geld! Viel Mittelmaß auf der Bank die auch Geld kosten! Keinen Stürmer zu holen ist fahrlässig Herr Minge!? Röser reicht nicht! Aue hat 5 Stürmer! Berko viel beweglicher! Viel Glück bei der Trainersuche, aber er muss mit dem Kader zu recht kommen! Bin gespannt! Fielo gewinnt gegen HSV! ganz andere Ansprache und Siegeswille! ein Heise für 3 mio. nicht gehen zu lassen war auch Minges Entscheidung! Dafür hätten wir einen Stürmer der uns die Klasse hält bekommen. Auf Dynamo. Wir kämpfen gegen den Abstieg und werden es packen!

  4. Mal ne Anmerkung

    Ja nun kommen die "Fachleute" wieder aus den Löchern.Vorab ,wir sind nicht Barcelona wir sind Dynamo Dresden .Eines kann man der Truppe heute nicht absprechen ,Kampfgeist und Moral und das WOLLEN den Bock noch umzustoßen. FIELO an der Seitenlinie eine Augenweide ,der Mann lebt Fußball. Taktisch gut eingestellt aber die Tore müssen die Jungs nun mal selbst schießen. Es war ein "anderer Fußball" wie unter Uwe Neuhaus zu sehen ,es wurde schnell nach vor gespielt und das "klein-klein"(manche nennen es Ballbesitzspiel) unterlassen. Und auch der Schiedsrichter,ist keine Entschuldigung,hat einen großen Anteil am Sieg der Heidenheimer.Falsche ,sehr augenscheinliche Abseitsentscheidungen und "nicht gesehene "Handspiele , zu UNSEREM Nachteil sowie teils sehr unterschiedliche Bewertungen von Fouls beider Mannschaften! Fazit ,Fielo muss der Truppe nur die ganze Woche zeigen wo das Tor steht und dann klappt es auch mit einem DREIER gegen den HSV! Aufgehts am 01.09. -13.00 Uhr gegen den HSV !

  5. Tibor Ozsvald

    Liebe Dresdner, bitte nach dieser Niederlage gegen meinen Heimatverein FCH die Köpfe nicht hängen lassen. Vielleicht ist die Niederlage gerade der neue Anfang. Der FCH war 1999 noch in der Landesliga Württemberg ein kleiner Noname. Das Ziel war immer höherklassig zu spielen. Allerdings war der Weg oft sehr dornig und schwierig. Sprichwörtlich blieb der FCH jedoch "immer Ball". Heute sind wir seit Jahren in der 2. Bundesliga und das immer noch mit dem selben "Chef". Der heutige Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald war damals Abteilungsleiter der Fußballabteilung. Und noch ein Novum, die Hedenheimer spielen bald 20 Jahre mit ein und demselben Trikotsponsor. Außerdem ist unser Tranber Frank Schmidt schon über 10 Jahre Trainer dieser Erfolgsstory. Wie heißt das Zauberwort liebe Sachsen..."Kontinuität". Also Dranbleiben, liebe Dresdner, mit großer Leidenschaft kann man viel erreichen. Grüße aus Heidenheim Tibor Ozsvald

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