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Samstag, 04.08.2018

Deutschlands niedrigste Löhne im Kreis Görlitz

Im Kreis Görlitz dagegen gibt es im Mittel 2183 Euro brutto.
Im Kreis Görlitz dagegen gibt es im Mittel 2 183 Euro brutto.

© dpa

Dresden. Starkes Gefälle: Wer im bayerischen Ingolstadt ein mittleres Einkommen hat, bekommt mehr als doppelt so viel wie im Kreis Görlitz. Bei 4 635 Euro im Monat liegen die mittleren Bruttoverdienste in der Stadt Ingolstadt, dem Sitz des Audi-Konzerns. Im Kreis Görlitz dagegen gibt es im Mittel 2 183 Euro brutto, berichtete die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) am Freitag aus Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.

Die Tabellen belegen weiterhin große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Ländervergleich vorn sind die Löhne in Hamburg und Baden-Württemberg, am Schluss liegt Mecklenburg-Vorpommern. Das mittlere Einkommen in ganz Deutschland lag zum Jahresende bei 3 209 Euro brutto im Monat, in Sachsen bei 2 479 Euro. Die Zahlen gelten für Vollzeitstellen und enthalten Zuschläge und Urlaubsgeld. Mittleres Einkommen bedeutet, dass genau die Hälfte der Menschen diesen Betrag überschreiten, die anderen nicht.

Nach diesen Zahlen bekommen Vollzeitbeschäftigte im Westen monatlich 739 Euro mehr als im Osten. Dabei zählt Berlin zum Osten und liegt mit 3 126 Euro Monatsverdienst unter dem deutschen Mittel, aber vor Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Sachsen liegt knapp vor Thüringen, aber hinter Sachsen-Anhalt und Brandenburg, mit geringen Unterschieden.

Zimmermann nannte es „beschämend, dass Ostdeutschland flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet ist“. Sie forderte 12 Euro Mindestlohn und die Abschaffung schlecht bezahlter Leiharbeit. (SZ/mz)