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Mittwoch, 16.05.2018

Dulig besichtigt Hochleistungslaser

Laserpointer kennt jeder. Ganz andere Kaliber sind in der Forschung im Einsatz. Sachsens Wirtschaftsminister Dulig machte sich davon am Unesco-Tag des Lichts bei den Nachbarn in Tschechien einen Eindruck.

 Blick in das Eli Beamlines Laserforschungszentrum in der Nähe von Prag.
Blick in das Eli Beamlines Laserforschungszentrum in der Nähe von Prag.

© Screenshot SZ

Prag. Am internationalen Tag des Lichts hat der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ein Laserforschungszentrum in Tschechien besucht. Bei ELI Beamlines in der Nähe von Prag arbeiten mehr als 300 Mitarbeiter aus rund 25 Ländern an Hochleistungslasern. Ein Thema der Gespräche am Mittwoch war die Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf und anderen sächsischen Forschungseinrichtungen.

„Wenn wir in Zukunft zum Beispiel Krebstherapien besser gestalten können, dann ist ein ganz konkreter Nutzen für die Menschen da“, sagte Dulig zu Beginn seines zweitägigen Prag-Besuchs. „Dresden ist unser natürlicher Partner, weil es um die Ecke ist“, sagte Dr. Georg Korn, der Chief Scientist des ELI-Beamlines-Programms. Er sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit noch zu forcieren. Ziel müsse es sein, ein „Innovations-Cluster“ in der Region zu schaffen.

Laser dienen nicht nur der physikalischen Grundlagenforschung, sondern finden mittlerweile Anwendung in Medizin und Industrie. Mit ihrer Hilfe können Materialien bearbeitet, Röntgenstrahlen erzeugt und Teilchen beschleunigt werden. Laserstrahlen sind gebündeltes, energiereiches Licht einer bestimmten Wellenlänge.

Der von der UN-Kulturorganisation Unesco ausgerufene Tag des Lichts findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Er soll an die Entwicklung des Lasers durch den US-amerikanischen Physiker Theodore Maiman erinnern. Sein erfolgreiches Experiment mit einem Rubinlaser vom 16. Mai 1960 gilt als Geburtsstunde des Lasers.

Die heute in der Forschung eingesetzten Geräte sind um viele Größenordnungen leistungsfähiger. Der Bau des ELI-Beamlines-Zentrums mit im Vollausbau vier Hochleitungslasern kostete 278 Millionen Euro. Davon wurden 85 Prozent über die Strukturfonds der Europäischen Union eingebracht.

„Für uns aus Sachsen ist es spannend, nicht nur nach innen zu schauen, sondern tatsächlich den Blick zu erweitern“, sagte Dulig und fügte mit Blick auf Tschechien hinzu: „Nur muss man nicht immer ganz in die Ferne schweifen - wir sind Nachbarn.“

Im Rahmen seiner zweitägigen Prag-Reise wird Dulig unter anderem auch die Agentur für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo in Prag besuchen und sich über den Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr informieren. Auf dem Programm stehen zudem Gespräche mit Unternehmensvertretern der Region. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums ist Tschechien nach China der zweitwichtigste Handelspartner Sachsens. (dpa)