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Montag, 13.08.2018

Dohnaer werden immer internationaler

Schiekel Präzisionssysteme brechen einen Rekord nach dem anderen. Erst mit Spaniern und Osteuropäern, nun mit Asiaten.

Von Heike Sabel

Ein Mann, fünf Achsen: Steffen Maiwald bedient das neue japanische fünfachsige Bearbeitungszentrum.
Ein Mann, fünf Achsen: Steffen Maiwald bedient das neue japanische fünfachsige Bearbeitungszentrum.

© PR

Dohna. So einen Mitarbeiter wünscht sich jeder Chef. Einer, der sich nicht einfach nur dreht, sondern das gleich fünffach. Einen solchen haben jetzt die Dohnaer Schiekel Präzisionssysteme. Seine Name: MU-400VA. Die Ziffern und Buchstaben stehen für ein fünfachsiges Bearbeitungszentrum des japanischen Herstellers Okuma. MU-400VA kann alles: Komplizierte Sonderflansche, Spezialfittings, Armaturen und Hochdruckeile aufs Tausendstel genau fräsen und drehen.

Dafür drehen sich die Werkzeuge auf fünf Achsen um das zu fertigende Teil. Aufträge hat der Japaner bei Schiekel genug. „Mit der neuen Anlage können wir nicht nur unser Teilespektrum erweitern, wir sparen auch Arbeitsgänge, fertigen also schneller, effektiver und damit preiswerter“, sagt Geschäftsführer Peter Schiekel.

Mit seinen erstklassigen Mitarbeitern, die Maschinen wie das japanische Bearbeitungszentrum bedienen können, schafft Schiekel neue Rekorde im Halbjahres-Rhythmus. In den ersten sieben Monaten 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 7,9 Millionen Euro. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 10,8 Prozent. Damit steuert Schiekel auf einen neuen Rekord zu.

Erst das vergangene Jahr war mit einem Umsatz von 12,5 Millionen Euro das mit Abstand beste Ergebnis in der inzwischen 26-jährigen Firmengeschichte gewesen. Schiekel führt das Wachstum insbesondere auf 21 neue Kunden zurück, die 2017 und 2018 gewonnen wurden. „Die Weichen stehen damit auch weiter auf Wachstum“, sagt Schiekel. Damit das erreicht wird, wird weiter investiert. Bisher wurden dieses Jahr Technik und Ausrüstung für 700 000 Euro gekauft. Bis Jahresende sind weitere 450 000 Euro für Robotertechnik, eine Ultraschall-Reinigung sowie die Digitalisierung vorgesehen.

Parallel zum Maschinenpark wächst auch die Belegschaft. Zum Lehrjahresbeginn am 13. August beginnen bei Schiekel vier Azubis ihre Lehre zum Zerspanungsmechaniker. Zu ihnen gehören erstmals auch drei Vietnamesen, die mit Unterstützung des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft in ihrem Heimatland gefunden und auf ihre künftige Tätigkeit in Deutschland vorbereitet wurden. „So sprechen sie bereits Deutsch und wollen auch nach Ende ihrer 3,5-jährigen Lehrzeit bei uns im Unternehmen bleiben“, sagt SPS-Personalleiterin Jana Merzdorf.

Die Spanier, die Schiekel vor einigen Jahren geholt hatte, lernten erst hier Deutsch. Inzwischen sind von den einst zehn Südländern nur noch drei da. Die meisten zog das Heimweh zurück, auch familiäre Gründe spielten eine Rolle. Dafür arbeiten auch viele Tschechen und Slowaken und weitere Osteuropäer zum Teil schon viele Jahre in Dohna. Insgesamt beschäftigt das Dohnaer Unternehmen nunmehr 140 Leute.