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Freitag, 13.08.2004

,Derham is derham‘

ANNABERG - „Sing’s noch mal, Oma!“ Annett Illig (37) musste ihr „Großmütterle“ nicht lange bitten. Die Lieder von damals sind für den Annaberger Bühnenstar mehr als der Klang aus der Kinderzeit.

Annett Illig hat Omas Repertoire längst in ihr eigenes aufgenommen - und singt in ausverkauften Sälen vor begeistertem Publikum. Auf ihre Art. Eine graziöse Gratwanderung zwischen Mundart und Schöngesang.Melodien und Texte stammen fast alle aus der Feder des berühmten erzgebirgischen Volksdichters und Sängers Anton Günther (1876-1937). Annett Illig: „Ich verehre ihn aus tiefstem Herzen. So manche Strophe ist, als wäre sie heute geschrieben.‘‘ Soeben ist ihre dritte CD mit dem Titel „Frei will ich bleibn“ erschienen.

Mit ihrer großen Liebe zum erzgebirgischen Liedgut hielt die beliebte Opern-, Operetten und Musicalsängerin lange Zeit hinterm Berg. Als 14-Jährige hat Annett Illig ihre Heimat verlassen. Ihr großes Ziel war die Bühne: Spezialklasse für Musik in Zwickau, Gesangsstudium in Leipzig, Staatsexamen mit Diplom in Berlin, seit 1991 Schülerin der großen Kammersängerin Prof. Elisabeth Schwarzkopf in Zürich.1995 hatte sie die Heimat wieder, das Eduard-von-Winterstein-Theater eine hinreißende Soub-rette und das Publikum einen „Jim Knopf“ und „Gestiefelten Kater“, wie sie im Buche stehen. Als anrührende „Anne Frank“ hat sie sich jüngst vom Ensemble verabschiedet.

Seit einiger Zeit ist Annett Illig eine gefragte Konzertsolistin mit besonderer Vorliebe für Schumann, Mussorgski, Brahms. 2005 gibt sie in der Dresdner Frauenkirche ihr Debüt. Ihr neuestes Projekt „Blicke mir nicht in die Lieder“ ist Gustav Mahler gewidmet und heute Abend erstmals auf Schloss Schlettau zu erleben.Nach dem Premierentrubel wird sie sich wie immer in ihr stilles kleines Bauernhäuschen zurückziehen. Das hat sie vor einigen Jahren vor dem Zerfall gerettet. Mit viel Freude am Detail, guten Freunden und einem der Lieblingslieder vom Großmütterle („Derham is derham“) im Sinn: „Ich brauche die Einsamkeit“, verrät Annett Illig und weiß sich mit Heimatdichter Anton Günther in guter Gesellschaft. (hap)