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Mittwoch, 19.09.2018

Die nächsten Schritte zum schnellen Internet

Der Landkreis übernimmt die Koordinierung des Ausbaus. Allerdings ist die technische Entwicklung schneller.

Von Domokos Szabó

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Wie kommen Glasfaserkabel aufs Land? Jetzt startet der Landkreis eine neue Ausbauinitiative fürs schnelle Internet. Ziel ist, dass möglichst flächendeckend Geschwindigkeiten von 30 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Von dem Vorhaben könnten vor allem kleinere Gemeinden profitieren.
Wie kommen Glasfaserkabel aufs Land? Jetzt startet der Landkreis eine neue Ausbauinitiative fürs schnelle Internet. Ziel ist, dass möglichst flächendeckend Geschwindigkeiten von 30 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Von dem Vorhaben könnten vor allem kleinere Gemeinden profitieren.

© dpa/Peter Kneffel

  • Wie kommen Glasfaserkabel aufs Land? Jetzt startet der Landkreis eine neue Ausbauinitiative fürs schnelle Internet. Ziel ist, dass möglichst flächendeckend Geschwindigkeiten von 30 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Von dem Vorhaben könnten vor allem kleinere Gemeinden profitieren.
    Wie kommen Glasfaserkabel aufs Land? Jetzt startet der Landkreis eine neue Ausbauinitiative fürs schnelle Internet. Ziel ist, dass möglichst flächendeckend Geschwindigkeiten von 30 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Von dem Vorhaben könnten vor allem kleinere Gemeinden profitieren.

Sächsische Schweiz/ Osterzgebirge. Vor dem langsamen Internet sind alle gleich. Ob Bäcker, Banker oder Bundestagsabgeordneter wie André Hahn aus Gohrisch in der Sächsischen Schweiz. Am Montagabend klagte der Linken-Politiker über das eigene Leid im Kreistag. „Wenn wir schon von Geschwindigkeiten über 30 Megabit pro Sekunde reden“, sagte er, sollte man die Realität nicht vergessen und etwa an seinen Heimatort denken. Dort liegt seit Jahren nur ein Achtzigstel davon, 365 Kilobit/sec, an. „Ich brauche, um einen Tagesschau-Beitrag herunterzuladen, 25 Minuten. Ein unhaltbarer Zustand.“

Hahns einziger Vorteil dürfte sein, dass er mitunter schon weiß, was im Beitrag kommt – wenn die Tagesschau ihn interviewt hat. Fakt ist, im Landkreis klaffen noch etliche Lücken, was das schnelle Internet angeht. Damit die geschlossen werden, beschloss der Kreistag einstimmig eine Resolution, durch die das Landratsamt mit der Koordinierung des weiteren Ausbaus beauftragt wird. Die SZ fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Der Kreistag hat sich dafür entschieden, eine zentrale Koordination beim Landratsamt aufzubauen. Dafür sollen nicht etwa Mitarbeiter eingestellt, sondern die in diesem Jahr begonnene Zusammenarbeit mit einem Wilsdruffer Planungsbüro fortgesetzt werden, sagt Landrat Michael Geisler (CDU). Keine Stadt und Gemeinde soll zur Zusammenarbeit gezwungen werden: Wer den Internetausbau aus eigener Kraft vorantreiben will, soll ebenfalls unterstützt werden. FDP-Fraktionschef Uwe Steglich schätzt ein, dass insbesondere die kleinen Kommunen auf die zentrale Lösung angewiesen sein werden.

Bis Jahresende, so Geisler, erwartet er eine Rückmeldung aus den Rathäusern. Die Stadt- und Gemeinderäte sollen beschließen, ob sie mitmachen. Danach soll ein Masterplan für die Verlegung von Leerschächten für Glasfaserkabel entstehen. Überall, wo Erdarbeiten anstehen, werden öffentliche Auftraggeber verpflichtet, solche Schächte als Vorbereitung für den Ausbau zu schaffen. Außerdem strebt der Kreis an, Aufträge gebündelt zu vergeben. Das heißt, Kommunen werden zu Clustern zusammengefasst, damit für Fachfirmen lukrative Auftragsgrößen entstehen.

Grundsätzlich sollen die Städte und Gemeinden ihre Eigenanteile für den Ausbau erstattet bekommen. Dafür stehen 2019 zunächst fünf Millionen Euro bereit. Mit anderen Worten: Es könnte für 50 Millionen Euro geplant und gebaut werden.

Im Kreistag wurden aber auch die Probleme angesprochen. Marco Mätze von den Linken erinnerte daran, dass die Kommunen mittlerweile auf einem ganz unterschiedlichen Ausbaustand sind. Da wird es schwierig, jedem einzelnen genau das zu bieten, was er braucht. Beispiel Altenberg und Glashütte: Dort liegt schon vielfach 30 Mbit/sec an, während in anderen Orten erst die Bedarfsanalyse läuft. Mätze ärgert sich zudem, dass der erste Anlauf, die zentrale Koordinierung beim Landkreis anzusiedeln, vor zwei Jahren scheiterte. „Sonst wären wir schon viel weiter.“

Ralf Rother von der CDU, zugleich Wilsdruffs Bürgermeister, sagte, mittlerweile sollte man den Gigabit-Ausbau (1 000 Mbit/sec) forcieren. Doch das gebe die aktuelle Förderrichtlinie nicht her. Daher sollte so geplant werden, dass man bereit ist, auf Gigabit umzustellen. Christoph Fröse, Bürgermeister von Bannewitz und bei den Freien Wählern, kritisierte die immer noch komplizierten Fördervorschriften. Aber: „Machen wollen wir es. Machen müssen wir es.“