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Dienstag, 25.09.2018

Dresden erwärmt sich besonders schnell

Die Jahresmitteltemperaturen steigen stetig. Dieser Trend zeigt sich in der Landeshauptstadt besonders deutlich.

Von Christoph Springer

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Die Durchschnittstemperaturen in Dresden steigen seit Jahren immer weiter. Das belegen Zahlen der Stadt und eines Europäischen Wetterinstituts.
Die Durchschnittstemperaturen in Dresden steigen seit Jahren immer weiter. Das belegen Zahlen der Stadt und eines Europäischen Wetterinstituts.

© Sven Ellger

Braune Wiesen, wochenlang Ebbe in der Elbe, hohe Waldbrandgefahr und tropische Nächte, in denen kaum an Schlaf zu denken war: Der Sommer 2018 hat in Dresden gleich mehrere Rekorde gebrochen. Im Vergleich zum Klimareferenzwert, der sich aus den mittleren Temperaturen der Jahre 1961 bis 1990 errechnet, war er der wärmste und trockenste Sommer seit 1961.

Dass das mit einer allgemeinen Erderwärmung tun hat, bezweifeln Kritiker des Klimawandels. Neue Zahlen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) im westenglichen Reading belegen allerdings diese Einschätzung. Danach gehört Dresden zu den zehn deutschen Städten, in denen die Temperatur besonders stark gestiegen ist. Die sächsische Landeshauptstadt liegt auf Platz 7. Spitzenreiter sind die Ostseestädte Stralsund, Rostock und Greifswald. Deutsche Metropolen wie Berlin, Köln, München und Hamburg finden sich nicht unter diesen zehn Städten. Dafür neben Dresden auch Leipzig. Die Messestadt belegt den neunten Platz.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hat die Zahlen des EZMW veröffentlicht. Sie wurden aus Messergebnissen zusammengetragen, die aus den europäischen Mitgliedsstaaten und 13 weiteren Ländern stammen, die mit der Organisation in Reading zusammenarbeiten. Dabei handelte es sich nicht nur um die Aufzeichnungen von Wetterstationen. Auch weitere Quellen wie zum Beispiel Satelliten haben die Wissenschaftler angezapft. Beobachtungsgebiete waren dabei jeweils Quadrate mit 80 Kilometern Seitenlänge, in denen die betreffenden Städte liegen. Bei den zugrunde liegenden Temperaturen handelt es sich um die Durchschnittswerte aus dem 21. Jahrhundert und die aus dem 20. Jahrhundert. Der Hitzesommer 2018 spielte also noch keine Rolle. Dennoch zeigen die Zahlen einen stetigen Temperaturanstieg.

Das belegen auch die Sommerwerte für Dresden, wie die Stadtverwaltung bereits Mitte September mitteilte. „Innerhalb der letzten 30 Jahre lagen bis auf zwei Jahre die Sommertemperaturen stets über dem Vergleichswert der Klimareferenzperiode“, heißt es in einer Analyse aus dem Rathaus. Im Klartext: Sie waren überdurchschnittlich heiß.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 13 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. kedi-frank

    Ich habe heute früh am Auto Eis kratzen dürfen. Mein Wohnort zwischen Dresden und Leipzig! Temperatur heute früh 6 Uhr 30, am Fichtelberg Minus 1 Grad, in Dresden waren es 3°, in Seiffen Null ! Noch Fragen?

  2. F Teiche

    @1 Gegenfrage: Ihnen ist der Unterschied zwischen KLIMA und WETTER hoffentlich bekannt?

  3. 123

    @kedi-frank: heute früh in meinem Tiefkühler: -18 Grad, noch Fragen?

  4. Kanonikus

    Je mehr gebaut, je mehr versiegelt wird, desto mehr Wärme wird gespeichert. Ein Bau von Wohnungen in die Höhe halte ich für besser, als eine Verdichtung in der Ebene. Wohlgemerkt für den Teil der Stadt im Talkessel.

  5. smoky

    Liebe SZ: Bitte solcherart Artikel an das sächsische Wirtschaftsministerium weiterleiten. Siehe SZ von gestern: Sachsen meldet achtspurigen Ausbau der A4 beim Bund an. Aber halt: Die Verkehrszunahme auf dytschen Straßen ist ja ein Naturgesetz, wogegen der Klimawandel ja menschegemacht sein soll... @kedi-frank: Na, dann seien sie mal froh, dass, wenn Ihr Auto im Sommer konstruiert wurde, trotzdem jemand an die Heizung gedacht hat.

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