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Sonntag, 13.05.2018

Dynamo schafft den Klassenerhalt

Die Dresdner verlieren mit 0:1 gegen Union Berlin – und spielen trotzdem auch nächste Saison in der 2. Fußball-Bundesliga.

Die Mannschaft bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans.
Die Mannschaft bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans.

© Robert Michael

Es ist geschafft – nicht schön anzusehen, aber seit Sonntag, 17.22 Uhr amtlich. Dynamo Dresden spielt auch nächste Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Dafür genügte am letzten Spieltag sogar eine 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Union Berlin. Damit beendeten die Schwarz-Gelben eine nervenaufreibende, sportlich enttäuschende Saison, die zu oft einer Achterbahnfahrt glich, auf dem 14. Tabellenplatz.

Die Fragen zum letzten Heimspiel – und darüber hinaus.

Wie fiel das Tor des Tages?
Als sich zumindest Union mit dem Unentschieden angefreundet zu haben schien, verstärkte Dynamo die Offensivbemühungen – und wurde in der 82. Minute bestraft. Drei Stationen reichten Union für das entscheidende Tor. Über Marcel Hartel und Kristian Pedersen landete der Ball beim eingewechselten Philipp Hosiner, der die flache Eingabe problemlos verwertete.

Und was ist mit Dynamo, spielten die Gastgeber wie angekündigt auf Sieg?
Durchaus verheißungsvolle Strafraumszenen gab es ein paar wenige. Doch eigene technische Unzulänglichkeiten sowie insbesondere Unions gebürtiger Dresdner Toni Leistner machten die oftmals im Ansatz zunichte. Der Verteidiger spielte immer wieder seine körperliche Überlegenheit gegen den fast schon bedauernswerten Moussa Koné aus.

Dynamo verliert gegen Union

Wie fällt am Ende das Fazit des Spiels aus?

Die Nervosität war deutlich spürbar, besonders in der Anfangsphase. Obwohl rein rechnerisch fast alles klar war, ging es eben doch noch um etwas. Dynamo scheute jegliches Risiko, spielte eher auf Nummer sicher. Der eine Punkt genügte schließlich zum sicheren Klassenerhalt. Aber auch Union machte nicht mehr als nötig, war dabei jedoch lange die bessere, gefälligere Mannschaft. Chancen blieben auf beiden Seiten allerdings die Ausnahme. Die beste Möglichkeit besaßen noch die Dresdner in Person von Philip Heise, der nach sehenswertem Doppelpass in der 33. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel an der Querlatte des Berliner Tores scheiterte. Zuvor hatte Rico Benatelli in der 30. Minute nach Ablage von Peniel Mlapa und Koné plötzlich freie Schussbahn, zögerte aber zu lange. Nach der Pause bot sich das gleiche Bild, und mit zunehmender Spielzeit freundeten sich beide offenbar immer mehr mit dem doch nützlichen Ergebnis an – bis die Berliner noch trafen.

Geriet der Klassenerhalt während der 90 Minuten überhaupt in Gefahr?

Nein, was nichts mit Dynamo zu tun hat, sondern mit der Konkurrenz. Die direkten Duelle zwischen Darmstadt und Aue sowie Heidenheim und Fürth waren für Dresden von besonderem Interesse, dazu Braunschweigs Spiel in Kiel. Dort fielen schon in der ersten Halbzeit reichlich Tore. Nur konnte Braunschweig die Führung gleich zweimal nicht behaupten, lag nach 1:0 und 2:1 zur Pause mit 2:4 zurück und rutschte damit vom Relegationsplatz 16 auf den direkten Abstiegsrang 17. Auf den anderen zwei Plätzen blieb es lange torlos, sodass Fürth die Relegation hätte spielen müssen. Doch dann gingen die Franken in Heidenheim in Führung, was für Aue die Relegation bedeutete. Mit Darmstadts Treffer manifestierte sich dieser 16. Platz für den FC Erzgebirge. Braunschweig verlor übrigens am Ende sogar mit 2:6.

Wie lässt sich Dynamos überraschende Anfangsformation erklären?

Die Aufstellung war tatsächlich eine vollkommen unerwartete. Mit Mlapa, Manuel Konrad und Paul Seguin hatten vermutlich die allerwenigsten in diesem entscheidenden Spiel gerechnet, stattdessen saßen Pascal Testroet und Erich Berko auf der Bank – und Marco Hartmann fehlte sogar gänzlich. Der Kapitän war einer der angeschlagenen Wackelkandidaten, von denen Neuhaus im Vorfeld gesprochen hatte.

Das sagen die Trainer

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Uwe Neuhaus, Dynamo Dresden: „Ich muss ehrlich sagen, dass mir das Spiel scheißegal ist. Das große Ziel, das sich in den letzten Wochen und Monaten ergeben hat, haben wir erreicht. Deswegen freuen wir uns darüber. Was mich ärgert, ist die schlechte Heimbilanz vor 30000 Fans alle 14 Tage - dass wir sie nicht glücklicher, zufriedener machen konnten. Daran müssen wir definitiv für die nächste Saison arbeiten. Das ist die Aufgabe, die wir haben: Die Mannschaft so zusammenzustellen, dass es nicht wieder vorkommt, dass es hier wie ein Selbstbedienungsladen ist. Da stecken wir alle Energie rein.“

André Hofschneider, Union Berlin: „Wir haben manchmal in der Kabine gesessen und wussten nicht, warum wir verloren hatten. Heute sind wir ein glücklicher Sieger. Vielleicht kann man es mit dem Hinspiel übereinander legen, in dem wir vielleicht auch nicht zu Recht verloren haben. Für Dresden ging es um sehr viel, man hat gemerkt, dass Dynamo die Spielfreude nicht wie sonst ausgezeichnet hat. Zum Ende der ersten Halbzeit hatte Dresden ein, zwei Kontersituationen und den Lattenschuss, da hätten wir in Rückstand geraten können. In der zweiten Halbzeit hatten beide Mannschaft mit den Temperaturen zu tun, die sehr belastend waren, dazu den psychischen Stress. Deshalb war es klar, dass es ein Lucky Punch sein könnte, der zum Erfolg führt. Der ist uns heute gelungen durch ein sehr schön herausgespieltes Tor.“

Er reagierte auf den schmerzlichen Ausfall Hartmanns mit dem Doppelpack Konrad/Seguin. Und der etatmäßige Stürmer Mlapa spielte wie schon in der Vorwoche gegen Aue, als er den rotgefährdeten Berko ins Spiel kam, im rechten Mittelfeld. Dahinter steckten, so Neuhaus, taktische Überlegungen. Zum einen sei Mlapa kopfballstark, zum anderen bliebe die Option, je nach Bedarf mit Röser und Testroet zwei weitere Stürmer einzuwechseln.

Die Kopfballstärke war in der Tat ein ums andere Mal zu sehen, die taktische Option dagegen hinfällig – siehe Ergebnisse der Konkurrenz.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Sommerfahrplan – mit Variante A für den Klassenerhalt sowie B bei Relegation – steht natürlich längst fest, bekanntgeben wird ihn Dynamo am Montag.

Direkt nach dem Abpfiff wurden indes sechs Spieler offiziell verabschiedet. Bei Mittelfeldspieler Andreas Lambertz sowie Außenverteidiger Fabian Müller werden die auslaufenden Verträge nicht verlängert. Zudem endet die Ausleihe von Torwart Marvin Schwäbe (Hoffenheim), Defensivallrounder Paul Seguin (Wolfsburg) und Marcel Franke (Norwich). Auch Manuel Konrad erhielt einen Blumenstrauß – und Dynamo damit eine Absage vom defensiven Mittelfeldspieler, der den angebotenen neuen Drei-Jahres-Vertrag offenbar endgültig ablehnte.

Und auch Union Berlin verabschiedete einen Dresdner. Innenverteidiger Leistner, der 2014 von Dynamo kam, bestritt gegen seinen Ex-Verein das letzte Spiel für die Köpenicker. Zu welchem Verein er wechselt, ist bislang nicht bekannt.

Tainerstimmen:

Uwe Neuhaus, Dynamo Dresden: „Ich muss ehrlich sagen, dass mir das Spiel scheißegal ist. Das große Ziel, das sich in den letzten Wochen und Monaten ergeben hat, haben wir erreicht. Deswegen freuen wir uns darüber. Was mich ärgert, ist die schlechte Heimbilanz vor 30000 Fans alle 14 Tage - dass wir sie nicht glücklicher, zufriedener machen konnten. Daran müssen wir definitiv für die nächste Saison arbeiten. Das ist die Aufgabe, die wir haben: Die Mannschaft so zusammenzustellen, dass es nicht wieder vorkommt, dass es hier wie ein Selbstbedienungsladen ist. Da stecken wir alle Energie rein.“

André Hofschneider, Union Berlin: Wir haben manchmal in der Kabine gesessen und wussten nicht, warum wir verloren hatten. Heute sind wir ein glücklicher Sieger. Vielleicht kann man es mit dem Hinspiel übereinander legen, in dem wir vielleicht auch nicht zu Recht verloren haben. Für Dresden ging es um sehr viel, man hat gemerkt, dass Dynamo die Spielfreude nicht wie sonst ausgezeichnet hat. Zum Ende der ersten Halbzeit hatte Dresden ein, zwei Kontersituationen und den Lattenschuss, da hätten wir in Rückstand geraten können. In der zweiten Halbzeit hatten beide Mannschaft mit den Temperaturen zu tun, die sehr belastend waren, dazu den psychischen Stress. Deshalb war es klar, dass es ein Lucky Punch sein könnte, der zum Erfolg führt. Der ist uns heute gelungen durch ein sehr schön herausgespieltes Tor.“

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Mitglied

    Wie in meinem Letzten Post prophezeit: Wir steigen nicht ab. Nicht weil wir so gut waren, sondern die anderen noch schlechter. Heimspiel, ab 80 Minute.... und Dresden verliert. Die Gäste kommen sehr gerne zu uns. Jeder fährt mit drei Punkten zurück. Deshalb, jetzt den Neustart schnell in Angriff nehmen. Ohne Neuhaus. Er kann keine Impulse mehr setzen. Mit ihm wird es keine positive Entwicklung geben. Das ist menschlich schade, aber leider die Realität. Beiden Parteien hilft jetzt nur die Trennung.

  2. Fan

    Mitglied, wer kennt schon Deinen „letzten Post „ ? So interessant sind die nicht !

  3. RBLer

    Was für eine Schlagzeile "DYNAMO STEIGT NICHT AB" Da kann man stolz sein was dieses Jahr mit dem Traditionsverein geschafft wurde. Die Spielsaison 2017/2018 wird wieder in Erinnerung bleiben nicht nur in Aue........... Glückwunsch!!!!

  4. bernd

    Es war wie immer in dieser Saison ,Dynamo verliert sein Heimspiel gegen Union in den letzten Minuten .Das ist kein Zufall mehr , die Abwehr ist nicht Zweitliga tauglich und sollte für die kommende Saison verstärkt werden .Genauso der Angriff. Ein Mlapa viel zu langsam und behäbig , auch ein Berko wenn er spielt . Ob es mit Neuhaus weiter gehen soll , bleiben Zweifel . Es reicht in dieser 2. Liga nicht nur schön spielen zu wollen zu vermitteln . Die Mannschaft muß auch mal dreckig spielen können wenn es eine Partie erfordert . Spielerverstärkung kostet Geld aber wenn man sieht was der Verein für die Stadionmiete hinblättert , müßte die Stadt einlenken im Sinne der Fußballstadt Dresden und der Region . ES gibt ja den Slogan " Wir haben einen Traum " Jeder Fan weiß was damit gemeint ist . Natürlich freue ich mich das Dynamo die Klasse gehalten hat ,aber das war nur möglich weil andere für uns gespielt haben . Ein fader Beigeschmack.

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