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Mittwoch, 16.05.2018

Dorfrundgang mit Königin

Die Landesjury des Dorfwettbewerbs beurteilte Oberbärenburg. Wie der Ort sie beeindruckt hat.

Von Franz Herz

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Vivien Ripplinger, die zehn Jahre lang als Schneekönigin Oberbärenburg repräsentiert hat, erläutert hier Markus Thieme, dem Organisator des Dorfwettbewerbs auf Landesebene, die Aussicht vom Turm in Oberbärenburg.
Vivien Ripplinger, die zehn Jahre lang als Schneekönigin Oberbärenburg repräsentiert hat, erläutert hier Markus Thieme, dem Organisator des Dorfwettbewerbs auf Landesebene, die Aussicht vom Turm in Oberbärenburg.

© Egbert Kamprath

  • Vivien Ripplinger, die zehn Jahre lang als Schneekönigin Oberbärenburg repräsentiert hat, erläutert hier Markus Thieme, dem Organisator des Dorfwettbewerbs auf Landesebene, die Aussicht vom Turm in Oberbärenburg.
    Vivien Ripplinger, die zehn Jahre lang als Schneekönigin Oberbärenburg repräsentiert hat, erläutert hier Markus Thieme, dem Organisator des Dorfwettbewerbs auf Landesebene, die Aussicht vom Turm in Oberbärenburg.
  • Zehn Jurymitglieder, weitere Interessierte und Vertreter der Stadt Altenberg sowie des Ortsteils waren am Dienstag beim Dorfrundgang in Oberbärenburg dabei.
    Zehn Jurymitglieder, weitere Interessierte und Vertreter der Stadt Altenberg sowie des Ortsteils waren am Dienstag beim Dorfrundgang in Oberbärenburg dabei.
  • Thomas Naumann ist in der Jury für das Thema Barrierefreiheit zuständig.
    Thomas Naumann ist in der Jury für das Thema Barrierefreiheit zuständig.
  • Gunar Bretschneider, Vorsitzender des SC Oberbärenburg, erklärt einen Bob.
    Gunar Bretschneider, Vorsitzender des SC Oberbärenburg, erklärt einen Bob.

Oberbärenburg. Es ist bestimmt keine einfache Aufgabe, 13 verschiedene Dörfer aus ganz Sachsen zu vergleichen, einem Heidedorf aus Nordsachsen ebenso gerecht zu werden wie einem Erholungsort im Osterzgebirge. Genau dass muss die Jury des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ schaffen, die am Dienstag in dem Erholungsort unterwegs war, im Altenberger Ortsteil Oberbärenburg. Der hatte im vergangenen Herbst den Kreisausscheid gewonnen und ist auf die Landesebene aufgerückt. Hier läuft derzeit die Bewertung.

Zehn Jurymitglieder hatten Themen zu bewerten wie die Entwicklungskonzepte und wirtschaftlichen Initiativen, das soziale Engagement und kulturelle Aktivitäten, die Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie die Grüngestaltung und die Einbettung des Dorfs in die Landschaft. Die Oberbärenburger konnten in jeder dieser Kategorien punkten. Allerdings bleibt noch offen, wie der Ort abschneidet. Die Jury-Mitglieder machten sich Notizen, durften über ihre Urteile aber noch nicht sprechen.

Dennoch waren die Jury-Mitglieder an verschiedenen Stellen sichtlich beeindruckt, beispielsweise auf dem Friedhof des Orts. Dort sind noch Gräber erhalten von Soldaten, die 1945 dort im Lazarett gestorben sind oder noch nach dem 8. Mai 1945 von einem fanatischen Offizier erschossen wurden. Die schlichten Holzkreuze, wie sie damals üblich waren, werden regelmäßig erneuert. „Beklemmend authentisch“, kommentierte dies Markus Thieme. Er arbeitet im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und organisiert den Dorfwettbewerb.

Oberbärenburg hat sich das Motto gegeben „Oberbärenburg – ganz in Ruhe“. Das wurde auch bei dem Dorfrundgang der Jury deutlich. Ruhe bedeutet in Oberbärenburg aber alles andere als Stillstand. Die rund 250 Einwohner pflegen ein Vereinsleben, das manch größerem Ort gut zu Gesichte stünde. Der SC Oberbärenburg ist Heimat von Weltmeistern und Olympiasiegern. Die Feuerwehr kümmert sich um die Sicherheit und bereichert den Veranstaltungskalender. Auch besitzt die Wehr inzwischen das erste Haus am Ort. Vor Kurzem wurde das neue Feuerwehrgebäude eingeweiht, für dessen Einrichtung die Oberbärenburger im Ort 5 000 Euro gesammelt haben.

Der Freundeskreis Oberbärenburg organisiert regelmäßig Feste und Veranstaltungen für die Einwohner und Gäste. Der Verein schlägt auch eine Brücke zwischen alteingesessenen Einwohnern, anderen, die in den vergangenen Jahren zugezogen sind und Freunden, die der Ort auch in entfernten Städten hat. Seine Vorsitzende Manjana Eberth-Fromm schildert ein Beispiel dafür. Eine Familie aus München, die das Haus Ahornallee besitzt, kümmert sich um den Auftritt des Ortes in den sozialen Medien. So haben sie den Aussichtsturm von Oberbärenburg auf Google registriert, und er hat seit Anfang des Jahres 54 Rezensionen bekommen. „Manches Hotel ist zufrieden, wenn es eine im Monat bekommt“, sagt Eberth-Fromm.

Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) gab Ausblicke, was die Zukunft in dem Ort noch bringen kann. So ist neben der Touristeninformation der Einbau einer Behindertentoilette mit Geldern aus dem Leader-Programm geplant. Kirsten hat aber auch Ideen, wie den Bau einer Seilbahn von Kipsdorf hoch zur Tellkoppe. Damit könnten Besucher den größten Höhenunterschied einfach überwinden und könnten dann auf dem Hochplateau, auf dem auch Oberbärenburg liegt, wandern und die Ruhe genießen.

Ruhe finden die Jury-Mitglieder diese Woche noch nicht so schnell. Ihre Bewertungstour führt sie weiter – am Mittwoch nach Hormersdorf im Erzgebirgs- und nach Waldkirchen im Vogtlandkreis.