erweiterte Suche
Donnerstag, 13.09.2018

Die Backstube ist fertig

Der Verein Obere Mühle in Seifhennersdorf hat ein erstes Ziel erreicht. Aber die Mitglieder haben noch viel vor.

Von Elke Schmidt

Bild 1 von 2

Katja Döring steht vor dem ehemaligen Ofen der Oberen Mühle in Seifhennersdorf. Auch wenn er nicht mehr funktioniert, ist er doch eine tolle Deko für die Backstube, findet die Vorsitzende vom Verein „Obere Mühle“.
Katja Döring steht vor dem ehemaligen Ofen der Oberen Mühle in Seifhennersdorf. Auch wenn er nicht mehr funktioniert, ist er doch eine tolle Deko für die Backstube, findet die Vorsitzende vom Verein „Obere Mühle“.

© Rafael Sampedro

  • Katja Döring steht vor dem ehemaligen Ofen der Oberen Mühle in Seifhennersdorf. Auch wenn er nicht mehr funktioniert, ist er doch eine tolle Deko für die Backstube, findet die Vorsitzende vom Verein „Obere Mühle“.
    Katja Döring steht vor dem ehemaligen Ofen der Oberen Mühle in Seifhennersdorf. Auch wenn er nicht mehr funktioniert, ist er doch eine tolle Deko für die Backstube, findet die Vorsitzende vom Verein „Obere Mühle“.
  • In der Backstube finden bis zu 50 Personen Platz. Für sie wurden extra neue Stühle angeschafft.
    In der Backstube finden bis zu 50 Personen Platz. Für sie wurden extra neue Stühle angeschafft.

Seifhennersdorf. Der Ofen glänzt wieder. Auch wenn nur noch die Front erhalten ist, gibt sie doch der Backstube der Oberen Mühle in Seifhennersdorf ein ganz besonderes Flair. Katja Döring kann selber fast nicht mehr glauben, wie es hier noch vor einem Jahr aussah. Aber die Fotos beweisen es: Das seit 1990 leer stehende Haus war in einem erbärmlichen Zustand. Durch das kaputte Dach und die Fenster drang Wasser ins Innere. Viele der Holzbalken waren marode und Teile der Decken eingestürzt.

Doch einige mutige Seifhennersdorfer wollten nicht mehr zusehen, wie das Gebäude weiter verfiel. Sie gründeten den Verein „Obere Mühle“ und legten los. In unzähligen Stunden haben sie Balken ausgetauscht, Fachwerk abgeschliffen, Fenster gestrichen und Wände vertäfelt. Jetzt ist der erste Raum fertig und richtig gemütlich geworden. Bis zu 50 Gäste können hier am Obermühlweg Geburtstage oder Silvester feiern oder aber die Schlachteplatten genießen.

Dieses erste Ergebnis ist für die aktuell sieben Vereinsmitglieder aber kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Zu viel ist noch zu tun in der alten Mühle. So steht zwar schon die Bar, aber der zugehörige Raum braucht Farbe an den Wänden und jemanden, der die Fenster aufarbeitet. Der Flur soll ein schicker Eingangsbereich werden. Der Schuppen braucht ein neues Dach und das große Grundstück könnte durchaus auch noch etwas umgestaltet werden.

Das alles wird noch einige Zeit und viel Arbeit kosten. Trotzdem denken die Vereinsmitglieder nicht ans Aufgeben. Ihr großes Ziel ist es, in der Mühle einen Treffpunkt für die Einheimischen zu schaffen. Besonders im Oberdorf gäbe es nicht so viele davon, sagt sie. Deshalb wollen sie auch Veranstaltungen organisieren. Das Sommerfest im August und das Schweinschlachten im letzten Jahr waren sehr gut besucht, sagt sie. Das zeige ihr, dass die Seifhennersdorfer ihr Angebot annehmen. Gleichzeitig ist es auch ein Ansporn für sie, weiterzumachen. Schließlich sollen die Gäste bei jedem ihrer Besuche etwas Neues entdecken. Es kämen auch viele, die die Mühle noch von früher kennen. Sie wollen oft ganz genau wissen, was schon alles passiert ist.

Obwohl die Vereinsmitglieder also hoch motiviert sind, ist es nicht immer ganz einfach. Die Arbeit scheint kein Ende zu nehmen und einen passenden Fördertopf, der sie bei ihrem Projekt unterstützen könnte, haben sie bisher auch noch nicht gefunden. Die Vereinsvorsitzende ist daher den vielen Helfern und Sponsoren besonders dankbar. Ohne sie ginge gar nichts, sagt sie. Jede Hand und jeder Euro helfe. Es gäbe sogar etliche, die außerhalb arbeiten und ihre knappe Freizeit am Wochenende in der Mühle verbringen. Das sei mehr als bewundernswert.

Stück für Stück kommen sie so ihrem Ziel näher. Katja Döring wagt sogar schon, zu träumen. Zum Beispiel wäre eine eigene Küche schön, in der die Speisen für die geplanten Feste zubereitet werden könnten. Auch möchte sie gern einen Treffpunkt für die Jugend des Ortes schaffen. Der Mehlboden wäre dafür gut geeignet, findet sie. Dort ließe sich ein Billardtisch oder eine Tischtennisplatte aufstellen. Sie kann sich auch Spieleabende für Groß und Klein vorstellen. Und im Sommer könnte man unter den großen Bäumen vor dem Haus Kaffee und Kuchen servieren, sagt die 43-Jährige.

Das alles liegt aber noch in weiter Ferne. Ganz nah ist dagegen das nächste Schlachtefest. Das war im letzten Jahr ein so großer Erfolg, dass sie es am letzten Oktoberwochenende wiederholen wollen. Drei Tage lang wird dann gegessen und natürlich auch getrunken. Das ist aber nicht die letzte Veranstaltung in diesem Jahr. Erstmals richtet der Verein eine Silvesterfeier in der Backstube aus. Mit Essen, Häppchen und dem obligatorischen Glas Sekt wird das eine runde Sache, sagt Katja Döring. Sie wünscht sich, dass auch dieses Angebot Anklang findet.

Schlachtefest, letztes Oktoberwochenende, Obere Mühle Seifhennersdorf, Obermühlweg 1

Spendenkonto: Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien; IBAN: DE 24 8505 0100 0232 053260; BIC: WELADED1GRL