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Donnerstag, 08.03.2018

Die neue Abwehrstärke

Handball-Zweitligist HC Elbflorenz kassierte zuletzt auffällig wenig Tore. Trainer Pöhler will daraus eine Serie entwickeln.

Von Alexander Hiller

Hinten und vorn mit seiner Durchschlagskraft und Robustheit eine Bank: Der Ungar Daniel Zele (am Ball).
Hinten und vorn mit seiner Durchschlagskraft und Robustheit eine Bank: Der Ungar Daniel Zele (am Ball).

© kairospress

So könnte es für den Aufsteiger gern weitergehen. In den letzten beiden Partien der 2. Handball-Bundesliga erkämpfte Neuling HC Elbflorenz vier Zähler, die Maximalausbeute. Die waren freilich auch nötig, denn der Vorsprung auf den ersten der vier Abstiegsplätze beträgt weiterhin nur drei Zähler.

Die Art und Weise, wie die Dresdner ihre jüngsten Erfolge erringen konnten, macht jedoch durchaus Hoffnung auf eine Verlängerung der kleinen Siegesserie. Das Team von Trainer Christian Pöhler ließ gegen Balingen-Weilstetten und die Rhein Vikings nur 22 und 21 Gegentore zu. In den vorangegangenen 23 Spieltagen kassierten die Sachsen durchschnittlich 27,4 Tore der Kontrahenten. „Diesen Trend würden wir natürlich gern beibehalten. Die Abwehr gehört aber ohnehin schon lange zu unseren Stärken“, sagt Pöhler. Seine Mannschaft hat mit derzeit 673 Gegentoren den zehntbesten Wert der Liga, mit lediglich 626 eigenen Toren aber den drittschlechtesten. Das verdeutlicht zum einen die Tatsache, dass sich die Dresdner im eigenen Angriff immer noch schwer damit tun, Chancen zu kreieren, und zugleich die Wichtigkeit, dass der Abwehrblock so stabil bleibt wie zuletzt.

Zweite Deckungsvariante greift

„In der Winterpause haben wir uns außer der üblichen 6:0-Deckung eine weitere Variante erarbeitet“, sagt Torhüter Mario Huhnstock. Bei jener angesprochenen Variante bleiben alle sechs Spieler am eigenen Kreis und bilden dort eine möglichst bewegliche Mauer. In den letzten Partien ließ Pöhler aber außerdem eine sehr offensive 3-2-1-Deckung spielen. „Die Außenspieler sowie der Kreisläufer bleiben ganz hinten, auf den Halbpositionen schieben wir zwei Leute nach vorn, etwa neun Meter vor das eigene Tor – und einer schiebt sich noch ein Stück weiter vor, attackiert offensiv den Ballträger oder schirmt den Spielmacher ab“, erklärt Mario Huhnstock.

Diese offensive Abwehrformation ist den körperlichen Gegebenheiten der HC-Akteure möglicherweise noch besser auf die Leiber geschneidert. „Wir sind körperlich nicht die Größten, dafür aber sehr schnell, beweglich und intelligent. Deshalb können wir somit den gegnerischen Rückraum schon sehr früh unter Druck setzen“, betont Huhnstock. Dem 32-Jährigen und seinem Torhüterkollegen Hendrik Halfmann (25) kommt die im Gegensatz zur Hinrunde nun noch griffigere und aggressivere Arbeit der Vorderleute natürlich zugute. „Wir bekommen etwas weniger aufs Tor – oder aber Würfe mit weniger Intensität und Genauigkeit“, sagt Huhnstock.

HC-Trainer Christian Pöhler glaubt, dass seine Mannschaft am Sonntag gegen Tusem Essen nahtlos an die letzten Auftritte anknüpfen kann. „Ein Grund für unsere bislang statistisch schlechte eigene Torausbeute lag in der Hinrunde in unserer ausbaufähigen Konterverwertung. Da sehe ich uns in der Rückrunde aber bereits auf einem guten Weg“, versichert er.

Jetzt, nachdem die Verletzungsmisere aus dem ersten Halbjahr, als zeitweise vier Leistungsträger verletzt ausfielen, endgültig beendet zu sein scheint, verfügt Pöhler in Abwehr wie Angriff logischerweise über mehr personelle Varianten. Und das fördert zugleich den Konkurrenzkampf in jeder Trainingseinheit. Langfristig kann das für das Leistungsniveau des Aufsteigers nur gut sein.

Auch der letzte Neuzugang, Gabor Pulay, kam Mitte Februar vom Drittligisten Bernburg, bringt seine Stärken immer mehr ein. „Er braucht natürlich Zeit, auch für ihn sind das die ersten Zweitligaspiele, aber er wird Tag für Tag besser, er macht uns spielerisch besser“, sagt Pöhler über den Ungarn, der den letztlich enttäuschenden slowakischen Nationalspieler Patrick Hruscak (ging zum Erstligisten Ludwigshafen) im rechten Rückraum vergessen machen soll. „Er braucht jetzt nur noch mehr Mut, um öfter und präziser auf das Tor zu werfen“, fordert der HC-Trainer ein. „Aber das ist auch für ihn ein ganz normaler Anpassungsprozess.“

Die Dresdner könnten am Sonntag mit einem erneuten Erfolg erstmals in ihrer sehr jungen Zweitliga-Geschichte drei Siege nacheinander einfahren. „Darauf habe ich in der Motivation den Fokus gelegt. Auch, sich darauf zu freuen, jetzt wieder zu Hause entsprechend nachzulegen“, sagt Christian Pöhler.

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