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Donnerstag, 26.04.2018

Dickbereift ins Tal

Als zweite Gemeinde in Sachsen bietet Neukirch Monsterroller-Abfahrten an – am 2. Mai geht’s los.

Von Ingolf Reinsch

Sven Sutter gehört zum Team des jungen Neukircher Unternehmens Monsterroller Oberlausitz. Bei ihm kann man nicht nur die dickbereiften Roller, sondern auch E-Bikes ausleihen.
Sven Sutter gehört zum Team des jungen Neukircher Unternehmens Monsterroller Oberlausitz. Bei ihm kann man nicht nur die dickbereiften Roller, sondern auch E-Bikes ausleihen.

© Steffen Unger

Neukirch. Die Oberlausitz ist um ein Freizeitangebot reicher: Nach zwei Testläufen zum Valtenbergfest im Sommer und dem Neukircher Töpferfest im Herbst vergangenen Jahres werden ab Mai ständig Monsterrollerabfahrten von der  höchsten Erhebung im Lausitzer Bergland angeboten. 35 der grünen, dick bereiften Roller stehen bereit, sagt Thomas Luft, Geschäftsführer des von ihm gegründeten Unternehmens Monsterroller Oberlausitz mit Sitz in Neukirch. Nach Oberwiesenthal ist die Oberlandgemeinde die zweite sächsische Kommune, die diesen Trendsport anbietet. Gefahren wird zunächst an vier Tagen in der Woche mittwochs, donnerstags, sonnabends und sonntags, das erste Mal am 2. Mai. Der Freitag wurde ausgenommen, weil an diesem Tag die Valtenbergbaude Ruhetag hat und deshalb auch der Turm nicht geöffnet ist. Um 9, 12 und 15 Uhr werden Abfahrten angeboten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Interessierte auf jeden Fall vorher buchen. Was erwartet sie?

Welche Touren werden angeboten?

Drei Touren wurden ausgeschildert. Start für alle Touren ist der Valtenberggipfel. Der Klassiker unter den Monsterrollerrouten ist die mit dem Ziel Georgenbad. Die Fahrt führt auf dem Hauptwanderweg in Richtung Neukirch über gut befestigte und zum Teil sogar asphaltierte Wege bis zum so genannten Rondell. Von dort geht es dann auf direktem Weg zum Ziel. Einzelne Bereiche dieser Tour erfordern Geschicklichkeit und gute Kurvenlage, vor allem im oberen Bereich des Valtenberges.

Tour 2 mit dem Ziel Westbahnhof bietet mehrere Herausforderungen. Die erste erwartet die Fahrer bereits nach rund 800 Metern. Auf engen und wurzeldurchzogenen Passagen können sie ihr Geschick beweisen. Wenn das gemeistert ist, werden sie mit einer herrlichen Abfahrt auf breiten Schotterwegen belohnt. Im weiteren Verlauf gibt es noch einmal Action: in einer Steilkurve und auf einer Abfahrt mit 19  Prozent Gefälle. Entspannt geht es dann auf den letzten Metern am Sägewerk Neukirch vorbei bis ans Ziel.

Die längste Tour führt in Richtung Berthelsdorf. Die Teilnehmer kreuzen den Wesenitzquellweg, der zum Mundloch des Valentin-Erbstollens führt. Anschließend passieren sie einen Granitsteinbruch. Nach knapp vier Kilometern endet die Tour an der Kreuzung zum Forsthaus Klunker nahe des Neustädter Ortsteils. Von dort werden die Rollerfahrer mit einem Kleinbus abgeholt und zum Neukircher Georgenbad, dem Sitz des Unternehmens, gebracht.

Was kostet der Fahrspaß ins Tal?

Die Preise pro Person liegen zwischen 25,90 Euro (Georgenbad-Tour) und 35,90 Euro (Berthelsdorf-Tour). Enthalten sind die Miete für den Roller und den Helm, bei der dritten Route die Rückfahrt nach Neukirch sowie die Mehrwertsteuer. Jeder Teilnehmer erhält eine Karte mit Wegbeschreibung. Zur Eröffnung gibt es eine Rabattaktion, sagt Thomas Luft. Gebucht werden kann hier.

Wie kommt man am besten auf den Valtenberg?

Thomas Luft empfiehlt zwei Varianten. Man kann wandern – Laufzeit: etwa eine Stunde. Ideale Ausgangspunkte sind in Neukirch der Touristenparkplatz an der Karl-Berger-Straße und das Georgenbad, Georgenbadstraße 28. Der zweitgenannte Ort hat den Charme, dass man dort gleich die Formalitäten erledigen kann. Auf dem Valtenberg gibt es dann noch eine Einweisung in die Roller. Variante zwei ist, man leiht im Georgenbad ein E-Bike aus und fährt auf den Berg. Am Georgenbad kann man auch sein Auto abstellen.


Wie sicher sind die Monsterroller?

Die dicken Ballonräder und Scheibenbremsen machen selbst eine Fahrt auf Wald- oder Schotterwegen zum Vergnügen, sagt Thomas Luft. Die Radnabe ist dreifach gelagert. Ein Roller wiegt rund 20 Kilogramm. Nutzen kann ihn jeder, der mindestens 1,30 Meter groß ist. Das Gefährt ist auch für Schwergewichtige geeignet. Die Traglast beträgt bis zu 120 Kilogramm. Als Zielgruppe kommen alle zwischen Schulkindern und Senioren in Betracht. „Wer Monsterroller fährt, sollte sich Zeit nehmen, sollte mal absteigen, um den Wald und die Landschaft zu genießen“, rät Thomas Luft.

Wer sind die Investoren des neuen Freizeitvergnügens?

Thomas Luft, Jahrgang 1971, stammt aus Neukirch. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Dresdener Unternehmens TL Consult & Solutions. Seine Kontakte nach Neukirch hat er nie abbrechen lassen. Die Abfahrten mit den Monsterrollern sollen „eine Initialzündung für alle sein, die sich mit dem Tourismus in Neukirch verbunden fühlen“, sagt er. Bürgermeister Jens Zeiler (CDU), der das Projekt vor zwei Jahren mit angeschoben hat, sagt: „Nach Wandern, Radfahren und Ski-Langlauf können wir mit den Monsterrollern nun etwas Einmaliges in der Oberlausitz anbieten.“ Beide Männer kennen sich seit Jahren. Jens Zeiler war einst Chef der Motorsportfreunde, Thomas Luft Sänger der Band „Handmade“, die bei mehreren Motorradtreffen in der Oberlandgemeinde auftrat. Zum Team vor Ort gehören zwei Neukircher: Sven Sutter, der mit sportlichen Aktivitäten am Valtenberg sowohl im Sommer als auch im Winter verbunden ist, und Marika Barber, die Eigentümerin des Westbahnhofes. Dort können sich Ausflügler am Himmelfahrtstag über das neue Angebot informieren.