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Samstag, 11.08.2018

Deutsch lernen als Priorität

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) begrüßt Austauschschüler aus Ungarn. Beim Rathausrundgang werden dabei Ideen geboren.

Von Dirk Westphal

Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (links) begrüßte den ungarischen Austauschschüler Zoltán Németh aus Siófok mit einem kleinen Präsent. Neben dem Ratssaal wurde bei der Begrüßung durch das Stadtoberhaupt auch der Rathausturm besichtigt.
Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (links) begrüßte den ungarischen Austauschschüler Zoltán Németh aus Siófok mit einem kleinen Präsent. Neben dem Ratssaal wurde bei der Begrüßung durch das Stadtoberhaupt auch der Rathausturm besichtigt.

© Dirk Westphal

Waldheim. Die Stadt Waldheim hat im kommenden halben Jahr einen Bürger mehr. Der 15-jährige Zoltán Németh aus Siófok (Ungarn) weilt im Rahmen eines vom evangelisch-lutherischen Kirchspiel Waldheim-Geringswalde initiierten Schüleraustausches für das kommende halbe Jahr an der Zschopau und wird am Martin-Luther-Gymnasium Hartha lernen. Vor allem Deutsch, das stehe im Vordergrund.

Mit seinen Eltern Klara und Zoltán Senior wurde er von Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) herzlich willkommen geheißen. Gottfried Schlesier, ein engagiertes Mitglied der Waldheimer Kirchgemeinde, erklärt: „Zoltán ist bereits der dritte Austauschschüler, der im Rahmen der Partnerschaft der Kirchgemeinden, die infolge der Städtepartnerschaft zwischen Waldheim und Siófok zustande kam, in Sachsen ein halbes Schuljahr absolviert.“ Schlesier, der seit 1968 freundschaftliche Beziehungen nach Ungarn pflegt und sich die Landessprache angeeignet hat, sagt: „Wir hatten damals den Westen als großen Bruder, der uns half. In Ungarn war das nicht der Fall, hier können wir etwas zurückgeben.“ Ein halbes Jahr pro Schüler sei dafür auch ein guter Zeitraum. Drei Monate würde es dauern, bis die Jugendlichen deutsch verstehen und nochmals drei Monate, um sauber zu sprechen. Um alles auf einen guten Weg zu bringen, stand am Donnerstag der Antrittsbesuch am Gymnasium Hartha sowie bei Gemeindepfarrer Reinald Richber auf dem Programm.

In bereits gutem Deutsch, das er auf dem Gymnasium in Ungarn lernt, erklärte Zoltán, dass er sich auf das halbe Jahr in Deutschland sehr freut. Untergebracht wird er in dieser Zeit bei drei verschiedenen Gasteltern. Aber der Schüleraustausch soll keine Einbahnstraße sein. So wäre die Möglichkeit vorhanden, dass deutsche Austauschschüler in Ungarn lernen. Zoltáns Eltern, die sich über den herzlichen Empfang sichtbar freuten und dem Waldheimer Stadtoberhaupt ein Gastgeschenk aus ihrer Heimat überreichten, bestätigen das und würden es begrüßen, wenn solch ein Austausch zustande käme. Gottfried Schlesier ergänzte, dass es mit der Deutschen Adelheid Toth, die nach Ungarn geheiratet hat, dort vor Ort auch eine Ansprechpartnerin bei der Kirche gäbe.

Auf dem Weg zu engeren Kontakten sieht es Bürgermeister Steffen Ernst als wichtig an, dass seit 2015 die Städtepartnerschaft zu Siófok wiederbelebt wurde. So reisen vom 24. bis 30. September Lehrer und Schüler der Waldheimer Oberschule in die ungarische Partnerstadt. Im Oktober dagegen kämen Gemeindevertreter aus Siófok nach Waldheim.

Zoltán, der sich für Kunst, Musik und Sport interessiert, Tischtennis und Basketball sowie Klavier und Schlagzeug spielt, sollte dann in Sachsen bereits fest integriert sein. So hat Gottfried Schlesier Pläne, ihn im Kirchenchor einzubinden. Und auch Steffen Ernst könnte sich vorstellen, dass er bei einer Veranstaltung im Ratssaal, der ebenso besichtigt wurde wie der Rathausturm, Klavier spielt. Zoltán jedenfalls sieht sich bereits jetzt gut in Mittelsachsen aufgenommen und lachte bei der Frage, ob es ein Problem sei, wenn seine Eltern abreisen. „Natürlich nicht!“