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Mittwoch, 04.07.2018

Der Zirkusdirektor und sein Elefant

Hardy Weisheit ist genauso alt wie Elefantendame Ghandi. Sie sind zusammen aufgewachsen. Jetzt sind sie beide in Görlitz.

Von Susanne Sodan

Zeltaufbau mit Elefantenhilfe
Zeltaufbau mit Elefantenhilfe

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Hochbetrieb auf der Festfläche in Königshufen. Auf dem Rasen zwischen McDonald’s und dem Roller-Markt liegen die ersten Masten für das große Zirkuszelt bereit, die Mitglieder vom Circus Afrika sind mit dem Aufbau beschäftigt. „Bis alles funkelt und glitzert, brauchen wir dafür etwa 20 Stunden“, erzählt Zirkusdirektor Hardy Weisheit. Tonga lässt sich davon wenig beeindrucken. Die 28-jährige Elefantendame frisst auf der Fläche nebenan lieber Gras, gemeinsam mit ihren beiden Artgenossen Ghandy und Moja. Fürs Foto aber macht sie mit beim Zeltaufbau – und hält zumindest den Hammer.

Am Montagnachmittag war das. Das Zelt steht inzwischen. Schon beim Aufbau haben sich die ersten Schaulustigen eingefunden. Kein Wunder, wenn plötzlich drei Elefanten auf einer Wiese in Königshufen stehen, und unter einem Zeltdach noch viele andere Tiere. Am Freitag ist die erste Vorstellung vom Circus Afrika, der über eine Woche in Görlitz gastiert. „Wir waren schon vor vier Jahren hier zu Gast“, erzählt Hardy Weisheit. „Wir haben gute Erinnerungen, für uns war das damals ein Erfolg. Jetzt sind wir mit einer neuen Show zurück.“ Es geht in eine Märchenwelt, die im Orient, in Russland, in Afrika und Indien spielt. Dafür arbeitet der Circus Afrika mit Artistik, Clownerie und auch mit Tieren.

Der Circus Africa stammt aus Thüringen. Mit 30 Wagen, 25 Leuten und 40 Tieren ist er derzeit unterwegs. Dromedare sind zum Beispiel mit dabei, Hunde, Kamele, Pferde, auch ein Zebrik. Und die drei Elefanten, einer aus Indien, zwei aus Afrika. Ghandi heißt die eine indische Elefantendame. Mit ihr ist Hardy Weisheit sogar im Zirkus aufgewachsen. „Ghandi ist genauso alt wie ich“, erzählt er, nämlich 50 Jahre alt. „Damit ist sie der älteste Zirkuselefant Deutschlands.“

Vorab hatte es dieses Mal Schwierigkeiten zwischen dem Zirkus und der Stadt gegeben, es ging um den Standort und die Frage: Wann wurde welcher Antrag gestellt und beantwortet. Eigentlich wollte der Zirkus wieder auf dem Festplatz Kidrontal sein Zelt aufschlagen. Aber der ist für den Zeitraum des Gastspieles schon belegt gewesen, denn dort hat das Hüpfburgen-Event seinen Standort. Es wurde eine Regelung gefunden: Der Zirkus ist auf die Fläche in der Nähe von Toom, Roller und McDonald’s gezogen. Inzwischen ist Hardy Weisheit gar nicht so unglücklich darüber. Der grasbewachsene Boden sei ganz günstig für die Tiere.

Vorstellungen: 06. bis 15. Juli; Mo., Di., Do., und Fr. jeweils 16 Uhr, sonnabends 15 und 18 Uhr, sonntags 11 Uhr. Mittwoch ist Ruhetag.