erweiterte Suche
Donnerstag, 18.03.2010 Kommentar

Dresden braucht ein Denkmal der Namen

Peter Ufer über die Ergebnisse der Historiker zum 13. Februar 1945.

Respekt. Die Historikerkommission hat zu den Opfern des 13.Februar 1945 empirisch geforscht. Gründlich, mit Primärquellen und ohne ideologische Zwänge. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist wissenschaftlich fundiert und deshalb zu akzeptieren.

Die Historiker bestätigen damit übrigens jene Opferzahl, die erstmals bereits 1946 vorgelegen hat. Aber damals wurde ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt, mit den Jahren wuchs der Zweifel. Deshalb waren sie frei für Interpretationen rechter und linker Demagogen. Die jetzt bestätigten Zahlen sind eine sichere Basis, um genau jene Interpretationen nicht mehr zuzulassen.

Aber es sind nur Zahlen, rationale Geschichtsaufarbeitung. Jeder Tote ist ein einzelnes Schicksal. Die eigene Trauer, die Erinnerungen bleiben. Zum Glück. Sie sind niemandem zu nehmen, sie sollen auch keinem genommen werden. Warum auch.

Deshalb ist es eine gute Idee, den Opfern ihre Namen zu geben. Sie zu veröffentlichen wird helfen, die Schicksale von vielen Menschen noch besser zu verstehen. Neben der Präsentation im Internet oder in einer Broschüre sollte sich das Rathaus entschließen, ein Denkmal der Namen zu bauen. Dresdner werden bereit sein, dafür zu spenden.

Es wird helfen, die Menschen in Erinnerung zu halten. Denn nicht mehr lange und die Zeitzeugen werden leider ausgestorben sein. Sie sind es, die ihre Erlebnisse erzählen, ihre Geschichten, ihre Hoffnungen. Diese sind genauso wichtig wie das Ergebnis der Historikerkommission.