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Samstag, 14.07.2018

Diskussion über Wasserqualität im Naturbad

Ein SZ-Leser kritisiert den Zustand des Goltzschabaches, der das Bad speist. Rathaus und Landratsamt halten dagegen.

Von Antje Steglich

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Der Goltzschabach ist an einigen Stellen sehr schmal und zugewachsen.
Der Goltzschabach ist an einigen Stellen sehr schmal und zugewachsen.

© privat

  • Der Goltzschabach ist an einigen Stellen sehr schmal und zugewachsen.
    Der Goltzschabach ist an einigen Stellen sehr schmal und zugewachsen.

Goltzscha. Von frischem Wasser kann im Naturbad Goltzscha keine Rede sein, moniert SZ-Leser Mario Hornemann. Zwar hatte die Gemeinde Nünchritz als Betreiber kurz vor den Sommerferien mit dem Tausch des Wassers begonnen, um eine zu hohe Algenbelastung zu verhindern und den Gästen ein ungetrübtes Badevergnügen zu gewährleisten. Doch auch das neue Wasser kommt aus dem Goltzschabach. Und der wurde seit Jahrzehnten nicht mehr gewartet, sagt Mario Hornemann. Diese Behauptung ist für Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) allerdings nicht nachvollziehbar.

Erst 2016 habe ein Meißner Unternehmen im Auftrag des Rathauses die Umgehung des Goltzschabach im Bereich des Obermühlenteiches geräumt. Ähnliche Arbeiten fanden zudem 2010 zwischen der Straße Am Bad und dem Umleitungsgraben statt, so Barthold. Hinter dem Obermühlenteich befindet sich allerdings die Gemarkungsgrenze zu Medessen, die Zuständigkeit für den Goltzschabach liegt dort bei der Gemeinde Priestewitz. In diesem Bereich werde zwar auch Landwirtschaft betrieben, in der Ortslage Goltzscha könne aber kein Dünger oder dergleichen eingebracht werden – dort gibt es nur Wald, Wiesen, Streuobstwiesen und Kleingärten, erklärt Gerd Barthold.

Wie schon der Dammmühlenteich wird auch das Naturbad, das 1968 eröffnet wurde, durch den Maisbach gespeist – der auch Goltzschabach genannt wird. Er entspringt zwischen Medessen und Strießen. Bevor das Wasser in das Naturbad fließt, durchströmt es ein Absatz- und Klärbecken, gefüllt mit Lavasteinen, so der Bürgermeister. „Auf jegliche Zusätze von Chemikalien zur Beeinflussung der Wasserqualität wird bewusst verzichtet. Die meisten unserer Badegäste wissen dies sehr zu schätzen.“ Die Wasserpflanzen würden deshalb mechanisch kurz gehalten, und die beginnende Algenentwicklung sei durch den Wassertausch unterbrochen wurden. Die Prüfberichte bescheinigen regelmäßig eine gute Qualität des Wassers, sagt Gerd Barthold. – Das Landratsamt bestätigt diese Einschätzung. Laut aktuellen Kontrollen liegen sowohl Sichttiefe als auch pH-Wert im Bad im Normbereich.