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Freitag, 22.06.2018

Digitalisierung feuert das gute alte Messe-Geschäft an

Leipzig. Der Trend zur Digitalisierung in der Wirtschaft scheint dem klassischen Messegeschäft keinen Abbruch zu tun. Im Gegenteil: Die Leipziger Messe hat das vergangene Jahr mit einem deutlichen Umsatzplus abgeschlossen: 87 Millionen Euro bedeuten das drittbeste Ergebnis in der Geschichte des Konzerns, sagte gestern Messe-Chef Martin Buhl-Wagner. Der Umsatz lag rund sieben Millionen Euro über dem Vergleichsjahr 2015, das herangezogen wird, weil viele Messen und Kongresse nur alle zwei Jahre stattfinden. 274 Veranstaltungen hat die Messe ausgerichtet, davon 29 Messen, 178 Kongresse, 64 Gast-Events und drei Auslands-Messen. 15 500 Aussteller und 1,2 Millionen Besucher kamen – fast ein Viertel allein zur Buchmesse.

„Die Veranstaltungsbranche wächst“, betonte Messe-Geschäftsführer Markus Geisenberger. Dieser Trend werde durch die Digitalisierung sogar noch befördert, weil sich die Online-Gruppen auch real treffen wollen. Auch IT und Digital Business würden deutlich zunehmen – und die Messe biete die Plattformen für den Austausch. Bestes Beispiel: Die „Dreamhack“ ist mittlerweile Deutschlands größte Party für Tausende Computer-Spieler. Mit ein paar großen Messen ist es aber nicht mehr getan. „Das Geschäft wird kleinteiliger, differenzierter und intensiver“, sagt Buhl-Wagner. Die Messe-Experten müssen sich immer tiefer in die Inhalte der Aussteller hineinknien und neue Ideen entwickeln. So ist für nächstes Jahr die Premiere einer Musik-Erlebnismesse „musicpark“ geplant.

Ihr Geschäft machen die Leipziger zunehmend auch mit Tochterfirmen, die sich um Dienstleistungen kümmern: „Fairgourmet“ etwa für das Catering bei großen Events wie dem Bachfest, „Fairnet“ für Messe-Auftritte und die Leipziger Messe International (LMI) für den Export und die Betreuung von Veranstaltungen im Ausland. Inzwischen machen solche Dienstleistungen rund 40 Prozent des Konzernumsatzes aus. Dennoch weist die Bilanz ein Minus von 7,7 Millionen Euro aus. Der Freistaat und die Stadt Leipzig als Anteilseigner schießen daher fünf Millionen Euro zu. Grund für das negative Ergebnis sei die enorme Konkurrenz in Deutschland, dem weltgrößten Messeplatz. „Deutschland ist der am härtesten umkämpfte Messemarkt“, sagt Buhl-Wagner. Daher könne man nur begrenzte Preise aufrufen. Auf absehbare Zeit sei auch weiterhin mit einem Minus in der Bilanz zu rechnen. Allerdings würden die Leipziger Messen und Kongresse laut Ifo-Institut auch viel Geld in die Region spülen: allein im Freistaat 400 Millionen Euro. Zudem sichere die Messe in der Region rund 3 800 Jobs. (heit)

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