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Freitag, 12.01.2018

Doch neues Wolfsrudel bei Stolpen?

Mehrmals tappten die Räuber in eine Fotofalle. Wolfs-Experten haben ihre Erkenntnisse jetzt ausgewertet.

Von Anja Weber

Immer wieder durchstreifen Wölfe auch die Wälder zwischen Stolpen, Hohnstein und Stürza. Anders als in der Lausitz halten sich hier aber Übergriffe auf Schafe oder andere Nutztiere offenbar in Grenzen.
Immer wieder durchstreifen Wölfe auch die Wälder zwischen Stolpen, Hohnstein und Stürza. Anders als in der Lausitz halten sich hier aber Übergriffe auf Schafe oder andere Nutztiere offenbar in Grenzen.

© dpa

Stolpen/Stürza. Die Fotofalle der beiden Stolpener Matthias und Gudrun Stark könnte ausschlaggebend für einen möglichen neuen Wolfsnachweis sein. Experten des Kontaktbüros Wölfe in Sachsen in Rietschen haben in den letzten Wochen umfangreiche Untersuchungen angestellt. Dazu gehörte unter anderem auch die Auswertung des Bildmaterials der Wildkamera, die in einem Waldstück zwischen Stolpen und Stürza angebracht ist. Darauf waren an zwei Tagen einmal zwei Wölfe und einmal ein Wolf zu sehen. Die Wolfsexperten haben jetzt ihren Informationsbericht für ganz Sachsen vorgelegt. Und dieser gibt unter anderem Aufschluss über alte und neue Wolfsvorkommen.

Den Wölfen bei Stolpen wird darin ein ganzer Abschnitt gewidmet. Denn außerhalb der inzwischen bekannten Wolfsterritorien wie dem Hohwald schienen sich weitere zu entwickeln. Im Hohwalder Gebiet wurden übrigens im Sommer 2017 Welpen nachgewiesen, sodass man nun auch in diesem Territorium wieder davon ausgeht, dass hier ein Wolfspaar lebt. Bislang wurde angenommen, dass es vielleicht nur noch ein einzelner Wolf sein könnte, der sich hin und wieder auch nach Tschechien absetzt. Die Experten gehen in ihrem Bericht zudem davon aus, dass es sich zum Beispiel bei dem Einzelnachweis eines Wolfes in Rosenthal-Bielatal um ein Exemplar handelte, das im Juni letzten Jahres das Gebiet lediglich durchstreifte.

Anders ist es bei den Tieren, die am 30. Oktober sowie am 4. Dezember in der Fotofalle von Familie Stark registriert wurden. Dazu kommt der männliche Wolf, der am 7. November bei einem Unfall am Abzweig Helmsdorf überfahren wurde. „Das könnte auf ein neues Vorkommen im Raum Stolpen/Hohnstein hinweisen“, heißt es in der Studie des Kontaktbüros. Bislang ist man davon ausgegangen, dass es sich dabei um Wölfe aus einem Rudel in der Massenei handeln könnte oder gar um das Hohwald-Rudel. Sollte sich tatsächlich ein neues Rudel im Raum Stolpen/Stürza/ Hohnstein angesiedelt haben, würde das wohl auch die Hinweise von Einwohnern aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach stärken. Dort sollen ebenfalls Wölfe gesehen worden sein. Darüber hinaus gab es auch Beobachtungen aus Zeschnig und Hohburkersdorf. Diese stützten sich allerdings auf Aussagen von Einwohnern. Weitere Fotofallen gab es in diesem Gebiet offensichtlich nicht.

Die Wölfe bei Stolpen verhalten sich offenbar ruhig. Bislang gab es noch keine offiziellen Meldungen darüber, dass in diesem Territorium Schafe gerissen wurden. Anders dagegen im etwas weiter entfernten Ehrenberg bei Hohnstein. Hier wurden im Frühjahr mehrmals Mufflons über eine Weide getrieben, anschließend gerissen und zum Teil gefressen. Außerdem gab es einen nachgewiesenen Wolfsübergiff im Hohnsteiner Ortsteil Waitzdorf. Hier wurden in Häusernähe Schafe von Wölfen gerissen. In beiden Fällen bleibt offen, woher die Wölfe stammen. Die Tiere können größere Gebiete durchstreifen und problemlos 40 bis 50 Kilometer zurücklegen. Da es auch in diesen Bereichen keine bekannten Fotofallen gibt, können diese Vorfälle derzeit nicht geklärt werden. Die Experten sind bei ihren Forschungen auf weitere Hinweise angewiesen.

Wolfssichtungen und sonstige Hinweise auf Wölfe können an das Landratsamt oder das Lupus-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung gemeldet werden. Auch das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen nimmt Hinweise entgegen und steht darüber hinaus für jegliche Fragen zum Thema Wolf zur Verfügung.

Kontakt und Informationen: Lupus-Institut, Telefon 035727 57762, E-Mail: [email protected] oder

Kontaktbüro Wölfe in Sachsen, Telefon 035772 46762,

E-Mail: [email protected]