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Mittwoch, 13.06.2018

Die Fete geht weiter

Ein ganzes Wochenende Sommerfest gibt es im Oppacher Bad nicht mehr. Die erfolgreichste Veranstaltung bleibt aber.

Von Romy Altmann-Kühr

Menschenmassen aus ganz Ostsachsen zieht das Taktgefühl Open Air nach Oppach, wie hier bei einer früheren Veranstaltung.
Menschenmassen aus ganz Ostsachsen zieht das Taktgefühl Open Air nach Oppach, wie hier bei einer früheren Veranstaltung.

© R. Altmann-Kühr

Heute geht’s los. Noch nicht mit der Fete, aber mit dem Aufbau. Denn ein paar Tage wird es in Anspruch nehmen, bis alles steht. Winfried Haase und zwei weitere Oppacher organisieren das Taktgefühl Open Air, eine Musikveranstaltung mit DJs und Bands im Oppacher Freibad.

Früher gab es das Oppacher Heimatfest, es wurde von Gemeinde und Vereinen organisiert und dauerte ein ganzes Wochenende lang. Für die Kommune wurde es aber immer schwieriger, das auf die Beine zu stellen, auch aus finanziellen Gründen. Das hat eine Auswertung mit Gemeinde und Vereinen ergeben. Winfried Haase und drei weitere musikbegeisterte junge Männer aus dem Ort nahmen vor ein paar Jahren die Organisation in die Hand und gründeten dafür extra die Schallelectronics GbR. Mittlerweile besteht die Gruppe noch aus drei Mitstreitern. Doch ein ganzes Wochenende können auch sie nicht mehr bestreiten, resümiert Winfried Haase aus den vergangenen beiden Jahren, in denen sie das Fest maßgeblich organisierten. Die Resonanz am Freitag sei schlecht gewesen. Der Aufwand steht nicht dafür, sagt Haase. Auch der Familientag am Sonntag sei zwar eine schöne Sache, aber nicht zu bewältigen. Deshalb beschloss die Schallelectronics GbR, sich auf den Sonnabend und das Taktgefühl Open Air zu konzentrieren. „Schließlich tragen wir drei das Risiko, auch wirtschaftlich“, so Haase.

Ganz auf die Veranstaltung verzichten wollen die Schallelektroniker nicht. „Unser Ziel ist es, das Fest für Oppach und die Region zu erhalten.“ Denn das Taktgefühl Open Air hat sich einen Namen gemacht, auch über die Ortgrenzen hinaus. „Das sieht man an den Nummernschildern auf den Parkplätzen“, so Haase. Die Feierlustigen kommen etwa aus dem Raum Dresden, Niesky, Kamenz. „Viele Veranstaltungen in dieser Größenordnung und mit teilweise weltweit bekannten Künstlern gibt es nicht in der Region“, begründet Haase das. Und auch bei den Künstlern hat Oppach sich schon einen Namen gemacht. Nicht nur die Besucher schätzen mittlerweile das Fest und die Atmosphäre. Es gibt sogar Künstler, die von sich aus fragen, ob sie denn wieder nach Oppach kommen dürfen, erzählt Winfried Haase. Er weiß, dass die Oppacher das durchaus als Kompliment auffassen können. „Das sind gefragte Künstler, die einen vollen Terminkalender haben und sich aussuchen können, wo sie auftreten.“ Dass Schallelectronics sie für Oppach gewinnen konnte, ist eine gute Referenz für das Open-Air-Fest. „Dadurch werden auch andere Künstler wiederum auf uns aufmerksam.“ Zu den diesjährigen Künstlern gehören unter anderem die Ostblockschlampen. Die bekannte Gruppe zieht viele Leute an, weiß Organisator Haase. Weitere in der Szene bekannte Namen wie Blondee und Roberto Mozza oder DJ Kekz stehen außerdem auf dem Programm.

Auch, wenn sie nicht mehr Organisator ist, bleibt die Gemeinde weiterhin mit im Boot. Sie hat für die Veranstaltung am Sonnabend ihre Zustimmung gegeben und unterstützt die Organisatoren, zum Beispiel mit Genehmigungen für die Plakatierung, mit Montagearbeiten oder Biertischgarnituren. Hilfe gibt es auch von Vereinen und Privatpersonen aus dem Ort. Und auch ohne Sponsoren wäre das Ganze nicht möglich, sagt Winfried Haase. Firmen helfen zum Beispiel mit Ausstattung und Dienstleistungen, wie Transporten.

Das Open Air soll nicht nur für die ganz junge Generation sein. Wie immer, gibt es auch diesmal zwei Flächen. Neben dem Hauptzelt wird ein zweiter Bereich aufgebaut, wo gemischte Musik aus der Konserve gespielt wird. „Charts und Schlager werden hier vertreten sein, sodass jeder seine Musik findet“, sagt Winfried Haase. Anstatt der herkömmlichen Zelte haben die Oppacher diesmal eine Neuerung: Luftfloorzelte. Die werden aufgeblasen und sind mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Sie sind logistisch günstiger für die Veranstaltung, denn der Aufbau-Aufwand ist geringer. „Und die LED-Beleuchtung gibt ein stimmungsvolles Bild“, freut sich Winfried Haase auf die Neuerung.