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Freitag, 18.05.2018

Die 7 häufigsten Radfahr-Irrtümer

Was dürfen Radfahrer und was nicht? Die SZ räumt mit sieben Missverständnissen auf.

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Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich an Verkehrsregeln halten.
Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich an Verkehrsregeln halten.

© dpa

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich an Verkehrsregeln halten, schon klar. Aber müssen Fahrradwege überhaupt zwingend benutzt werden?

Irrtum 1: Radfahrer müssen Radwege benutzen – ohne Wenn und Aber

So pauschal stimmt das nicht. Ein Weg muss nur dann benutzt werden, wenn ein blaues Radwegschild vorhanden ist. Gefahren werden darf dann nur in die Richtung, in die das Schild zeigt.

Irrtum 2: Radfahrer müssen immer hintereinander fahren

Tatsächlich dürfen Radfahrer auch nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Im Verband mit 16 Fahrern und mehr dürfen sie generell nebeneinander fahren. Autofahrer müssen dann hinter den Radfahrern bleiben, wenn zum Überholen nicht genug Platz vorhanden ist.

Irrtum 3: Auf Zebrastreifen haben Fußgänger und Radfahrer Vorrang

Wenn Radfahrer auf Zebrastreifen Vorrang haben wollen, müssen sie absteigen und schieben. Ansonsten sind Autofahrer nicht gezwungen, anzuhalten und zu warten.

Irrtum 4: Radfahrer dürfen Einbahnstraßen beidseits befahren

Generell gilt: Die Einbahnstraßen-Regel gilt auch für Radfahrer. Allerdings werden immer mehr Straßen per Zusatzschild für Radfahrer freigegeben.

Irrtum 5: : Beim Abbiegen muss man den Arm die ganze Zeit ausstrecken

Da Radfahrer keinen Blinker haben, müssen sie die Richtung signalisieren, in die sie abbiegen wollen. Allerdings muss der Arm nicht die ganze Zeit ausgestreckt werden. Wenn das Handzeichen gegeben wurde, kann man zum Beispiel nach dem Einordnen auf die Abbiegespur den Arm wieder herunternehmen oder während des Abbiegens selbst.

Irrtum 6: Kopfhörer sind für Radfahrer verboten

Wer beim Radfahren Musik hören will, darf das machen. Allerdings muss er den Verkehr um sich herum noch wahrnehmen können. So muss man zum Beispiel die Sirene eines Krankenwagens hören. Nachprüfbar ist das nur schwer. Bewertet wird das meistens erst, wenn es zu einem Unfall gekommen ist.

Irrtum 7: Tempo 50 in der Stadt gilt auch für Radfahrer

Bergab und vielleicht noch mit dem E-Bike sind 50 km/h durchaus drin. Das Tempolimit gilt aber für Autos. Radfahrer müssen immer mit „angepasster Geschwindigkeit“ fahren. (SZ/sr)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 12 Kommentare

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  1. Teilnehmer

    Wer häufig mit dem Rad fährt, wird diese Regelungen kennen und anwenden. Interessanter wäre wahrscheinlich, mal eine Umfrage bezüglich der Kenntnis dieser Regelungen bei den theorie- und praxisgeprüften monomodalen Autofahrern durchzuführen. Die Ergebnis dürfte einen aufrichtigen Radfahrführerscheinpopulisten wohl eher dahingehend korrigieren, dass er in Zukunft ein Ablaufdatum für die Kfz-Fahreignung fordert.

  2. PS

    Irrtum 6 und 7 muss man nicht publizieren, denn sie sind eher Schwächen der Gesetzesformulierung und führen eher zu mehr Sicherheit, nicht zu weniger. / Ergänzung zu Irrtum 3: Radfahrer müssen wissen, dass an Fußgängerüberwegen Autofahrer nur mit der Geschwindigkeit von Fußgängern rechnen müssen.

  3. Ausnahmen für (1)

    Auch mit blauem Schild gibt es Ausnahmen: Nicht beräumte Radwege im Winter, zugeparkte Radwege (!), unzumutbare Qualität der Radwege (das ist natürlich eine dehnbare Definition).

  4. HD

    Ergänzung zu Irrtum 2: Autofahrer müssen auch hinter einzelfahrenden Radfahrern bleiben, wenn zum Überholen nicht genug Platz vorhanden ist. Die dafür vorgeschriebenen 1,5m Abstand sind leider immer wieder nicht jedem Autofahrer klar!

  5. @4 (HD)

    Nennen Sie doch bitte mal die Stelle der StVO, wo 1,5m Abstand vorgeschrieben sind? Auch das ist ein häufig pupslizierter Irrtum. §5(4) StVO spricht zumindest nur von "ausreichendem Abstand"

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