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Donnerstag, 24.05.2018

Die Schlange verlässt Dynamo

Niklas Hauptmann ist in Dresden als Fußballer groß geworden. Jetzt geht er in seine Geburtsstadt.

Von Sven Geisler

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Niklas Hauptmann stammt aus einer Fußballer-Familie: Opa Reinhard hat bei Stahl Riesa gespielt, Vater Ralf war einst von Dynamo zum 1.FC Köln gewechselt. Sein Sohn macht es ihm nun nach.
Niklas Hauptmann stammt aus einer Fußballer-Familie: Opa Reinhard hat bei Stahl Riesa gespielt, Vater Ralf war einst von Dynamo zum 1. FC Köln gewechselt. Sein Sohn macht es ihm nun nach.

© Robert Michael

Schon wieder. Gerade erst hat sich ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bei Dynamo Dresden ins Profi-Team gespielt – schon ist er weg. Niklas Hauptmann wechselt zum 1. FC Köln. Erst vorigen Sommer hatte mit Marvin Stefaniak ein Talent den Verein verlassen, das in der eigenen Jugend ausgebildet worden ist. Immerhin verdient der Fußball-Zweitligist inzwischen an solchen Transfers, weil die Verantwortlichen das Potenzial – und auch den Marktwert – ihrer Spieler erkennen.

Das ist zuerst ein Verdienst von Ralf Minge, der den Vertrag mit Hauptmann im Oktober 2016 vorzeitig um weitere drei Jahre bis 2020 verlängert hat. Allerdings musste der Sportgeschäftsführer, der derzeit eine Auszeit nimmt, für lukrative Angebote vorsorgen. Über die Transfermodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart, heißt es im Fußballgeschäftsdeutsch. Medienberichten zufolge soll die Ablösesumme für den 21 Jahre alten Mittelfeldspieler auf 1,7 Millionen Euro festgeschrieben gewesen sein. Für Stefaniak hatte Dynamo vor einem Jahr gut zwei Millionen kassiert.

Mit dem Geld wird die Suche nach passendem Ersatz etwas erleichtert, schwierig bleibt sie trotzdem. Hauptmann, von den Mitspielern ehrfurchtsvoll „die Schlange“ genannt, verfügt über außergewöhnliche fußballerische Fähigkeiten und eine besondere Spielintelligenz. Die nimmt er nun mit zu dem Verein, für den sein Vater Ralf von 1993 bis 2001 spielte. Sohn Niklas wurde in der Domstadt geboren. „Ich bin mit dem Verein aufgewachsen. Deshalb weiß ich ganz genau, was es bedeutet, für den FC zu spielen“, erklärt Hauptmann seine Entscheidung.

Nach der Rückkehr der Familie nach Dresden begann er zunächst beim Stadtnachbarn Borea, ehe er 2008 zu Dynamo kam. Nach 54 Einsätzen in der 2. Bundesliga geht er – und kehrt nächste Saison nach Dresden zurück: als Gegner mit Köln. „Für mich ist das ein sehr, sehr emotionaler Schritt“, sagt er und bedankt sich für den großen Rückhalt und das Vertrauen, das er bei Dynamo gespürt habe. Außer Minge nennt er dessen Vertreter Kristian Walter, Uwe Neuhaus und die Fans. Er wünsche „diesem Wahnsinnsverein“ alles Gute für die Zukunft. Es ist ein ehrlicher, fairer Abschied. Dynamo tut er trotzdem weh.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. ForeverDynamo

    Niklas ist ein sehr talentierter Spieler und ich bin mir sicher, er wird irgendwann Bundesliga spielen. Er wechselt von einem Zweitligisten zu einem anderen Zweitligisten. Eine Garantie für den Kölner Aufstieg gibt es nicht und wenn man mal die monetären Aspekte vernachlässigt, so stellt sich die Frage, welche Beweggründe hinter seinem Wechsel stecken. Die Art und Weise wie Markus Anfang Fußball spielen lässt war sicher eine starke Motivation. Das wird natürlich nicht in der Öffentlichkeit so verkündet, jedenfalls jetzt noch nicht, denn dies würde ja ein eher schlechtes Licht auf die Entwicklungsmöglichkeiten bei Dynamo werfen. Nach dem Verlauf der letzten Saison und den Aussichten auf die nächste, kann ich die Entscheidung von Niklas sehr gut nachvollziehen und wünsche ihm nur das Beste.

  2. Leipziger Dynamo

    zu 1. ...Niklas ist seit seiner Kindheit Köln-Fan und sein Vater hat dort gespielt und mit dem Abstieg ergibt sich die Chance, sich dort sportlich zu etablieren. Aber er liebt auch Dresden und Dynamo ... Sein großes Problem: Die Verletzungsanfälligkeit und sein schmächtiger Körperbau. Schade ist, dass unsere Eigengewächse schon so zeitig wechseln. Haupe hat noch keine ganze Saison durchgespielt. Sie gehen schon als halbfertige Spieler und haben deshalb noch nicht so einen hohen Marktwert - schade für Dynamo. Aber auch für die Spieler - siehe Stefaniak. Wenn die Ablöse wirklich bei nur 1,7 Mio liegen sollte, ist er verschenkt. Ich hoffe nur, dass Dynamo eine Weiterverkaufsbeteiligung abgeschlossen hat - da sind andere Vereine cleverer - siehe CB mit Max. Philipp.

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