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Freitag, 28.04.2017

Die Weltmeister

Ein Schwimm-Sextett aus Dresden sorgt in Budapest für ein sensationelles Ergebnis. Mit dabei: zwei Hainsberger.

Von Alexander Hiller

Die sechs WM-Helden: Louis Dramm, Ludwig Teßmar, Georg Schubert, Alexander Eich, Rafael Sünkel und Hannes Kern (v.l.).
Die sechs WM-Helden: Louis Dramm, Ludwig Teßmar, Georg Schubert, Alexander Eich, Rafael Sünkel und Hannes Kern (v.l.).

© Peter Bräunlich

Freital/Dresden. Schwimmweltmeister aus Dresden? Klingt wie eine Nachricht aus einer anderen Zeit. Passiert ist es aber im Hier und Heute. Bei der Schüler-Weltmeisterschaft, die die International School Sport Federation (ISF) aller zwei Jahre ausrichtet, gewannen die Jungs vom Sportgymnasium Dresden die Mannschaftswertung.

Die hatten sich im Vorjahr bei dem deutschlandweiten Schulvergleich „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin durchgesetzt und als nationaler Vertreter für Budapest qualifiziert. Die ISF-WM ist die internationale Fortführung von „Jugend trainiert für Olympia“. Das sechsköpfige Team vom Sportgymnasium Dresden um Louis Dramm (Dresdner Delphine), Alexander Eich, Rafael Sünkel (beide DSC), Ludwig Teßmar, Hannes Kern (beide Hainsberg) und Georg Schubert (Poseidon Radebeul) setzte sich in der Gesamtwertung vor den Teams aus Rumänien und Taiwan durch.

Ins Endklassement flossen die Ergebnisse der Vorläufe und der Staffelwettbewerbe (6 x 50 Meter Freistil und 4 x 50 Meter Lagen) ein. „Für Platz eins im Vorlauf gab es einen Punkt, für Platz zwei gab es zwei Zähler und so weiter“, erklärt Trainer Peter Bräunlich. „Die Mannschaft mit der geringsten Punktzahl gewinnt am Ende – und das waren wir“, erklärte er freudestrahlend. Die Mädchen vom Sportgymnasium Leipzig holten sich Silber. „Den Jungs aus Potsdam und Berlin ist so ein Schüler-Titel schon mal gelungen. Für uns Dresdner ist es ja schon schwer, uns im Freistaat zu qualifizieren, wir haben drei Landesstützpunkte“, betonte der Dresdner Schwimmlehrer.

Der Erfolg für die Trainingsgruppe aus Dresden ist auch deshalb sehr hoch einzustufen, „weil wir mit Abstand mit der jüngsten Mannschaft aller 17 Nationen am Start waren – und das jüngste, das jemals den Titel gewonnen hat“, sagte Bräunlich. Eigentlich war die ISF-WM in diesem Jahr für Talente der Jahrgänge 1999/2000 ausgeschrieben. Dramm, Eich und Sünkel wurden jedoch erst 2002 geboren.

Auch in den Einzelfinals setzten die Dresdner Akzente. Dramm gewann Silber über 50 Meter und 200 Meter Freistil sowie Bronze über 100 Meter Kraul. Hainsbergs Ludwig Teßmar errang Silber über 50 Meter Brust, Georg Schubert über 50 Meter Schmetterling. Hannes Kern ergatterte für den HSV zudem noch Bronze über 50 Meter Rücken. „Wir bestritten den Wettkampf aus dem Training heraus, da wir uns auf die deutsche Jahrgangsmeisterschaft vorbereiten. Dort geht es um die Qualifikation für drei internationale Höhepunkte“, sagt Bräunlich. Ein Titel bei der Schüler-WM ist dafür nicht die schlechteste Empfehlung.