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Freitag, 06.07.2018

Dynamik fürs Spiel

Von Sven Geisler

Kraft- und Stabilisationstraining gehört für Dennis Palka zur persönlichen Vorbereitung. Foto: André Schulze
Kraft- und Stabilisationstraining gehört für Dennis Palka zur persönlichen Vorbereitung. Foto: André Schulze

© André Schulze

Wenn es nach ihm geht, könnte die Saison sofort losgehen. Aber Dennis Palka muss sich noch gedulden, los geht’s in der Deutschen Eishockey-Liga 2 erst in zehn Wochen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Neuzugang der Dresdner Eislöwen derzeit auf der faulen Haut liegt und den Sommer genießt. Für ihn ist das ganze Jahr über Eiszeit, zurzeit trainiert er mit anderen Profis aus den beiden höchsten deutschen Ligen in Köln. Wenn sie sich ein-, zweimal in der Woche zum Spiel treffen, ist unter anderem Moritz Müller dabei, der bei Olympia zu den Silberjungs gehörte.

Deshalb sei es für ihn auch nicht schwierig, sich in der Spielpause zu motivieren. „Natürlich gibt es auch mal schlechtere Tage, aber das bekomme ich ganz gut hin“, meint der 26-Jährige. Er hat ein schwieriges Jahr hinter sich, obwohl es für seinen Verein, die Heilbronner Falken, sehr gut lief. In den Pre-Play-offs setzten sie sich gegen die Eislöwen durch, scheiterten erst im Viertelfinale am späteren Meister Bietigheim. Doch der Stürmer war mit seiner persönlichen Bilanz alles andere als zufrieden. Nur sechs Tore hat er erzielt, elf vorbereitet. Zu wenig für einen, der sich im Jahr davor sogar ins Blickfeld der ersten Liga gespielt hatte.

Für die Lausitzer Füchse hatte Palka 17-mal getroffen, bevor er aus Weißwasser nach Heilbronn gewechselt ist. Davon hatte er sich mehr versprochen. „Ich kam nicht richtig in Schwung, konnte nicht die Leistungen abrufen, die ich mir erhofft hatte“, sagt er – und dann kam auch noch Pech dazu: Wegen eines Syndesmosebandrisses im Knöchel musste er pausieren.

Trotzdem hadert er im Nachhinein nicht mit seiner Entscheidung. „Dazu stehe ich, das ist Fakt. Auch im Leben ärgert man sich manchmal, hätte man es lieber anders gemacht. Aber das bringt nichts, weil man es nicht ändern kann.“ Was er auf alle Fälle mitnimmt, ist die Erfahrung, damit umzugehen, wenn es nicht nach Wunsch läuft. Von klein auf ist Dennis begeistert vom schnellen Spiel mit der kleinen Scheibe. Obwohl er in der Handball-Hochburg Gummersbach geboren wurde, entscheidet er sich mit sechs Jahren fürs Eishockey. Vater Darius bringt den Jungen zu den „Bambinis“ ins 50 Kilometer entfernte Köln, Mutter Elisabeth unterstützt das aufwendige Hobby. Nach den Stationen Weißwasser, Bietigheim und Heilbronn hat er sich nun für Dresden entschieden. „Als der Verein mir ein Angebot vorgelegt hat, brauchte ich nicht lange zu überlegen“, sagt Palka. „Die Eislöwen schlagen einen etwas anderen Weg ein, setzen mehr auf jüngere Spieler. Ich will auf jeden Fall eine Führungsrolle einnehmen, den Jungs Tipps geben.“

Eislöwen-Trainer Jochen Molling setzt vor allem auf die Dynamik des Angreifers – und auf seine Treffer. Das erwartet Palka auch von sich selbst. „Ich möchte, was Tore und Vorlagen betrifft, wieder dorthin kommen, wo ich war.“ Beim Ziel für die Mannschaft zögert er ein wenig. „Es bringt nichts, auf Euphorie zu machen“, meint er. „Wir haben gute Spieler, müssen uns als Team aber erst finden. Ich hoffe, dass wir ab dem ersten Spieltag harmonieren.“ Eine konkrete Vorgabe verkneift er sich. „Wenn man zu viel Druck aufbaut, kann das schnell nach hinten losgehen.“ Mit dieser Einstellung ist er mit den Füchsen 2016/17 überraschend ins Viertelfinale gekommen.