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Samstag, 14.07.2018

Die zehn Köpfe dieser WM

Von Horst Winde

Manche Experten rümpfen die Nase. Fußballerisch, meint zum Beispiel Thomas Hitzlsperger in der ARD, sei dieses Turnier eher enttäuschend gewesen. Tatsächlich gab es wenige so spektakuläre Spiele wie beim 3:3 zwischen Portugal und Spanien gleich zu Beginn. Trotzdem hat die WM einiges geboten und einen neuen Trend gesetzt: Nehmt ihr den Ball, wir kontern lieber! Die deutsche Nationalelf hatte in ihren drei Gruppenspielen durchschnittlich 72 Prozent Ballbesitz, gebracht hat’s nichts. Der Weltmeister von 2014 schied genauso in der Vorrunde aus wie seine Vorgänger Italien (2010) und Spanien (2014).

Noch etwas fällt auf: Wer Spiele für sich entscheiden will, muss gute Standard-Varianten drauf haben. Der neue Rekord von 28 Elfmetern im Spiel ist zweifellos auch auf den Videobeweis zurückzuführen. Anders als in der Bundesliga hat er funktio-

niert. Die meisten Entscheidungen waren eindeutig und für die Fans im Stadion nachvollziehbar, weil sie da auf den Videowänden gezeigt wurden. Überhaupt waren die Leistungen der Schiedsrichter weniger diskussionswürdig als bei manchem Turnier zuvor. Das Niveau der Unparteiischen hat sich weltweit angeglichen. Die Spieler haben es ihnen allerdings auch nicht besonders schwer gemacht. Bisher gab es erst vier Platzverweise, einen davon mit Gelb-Rot für Jerome Boateng beim einzigen deutschen Sieg, dem 2:1 gegen Schweden. Wenn keine Herausstellung mehr dazukommt, wäre es der niedrigste Wert seit der WM 1978. Dafür sind 19 Treffer in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit allein sieben mehr als bei der kompletten WM 2014 in Brasilien. Ach ja, und dann gab es die Typen, die diese Endrunde auf ihre Art und Weise geprägt haben – positiv oder negativ. Die SZ hat zehn herausgegriffen. (SZ, sid, dpa) Fotos: dpa (7), Fifa, nordphoto, Agentur 54°

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