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Montag, 11.06.2018

Drei Torjäger in einem Team

Von Jens Jahn

Robert Roch (links), Felix Rudeck (Mitte) und William Schult von der SG Weißig führen die Torschützenliste in der Fußball-Stadtliga an. Foto: Ronald Bonß
Robert Roch (links), Felix Rudeck (Mitte) und William Schult von der SG Weißig führen die Torschützenliste in der Fußball-Stadtliga an. Foto: Ronald Bonß

© ronaldbonss.com

Die Szenerie am vorletzten Spieltag der Fußball-Stadtliga A bei der Partie der SG Weißig gegen Wacker Leuben hatte saisonale Aussagekraft. William Schult passt zu Robert Roch, dessen Schuss kann der gegnerische Torwart abwehren – doch Felix Rudeck staubt erfolgreich ab.

Nicht das erste Mal, dass das Dreiergespann aus Weißig gemeinsam zum Torerfolg kam. Dieses Mal war Rudeck der Nutznießer, aber Schult und Roch stehen ihrem Vereinskameraden bei weitem nicht nach. Im Gegenteil, Schult führt die Schützenliste dieser neunten Liga mit 39 Toren sogar souverän an. Roch mit 27 Toren und Rudeck (25) folgen dem noch 18-Jährigen. Eric Imhof aus Trachenberge folgt mit dem respektvollen Abstand von zehn Treffern auf Rudeck als Vierter dieser Wertung.

Drei Spieler aus einem Verein an der Spitze einer Torjägerliste ist außergewöhnlich. 93 der 122 Saisonpunktspieltore der SG Weißig gehen auf das Konto der drei torhungrigen Spieler. Damit war das Trio auch der Unterpfand für den Staffelsieg in der Stadtliga A. „Klar, im Ranking um den besten Torschützen sind wir Konkurrenten. Aber auf dem Platz stehen wir alle drei für Weißig. Da wollen wir gewinnen, egal wer nun die Tore macht“, erklärt Rudeck und fügt hinzu: „Wir legen füreinander auf, geben ab, wenn einer besser positioniert steht. Am Ende zählt das Team.“ Trainer Thomas Klippel weiß, dass es zu Beginn der Saison nicht ganz reibungslos lief: „Es sind drei junge, ehrliche Spieler. Sie wollen erfolgreich sein. Natürlich ging das nicht sofort ohne Probleme ab. Aber im Laufe der Saison haben die Jungs zueinandergefunden. Haben sich, wie die gesamte Mannschaft, richtig gut entwickelt.“

Roch ist mit 21 Jahren der Älteste des Dreiergespanns. Der Steuerfachangestellte ist ein Weißiger Urgestein. Ein Jahr jünger ist Rudeck. Der gebürtige Schmiedeberger absolvierte die B- und A-Jugend bei Dynamo Dresden, spielte dann in der A-Jugend des FCO Neugersdorf. Auch Schult, der dritte Torjäger im Bunde, spielte in der B-Jugend bei Dynamo, später bei der SG Schönfeld. Er ist mit 18 Jahren quasi das Nesthäkchen im Team, mit 39 Toren aber der Erfolgreichste. Er sieht die Vorteile im Spiel mit drei Top-Stürmern: „Du bist halt für den Gegner schwer ausrechenbar. Unser Trainer wechselt oft die Positionen. Zwar kommt Robert mehr von rechts außen, Felix und ich sind eher zentral angesiedelt, aber das variiert ständig. Und jeder von uns bekommt halt seine Torchance, die er natürlich nutzen will. Man ärgert sich dann eher über sich selbst, wenn man etwas vermasselt hat, als darüber, dass der Mitspieler besser war und getroffen hat.“

Insgesamt hat das komplette Team eine riesige Entwicklung genommen. Bei nahezu optimalen Bedingungen an der Heinrich-Lange-Straße hat Klippel eine Truppe geformt, die vorzeitig den erstmaligen Aufstieg in die höchste Dresdner Liga perfekt machen konnte. „In der Hinrunde gab es zwei Niederlagen. Die waren wichtig für den Lernprozess. Zu Hause sind wir ungeschlagen geblieben. Das gesamte Team hat sich prächtig entwickelt“, erklärt der 47-jährige Trainerfuchs, der einst Post Dresden in die Landesklasse führte. Angst vor der Herausforderung Stadtoberliga haben Klippel und seine Mannen keine: „Wir sind trotz der Erfolge bodenständig, wir werden nicht abheben. Aber ich bin mir sicher, dass wir eine ordentliche Rolle im nächsten Spieljahr leisten können.“ Und Roch legt noch nach: „Die Gegner werden unsere Torgefährlichkeit zu spüren bekommen. Egal, wer nun von uns dreien dabei den finalen Schuss setzt.“