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Freitag, 09.03.2018

Deutsche ängstigen sich vor Altersarmut

Eine Studie zeigt wachsende Verunsicherung angesichts einer älter werdenden Gesellschaft.

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Der Studie zufolge stellen sich auch immer mehr Menschen auf Arbeit über das gesetzliche Rentenalter hinaus ein.
Der Studie zufolge stellen sich auch immer mehr Menschen auf Arbeit über das gesetzliche Rentenalter hinaus ein.

© dpa

Gütersloh. Die Mehrheit der Bundesbürger sieht in einer älter werdenden Gesellschaft eher Risiken als Chancen. Auslöser für die zunehmende Skepsis seien vor allem Sorgen um den Wohlstand und die Lebensqualität zum Lebensabend, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag in Gütersloh bei der Vorstellung einer neuen Studie. Zugleich nimmt demnach die Bereitschaft zu, länger als gesetzlich nötig zu arbeiten. Bei geringeren Einkommen würden die Beschäftigten das jedoch eher als finanzielle Notwendigkeit denn als sinnstiftende Chance sehen.

65 Prozent der Befragten sehen im demografischen Wandel ein Risiko. 2014 waren es noch 55 Prozent. Besorgt seien die meisten vor allem über Altersarmut (83 Prozent), einen späteren Renteneintritt (80 Prozent) und steigende Rentenbeiträge (77 Prozent), heißt es in der Studie.

Die Umfrage zeige, dass die Bürger den demografischen Wandel als einschneidenden Trend wahrnehmen, von dem sie starke Folgen für die Zukunft Deutschlands erwarteten, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Aart De Geus. Die Folgen würden jedoch von den meisten negativ eingeschätzt.

Der Studie zufolge stellen sich auch immer mehr Menschen auf Arbeit über das gesetzliche Rentenalter hinaus ein. Lediglich jeder vierte (25 Prozent) Erwerbstätige gab an, früher als gesetzlich vorgesehen in den Ruhestand gehen zu wollen. Im Jahr 2002 waren es mit 52 Prozent mehr als doppelt so viele. Derzeit wollten zwölf Prozent der Berufstätigen über die gesetzliche Ruhestandsgrenze hinaus arbeiten.

Die Autoren der Studie mahnten flexible Regelungen für den Übergang in den Ruhestand an, die den unterschiedlichen Lebenssituationen der Beschäftigten gerecht werden. Starre Vorgaben seien fehl am Platz, erklärte Studienleiter André Schleiter. Wer ohnehin schon in prekären Jobs arbeite, wenig verdiene oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten könne, werde durch pauschale Rentenregelungen noch weiter abgehängt. (epd)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 32 Kommentare

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  1. Titania

    Die Menschen haben Angst vor Armut im Alter, nicht vor einer alternden Gesellschaft. Das ist doch ein bedeutsamer Unterschied, oder?

  2. Berg

    Kurze Zusammenfassung: zig Millionen Männer und Frauen haben Erfahrungen vom Übergang aus dem Erwerbsleben in den Lebensabend. Wer nur auf die Rente angewiesen ist, die ca 60% des Erwerbseinkommens beträgt, wird auch seine Lebenshaltungskosten auf 60% verringern: billigere Wohnung, kleineres Auto, kürzere Reisen, Kino statt Oper usw. Wer in einer Ehe zusammenlebt, kann zu zweit nur einen Haushalt führen. Weitere Besonderheiten: Einzug in Einliegerwohnung im Haus der Kinder, Umzug aufs Land in die billigen Stadtränder, Gelegenheitsarbeiten/Hinzuverdienst. Wer noch andere Alterseinkünfte oder Vermögen aufbrauchen kann -> bester Altersruhhestand. So brauchen 97% der Rentner keine Aufstockungen. 3% der Rentner werden durch staatliche Aufstockungen aus Steuermitteln vor Altersarmut bewahrt.

  3. Tal

    @2: Lieber Berg, 60% des Erwerbseinkommens? Welches Land meinen Sie? Ältere Menschen auf das Land? Wo sind die Ärzte, die dann benötigt werden? Warum scheinen ander Länder das besser hinzubekommen als Dtl? Sind Sie eine echte Person oder CDU-Sprachrohr?

  4. Berg

    #3: Liebes Tal, ich schrieb einfach aus dem Nähkästchen unsere eigenen Erfahrungen aus dem Übergang vom Erwerbsleben in den Lebensabend. Für uns traf eine der geschilderten Varianten zu - für Freunde und Verwandte trafen andere Varianten zu. Die österreichischen Regelungen haben wir dabei mit keiner Wimper überlegt. Und in einer Partei sind wir auch nicht. - Ich sehe es so, dass jeder Einzelne für sich ganz alleine seine reale Situation den neuen geringeren Einkommen aus der Rentenkasse anpasst. - Und "das Land" liegt in Dresden INNERHALB der Stadtgrenzen, wo auch der ÖNV läuft.

  5. Tal

    @2: Lieber Berg, dann haben Sie ja Glück, daß sie jetzt schon so alt sind. Für uns trifft dieses Rentenniveau ja wohl nicht mehr zu. Was raten Sie uns jüngeren? Auswandern in ein Land, wo man noch Miete+Nebenkosten+Essen damit bezahlen kann?

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