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Freitag, 02.02.2018

Die Leichtigkeit des Spiels

Das Ende der Siegesserie soll den DSC-Volleyballerinnen im besten Fall als ein Neuanfang dienen.

Von Alexander Hiller

Trainer Alexander Waibl findet den richtigen Ton. Foto: Robert Michael
Trainer Alexander Waibl findet den richtigen Ton. Foto: Robert Michael

© Robert Michael

Das konnte ja nicht ewig so weitergehen. Die ebenso schöne wie beeindruckende Erfolgsserie der Volleyballerinnen des Dresdner SC ist gerissen – und Trainer Alexander Waibl bemüht, darum nicht mehr Bohei zu machen als unbedingt nötig. Nach wettbewerbsübergreifend 19 Siegen in Folge wurde der Bundesliga-Spitzenreiter am vergangenen Sonntag unerwartet unsanft gestoppt: 0:3 beim Verfolger Stuttgart.

Am Sonnabend will der Pokalfinalist davon unbeirrt an die vorherige Leichtigkeit anknüpfen, ab 17.30 Uhr in der Margon-Arena gegen die Roten Raben aus Vilsbiburg. „Solche Serien“, sagt Waibl, „nehmen die Spielerinnen nicht so wahr. Wir haben in den vergangenen Wochen viele Spiele gemacht, die uns leicht von der Hand gelaufen sind“, betont der 49-Jährige. Vielleicht zu leicht.

Das Ende der Serie könnte im besten Sinne also ein Anfang sein, wenn die Mannschaft die richtigen Lehren aus der ersten Niederlage seit Oktober zieht. „Wenn man Spiele auf diese Art und Weise verliert wie wir am Sonntag, kann das ein Stück weit die Sinne schärfen“, betont der Erfolgstrainer. „Für Dinge, an denen man arbeiten muss. In der Summe hat uns die richtige Mentalität gefehlt, um so ein Spiel entsprechend anzugehen“, sagt er – eine interessante Feststellung, die auch an der Einstellung der Spielerinnen kratzt, aber deren Hintergründe wohl in den Reisestrapazen und dem engen Spielplan der letzten Wochen zu finden sind. Da kann selbst ein eingespieltes Team nicht immer funktionieren – und schon gar nicht stets zu 100 Prozent. „Ein solches Spiel ist immer mal drin. Das ist menschlich, vor allem, wenn man viel unterwegs ist“, sagt Waibl.

Er weiß aber auch, dass die in Stuttgart wegen eines Magen-Darm-Infekts fehlende Top-Scorerin Piia Korhonen eine Achillesferse des DSC offengelegt hat. Die verlässlich punktende Angreiferin ist derzeit nicht zu ersetzen. „Auf ihrer Position nicht“, bestätigt Waibl, „aber wir können sie als Mannschaft ersetzen. Da müssen die Punkte von anderen kommen.“ Derzeit stehen die Chancen gut, dass Korhonen am Sonnabend wieder auflaufen kann.

Ihre Kolleginnen erwecken derweil den Anschein, als würde sie das Ende der Siegesserie nicht aus dem Konzept bringen. „Ich bin überhaupt nicht verängstigt, dass wir jetzt aus dem Rhythmus kommen könnten“, versichert Mittelblockerin Barbara Wezorke. „Wichtig ist, gut zu spielen, um das Selbstvertrauen wieder aufzubauen, und wir arbeiten an den Dingen, die wir nicht so gut gemacht haben“, sagt die deutsche Nationalspielerin. „Man darf nicht vergessen, wir spielen eine Saison, die weit über dem liegt, was man im Vorfeld erwarten konnte“, sagt Waibl. Sein Team will daran am Sonnabend anknüpfen.

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