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Dienstag, 05.06.2018

Die Kunst des Weglassens

Rita Geißler begeistert mit ihren Grafiken die Besucher in der Dresdner Villa Eschebach.

„Gespiegeltes Schilf“, 2017, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm.Foto: PR
„Gespiegeltes Schilf“, 2017, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm.Foto: PR

„Der erste Strich ist das Wichtigste. Dann ist das Bild schon fast fertig.“ Kurz und knapp kommentiert Rita Geißler, 1961 in Dresden geboren, ihre Herangehensweise beim Zeichnen. Sparsam und zurückhaltend, so können wir ihre Arbeiten in der aktuellen Ausstellung in der Villa Eschebach erleben.

Im Mittelpunkt ihrer Kunst steht die Natur, ein Großteil der Arbeiten ist en plain air entstanden, also im Freien. Bevorzugte Motive sind die kleinen Bäche und Seen am Rande Dresdens, aber vor allem die Ostsee einschließlich des Hinterlandes. Die Grafiken „Angeschwemmte Halme“, „Bei Klotzow“ und „Schilf im Moor“ sind Beispiele ihrer Naturbeobachtung und die daraus resultierende Reduzierung auf das Wesentliche. Vieles ist nur angedeutet, trotzdem erschließt sich dem Betrachter die Weite der Landschaft. Das Weglassen von Farbe verstärkt diesen Eindruck noch. Das neutrale Schwarz/Weiß erinnert vielfach an die ruhigen Jahreszeiten vom Spätherbst bis in den tiefen Winter: Ruhig, friedlich und im positiven Sinne beschaulich.

„Wenig“ ist in ihrer Kunst „mehr“. Das kommt nicht von ungefähr, denn studiert hat Geißler an der Dresdner Kunsthochschule bei Gerhard Kettner, der selbst ein Meister der Reduktion war. 1989 wurde ihre Diplomarbeit, Grafiken zu Gedichten Anna Achmatowas, zum „Schönsten Buch des Jahres“ gekürt. Seit dieser Zeit ist sie freischaffend und lebt am Rande der Dresdner Heide. Zahlenmäßig überwiegen in der Ausstellung die Grafiken, vor allem kleine Formate der Kaltnadelradierungen sind auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich.

Erstmalig sind in diesem Umfang auch farbige Werke zu sehen. Neben Arbeiten, die die Motive der Grafiken aufnehmen, tauchen neue Motive auf. Dabei hat sie durchaus ihre eigenen Sichtweisen: „Wolken über Dresden“ und „Büsche an der Elbe“ zeigen Dresden auch von seiner unspektakulären Seite.

Service

Was: Rita Geißler – „Lichtgezeiten“

Wann: bis 22. Juni, Mo/Mi 8.30-16 Uhr Di/Do 8.30-18.00 Uhr, Fr 8.30-13 Uhr

Wo: Villa Eschebach, Georgenstr. 6, DD

Tickets: Eintritt frei