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Freitag, 09.11.2018

Die Ruhe vor dem Neustart

Der Deutschland-Cup bringt den Eislöwen Erholung. Für einen Profi gilt das aber nicht.

Von Cornelius de Haas

Bradley Gratton, Eislöwen-Trainer
Bradley Gratton, Eislöwen-Trainer

© ronaldbonss.com

Oft kommen Eishockey-Profis nicht in den Genuss einer Länderspielpause. Genau genommen gibt es überhaupt nur eine, und die ist dem Deutschland-Cup geschuldet, der seit Donnerstag in Krefeld ausgetragen wird. Der Rhythmus mit Ligaspielen am Freitag und Sonntag wird sonst von Mitte September bis Anfang März gnadenlos durchgezogen. Weil jetzt aber die Nationalmannschaft Vorrang hat, dürfen die Eislöwen temporär die Füße hochlegen.

Nachdem die Aufarbeitung der 1:3-Niederlage in Frankfurt am Mittwoch abgeschlossen wurde, bekamen die Spieler bis Sonntag vier Tage frei. „Und zwar komplett frei“, wie Eislöwen-Sprecherin Eva Wagner bestätigt. „Es wurden auch keine Aufgaben verteilt, die Jungs sollen den Kopf frei bekommen.“ Einmal nicht an die nach wie vor prekäre Tabellensituation denken zu müssen, soll einen positiven Effekt auf die Vorbereitung des Derbys gegen Weißwasser am nächsten Freitag haben.

Große Reisen sind bei dem kurzen Zeitfenster allerdings nicht drin. Lediglich Georgijs Pujacs ist nach Lettland geflogen, was aber nichts mit Freizeitvergnügen zu tun hat. Der 37-Jährige stand bei den Dresdnern zunächst nur bis zum 4. November unter Vertrag. Dass seine nähere Zukunft weiter an der Elbe liegt, entschied sich erst einen Tag später, als der Verein das Arbeitspapier bis zum Saisonende verlängerte. In seiner Heimat hat Pujacs nun ein paar Ämtergänge zu erledigen.

Freudvoller geht es bei Topscorer Jordan Knackstedt zu. Der 30 Jahre alte Kanadier bekommt Besuch von seiner Freundin. Tomas Schmidt und Steven Rupprich nutzen die freien Tage für Ausflüge zu ihren Familien in Tschechien und Berlin.

Der einzige aktive Eislöwe, der ohne Pause auskommen muss, ist Tom Knobloch. Der 19-jährige Angreifer gehört zum Kader der deutschen U 20-Auswahl, die beim Vier-Nationen-Turnier in Deggendorf antritt und Spiele gegen die Schweiz, die Slowakei und Norwegen absolviert.

Auch Trainer Bradley Gratton kann nicht vom Eis lassen und ist jeden Tag in der Halle. „Bevor ich nach Dresden gekommen bin, hatte ich sechs Monate Pause“, erklärt der 48-Jährige. „Da brauche ich jetzt nicht gleich wieder eine.“ Dass seine Spieler gerade nicht da sind, hat aber auch für den Kanadier einen Vorteil. Während er tagsüber die nächsten Trainingseinheiten vorbereitet, nutzt er die freien Abende dafür, die Stadt kennenzulernen, von der er in den zwei Wochen seiner Amtszeit noch nicht viel gesehen hat.

Am Montag ist es mit der Erholung wieder vorbei. Dann wird gleich zweimal trainiert – morgens und am Abend. „Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise ist an diesem Tag trainingsfrei“, sagt Wagner. Doch der Weg vom momentanen Tabellenplatz zwölf in die vor Saisonbeginn avisierten Play-off-Ränge ist weit, da kann ein verschärfter Neustart nicht falsch sein.

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