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Donnerstag, 27.07.2017

Doppeljodler auf der Felsenbühne

Bei „Sandstein und Musik“ vereinen 200 Bergsteiger ihre Stimmen – mitten im Fels.

Von Peter Salzmann

Der Bergsteigerchor Kurt Schlosser Dresden auf der Felsenbühne Rathen. Das Ensemble besteht seit 90 Jahren. Am 6. August ist es beim großen Konzert dabei.
Der Bergsteigerchor Kurt Schlosser Dresden auf der Felsenbühne Rathen. Das Ensemble besteht seit 90 Jahren. Am 6. August ist es beim großen Konzert dabei.

© PR

Kurort Rathen. Es wird eindrucksvoll. Bereits zum 4. Mal in der sächsischen Bergsteigergeschichte präsentieren sie sich am 6. August gemeinsam einem großen Publikum: die „Bergfinken“ Dresden, der Bergsteigerchor Sebnitz, der Männerchor „Sächsische Schweiz“ und der Sächsische Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“ Dresden. Anlass dafür ist das 25. Festival „Sandstein und Musik“, das 200 sächsische Bergsteiger auf der Felsenbühne Rathen vereint.

Kein Musikwissenschaftler, kein Rezensent hat es bisher vermocht, den Liedern der Berge ihren gebührenden Platz zuzuweisen. Kein Lexikon gibt Auskunft, in keinem Nachschlagewerk sind die Melodien der Gebirgswelt, Sitten und Bräuche der Alpinisten und Felskletterer erklärt. Doch die populäre Musik spricht für sich. Das Publikum hat längst sein Urteil gefällt, füllt Konzertsäle und Freilichtbühnen, sitzt in der freien Natur, wenn die Chöre aus Dresden, Sebnitz und Papstdorf auftreten. Der lebendige Klang, der urwüchsige, sensible und herzliche Sound garantieren Faszination. Das Besondere: Text, Melodie und Arrangement sind den Sängern auf den Leib geschrieben, denn nicht selten entstehen die Lieder in den eigenen Reihen.

Der Sächsische Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“ Dresden – Künstlerischer Leiter Axel Langmann und Dirigent Kapellmeister Christian Garbosnik – feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag, er entstand in der Naturfreundebewegung. Er präsentiert sich mit „Auf den Weg“ mit kräftigem Männergesang und einem Doppeljodler. Der Männerchor „Sächsische Schweiz“ – er feiert sein 40-jähriges Jubiläum und wird von Uli Schlögel künstlerisch geleitet – fordert: „Lasst uns wandern in die weite Welt“. Die Dresdner „Bergfinken“ – gegründet 1920 – werden von Uli Schlögel und Max Röber dirigiert – haben ihre Wurzeln im Sächsischen Bergsteigerbund und besingen „Herrliche Berge“. Der Bergsteigerchor Sebnitz – 1928 im „Verband freier bergsportlicher Vereine“ ins Leben gerufen – ist unter anderem mit dem Lied „Der Seilgefährte“ zu hören. Künstlerischer Leiter ist Markus Hentschel. Nahezu 15 Titel singen die vier Chöre gemeinsam und präsentieren die Perlen ihres Repertoires. Darunter Carl Maria von Webers Jägerchor aus der Oper „Der Freischütz“ und „Von dem Berge, zu den Hügeln“ nach einem Goethe-Text. Das 120-Minuten-Programm wird mit Alphornbläsern bereichert. Die „Lausitzer Hangfichten“ – im Seenland zu Hause – musizieren seit 2011 gemeinsam und frönen dem alpenländlichen Stil. Die originellen Blasinstrumente sind im Umkreis von 15 Kilometern zu hören.

Die Gesamtleitung des Konzerts hat Axel Langmann, der seit 2003 den Sächsischen Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“ leitet. Er lobt die „kameradschaftliche Zusammenarbeit“ mit seinen Dirigentenkollegen Christian Garbosnik, Ulrich Schlögel, Max Röber und Markus Hentschel. Langmann verrät: Das legendäre „La Montanara“ wird das Programm beschließen. Die Moderation hat Ulrich Voigt übernommen.

Sonntag, 6. August, 15 Uhr, Felsenbühne Rathen, „Sächsische Bergsteiger singen“. Restkarten gibt es an der Kasse der Felsenbühne.